Wie kann gesellschaftlicher und sozialer Wandel mit Hilfe von Technologie aktiv gestaltet werden? Dies war die zentrale Fragestellung einer Veranstaltung am 23.02. im Berliner FluxBau. Vertreter von Leetchi, openPetition und Vostel haben an dem Abend gemeinsam mit Initiatoren gesellschaftlich relevanter Projekte diskutiert, wie Digitalisierung uns dabei hilft, Gutes zu tun.

Dabei hat Blogger Max Bryan von seinem Projekt als Bürgerreporter und seinem Leetchi-Crowdfunding für den obdachlosen 61-jährigen Klaus erzählt. Er betonte die Möglichkeiten digitaler Plattformen, sich ein Netzwerk aufzubauen, Gleichgesinnte zu finden und eine hohe Reichweite für sein Anliegen zu erzielen. Der Schritt online sei oft der erste Schritt, der dann zu vielen weiteren „Offline-Schritten“ führe. Es ginge oft um eine Kombination von online und offline, wobei das Eine das Andere potenziere.

Anwesend war auch Dr. Höffken (Stadtplaner, Architekt und Mitbegründer des Vereins Urbanophil), der eine erfolgreiche Petition über openPetition für die demokratische Mitbestimmung über die Zukunft eines Industrieareals initiierte, welches ursprünglich einer Immobilienverwertung überlassen worden sollte. Die Petition ermöglichte eine Stellungnahme seitens der Politik und erlaubte es, mit Politikern in direkten Kontakt zu treten.

Digitalisierung ist jedoch auch auf anderen Gebieten spannend. Konrad Traupe von openPetition hat dabei eine Vision für Livestreaming: “Unsere Traum ist eine Art Echtzeitdialog zwischen politischen Vertretern und Bürgern, die ein bestimmtes Anliegen haben, welches durch die vielen Unterschriften einer Petition legitimiert wurde.“

Auch AI ist ein Thema, dem die Panelisten eine Hohe Bedeutung beimessen. “Es gibt mittlerweile Roboter, die Echtzeitübersetzungen machen“, so Vostels Gründerin Stephanie Frost. „Leider können diese noch nicht Menschen ersetzen, was jedoch beispielsweise für die Ämter im Rahmen der aktuellen Flüchtlingssituation großartig wäre.“

Anastasia Heilmann, die Organisatorin des Events, sieht in AI die Chance, dass eintönige Arbeit wegfällt und unsere Gesellschaft die Möglichkeit erhält, das jetzige Arbeitssystem hin zu einer erfüllenden und kreativen Beschäftigung zu verändern. Dabei sei auch Grundeinkommen eine echte Überlegung wert.

Das Panel war sich ebenfalls einig, dass es für die Digitalisierung wichtig sei, diese integrativ zu gestalten, um Einseitigkeit zu vermeiden und alle Menschen davon profitieren zu lassen.

Panel-Digitalisierung-und-soziales