Buch Finanzierung

Fallbeispiel: Ein gutes Ziel

ein_gutes_ziel„Ein gutes Ziel“ ist ein Arbeitsbuch, das die Leserinnen und Leser beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen will. Der Autor Ernst Neumeister verbindet darin die Techniken erfolgreicher Menschen mit Dingen, die er selbst auf seinem Weg gelernt hat.

Das Buch bietet laut Aussage des Autoren Inspiration, Anleitung und Struktur zugleich und hilft dabei, seinen Tag besser zu organisieren, sodass man in drei Monaten an seinem Ziel ankommt.

Eine Besonderheit ist, dass der Projektstarter Ernst Neumeister schon mehrere Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich durchgeführt hat und seit 2013 als Crowdfunding-Berater arbeitet.

Modell: Klassisches Crowdfunding

Um den Druck der ersten Auflage des Buchs zu finanzieren, hat sich der Projektstarter für ein klassisches (reward-based) Crowdfunding entschieden. Das Buch wurde in der Kampagne der Öffentlichkeit präsentiert und zum Vorverkauf angeboten. Bei Erreichen des Fundingziels von 15.000 Euro wird es gedruckt und an die Unterstützer versandt.

Das Crowdunding-Video

Das Produkt als Gegenleistung für die Crowd

Das leinengebundene Buch wurde der Crowd in drei verschiedenen Farben für 25 Euro pro Stück angeboten. Bei Abnahme von mehreren Büchern gibt einen zusätzlichen Rabatt. Als weitere Gegenleistung gibt es einen das Buch begleitenden Wandkalender.

Ergebnis: 1.000€ in der ersten Stunde, 6.000€ am ersten Tag

Als Crowdfunding-Berater hat Ernst Neumeister die Kampagne gewissenhaft vorbereitet und konnte bereits in der ersten Stunde 1.000 Euro einsammeln. Nach nur 24 Stunden waren dann schon über 6.000 Euro zusammen und damit fast 50 % der angestrebten Fundingsumme.

Interview mit Ernst Neumeister, Autor und Projektstarter Ein gutes Ziel

ernst

Ernst Neumeister

Warum hast du dich für eine Crowdfunding-Kampagne entschieden?

Ich mag Crowdfunding, weil man hier seine Ideen super testen kann. Kauft niemand mein Buch, sollte ich es vielleicht auch nicht veröffentlichen. Des Weiteren finde ich es toll, dass ich hierbei mit meinen Leser*innen so direkt in Kontakt treten kann. Zu guter Letzt brauche ich das Geld für die erste Auflage und hatte keine Lust auf einen großen Verlag.

Du hast für ein Buchprojekt einen super Start mit deiner Kampagne hingelegt. Wie ist dir das gelungen?

Der Start hätte wirklich nicht besser laufen können: Allein in der ersten Stunde kamen 1.000 Euro zusammen und nach nur 48 Stunden waren dann schon über 50 % vom Fundingziel erreicht. Um das vorzubereiten, habe ich ungefähr zwei Monate vor Kampagnenstart aktiv mit dem sogenannten Crowdbuilding begonnen. Hierfür habe ich eine Homepage erstellt und von interessierten Menschen E-Mail-Adressen gesammelt. Diese kleine Crowd, die von Tag zu Tag etwas anwuchs, habe ich dann regelmäßig mit Updates versorgt und dann natürlich auch zum Start der Kampagne angeschrieben. Ich glaube viele haben dann gleich am Anfang unterstützt, weil sie mich im Vorfeld ein bisschen kennenlernen durften und mir mit dem Buch und dem Projekt helfen wollten.

Kann man sich nach einem solchen Start dann zurücklehnen und die Kampagne einfach laufen lassen?

Leider nein. Der typische Kampagnenverlauf bei guter Vorbereitung ist, dass zum Start in etwa 20 bis 30 % der Fundingsumme eingehen. Dann muss man aktiv das sogenannte Mittelfeld für sich und sein Projekt gewinnen, bevor kurz vor Schluss meistens noch einmal etwas mehr Geld reinkommt. Eine Kampagne erfolgreich zu machen bedeutet in 99 von 100 Fällen harte Akquisearbeit und beinhaltet die regelmäßige Aktivierung der eigenen Crowd.

Wie machst du das konkret?

Während der Kampagne versuche ich jeden Tag mit gutem Content auf die Kampagne aufmerksam zu machen und regelmäßig über meinen Newsletter, den Startnext-Blog und meine Social-Media-Kanäle in Kontakt zu bleiben. Des Weiteren schreibe ich große Facebook-Fanpages direkt an und frage nach, ob sie mein Buch vielleicht erwähnen oder verlosen würden.

Welche Tipps hast du für angehende Projektstarter?

Eine der häufigsten Fehlannahmen beim Crowdfunding ist, dass Projektstarter*innen annehmen, dass sie ihre Kampagne nur auf einer Plattform einstellen bräuchten und dass das Geld dann von alleine eingeht. Das ist leider falsch und es gilt: Kein Crowdfunding ohne Crowd. Beginnt also rechtzeitig damit euch eine Crowd aufzubauen. Ideal sind meines Erachtens ungefähr drei Monate, was zufälligerweise auch dem Zeitraum entspricht, welchen mein Buch abdeckt. Vielleicht ist Crowdbuilding also ein gutes Ziel, welches man damit angehen könnte.

Des Weiteren sollte man auf jeden Fall authentisch bleiben und die eigene Crowd nicht nur als wandelnde Portmonees betrachten. Hinter jeder E-Mail-Adresse und jedem Like auf Facebook steckt ein echter Mensch, der es verdient als solcher angesprochen und behandelt zu werden.

Weitere Informationen

Kampagne anschauen: https://www.startnext.com/eingutesziel

Firmenwebseite: http://eingutesziel.de

Das CrowdCamp (die Crowdfunding-Beratung von Ernst Neumeister) : www.crowdcamp.de

Übersicht: Deutsche Plattformen für klassisches Crowdfunding