www.crowdfunding.de https://www.crowdfunding.de Crowdfunding Informationsportal Sun, 18 Nov 2018 16:13:43 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.7 European Crowdfunding: Zukunft oder Hirngespinst? – Bericht von der ECN CrowdCon 2018 https://www.crowdfunding.de/european-crowdfunding-zukunft-oder-hirngespinst/ https://www.crowdfunding.de/european-crowdfunding-zukunft-oder-hirngespinst/#respond Thu, 01 Nov 2018 09:00:19 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1550708 Auf der „7. ECN Crowdfunding Convention“ des European Crowdfunding Network´s (ECN) diskutieren […]

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Auf der „7. ECN Crowdfunding Convention“ des European Crowdfunding Network´s (ECN) diskutieren über 100 Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern über die Zukunft des Crowdfunding’s in der EU. Im Gastbeitrag berichtet Sebastian Helmrich wie sich die regulatorische Zukunft von Crowdfunding-Anbietern in der EU entwickeln könnte. 

Autor: Sebastian Helmrich

Bereits zum 7. Mal fand die ECN CrowdCon, ein Event des European Crowdfunding Networks in Brüssel statt. Der Fokus der ECN-Konferenz liegt auf dem Kommissionsvorschlag einer EU-Crowdfunding-Verordnung. Ganz nach dem Banner-Motto „Building a Pan-European Crowdfunding Ecosystem: Defining the Future of European Crowdfunding Service Providers” diskutieren die Teilnehmer den Vorschlag einer Crowdfunding-Verordnung, deren Schwachstellen und Stellschrauben sowie mögliche Anpassungen. Neben Vertretern der Europäischen Kommission, der BaFin sowie des Europäischen Parlaments sind viele hochrangige Crowdfunding-Spezialisten anwesend.

Was inspiriert: Das Programm der CrowdCon war insgesamt sehr vielfältig, der Takt der Diskussionen schnell und anregend. Dementsprechend hoch war die Qualität der Vorträge und Fragen, langwierige Ausschweifungen bleiben dem Publikum erspart. Die Vielfältigkeit der Vortragsmethoden rund um den Verordnungsentwurf machen die Veranstaltung spannend und abwechslungsreich. Damit schafft die ECN ihre 21 Programmpunkte der Agenda in nicht einmal 10 Stunden – und für den einen oder anderen Gesprächsaustausch beim Kaffee reicht die Zeit ebenfalls.

 

Diskussionsgrundlage: die EU-Crowdfunding-Verordnung

Wahrscheinlich kein Ort hätte sich besser geeignet für die CrowdCon, als der Sitz der wichtigsten Europäischen Institutionen. Während der Europäische Rat im Plenarsaal unweit des Hotels über die Themen Sicherheit und Migration tagt, widmet sich diese Konferenz der neuen EU-Crowdfunding-Verordnung. Anlass ist der von der Europäischen Kommission nun endlich erfolgte Vorschlag über die Verordnung „Europäische Crowdfunding-Dienstleister für Unternehmen für Unternehmen“. Mit diesem Vorschlag sollen sowohl die Bereiche des kreditbasierten Crowdfundings als auch investmentbasiertes Crowdfunding abgedeckt werden. Transparenz, Kundenschutz und Plattformbetrieb sind das Ziel.

Der vollständige Vorschlag für eine Verordnung über Europäische Crowdfunding-Dienstleister für Unternehmen (Download / Stand des Dokuments 08.10.2018)

 

Auftakt der Debatte

Gründungsmitglied und Executive Director des ECN´s, Oliver Gajda begrüßt die Teilnehmer und übernimmt die Moderation für die Convention. Anschließend übernimmt Jeff Lynn, Executive Chairman und Co-Founder von Seedrs und steigt mit den Teilnehmern sofort in die Debatte um die neue Crowdfunding-Verordnung ein. Er kritisierte u.a. die Grenze von nur einer Millionen Euro als eine wesentliche Schwachstelle und eröffnet hierzu den Diskurs. In diesem Zusammenhang tauchte auch zum ersten Mal der Begriff des European-Crowdfunding auf.

 

Die EU hat den Anschluss verpasst

Mittelpunkt einiger Diskussionen stellt die stark zersplitterte gegenwärtige Rechtslage in den Mitgliedsstaaten dar. Somit sind grenzübergreifende Aktivitäten der Crowdfunding-Plattformen nur bedingt möglich. Um in einem anderen Land ein Projekt anbieten zu können, müssen die spezifischen Länderanforderungen eingehalten werden. Möchte beispielsweise eine österreichische Plattform eines ihrer Projekte im Nachbarland Deutschland platzieren, so muss das Angebot den Vorgaben beider Länder entsprechen. Folglich muss zum Beispiel das Informationsdatenblatt für den österreichischen Kunden sowie ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (kurz VIB) für die deutschen Anleger zur Verfügung gestellt werden. Dieser zusätzliche bürokratische Aufwand erschwert die grenzübergreifenden Aktivitäten erheblich, schafft Rechtsunsicherheit und hemmt Wachstum. Genau hier will die Kommission mit ihrem Vorschlag einer EU-Crowdfunding-Verordnung ansetzen und eine Harmonisierung des Europäischen Marktes erreichen.

Matthias Klaes, Professor für Political Economy an der University of Buckingham beleuchtet in seiner Keynote den Markt sowie dessen Barrieren. Auffallend ist die häufige Verwendung des Begriffes „scale“, welcher für Wachstum steht.

Noch erschreckender ist der Ländervergleich des Marktwachstums von Crowdfunding, in welchem die EU nur vergleichsweise schleichend zu wachsen scheint. Probleme der Digitalisierung, wie der Datenschutz oder fehlendes Vertrauen und Transaktionskosten sind laut Matthias Klaes die ursächlichen Marktbarrieren, die ein länderübergreifendes Crowdfunding im EU-Binnenmarkt erschweren. Sollte sich in diesen Themen nichts ändern, wird die Kluft zu anderen Ländern immer größer werden.

Prof. Klaes beendet seinen Vortrag mit den Worten „EU-Crowdfunding has fallen behind. Scale is the key“, was so viel heißt wie „EU-Crowdfunding hat den Anschluss verloren. Wachstum ist der Schlüssel“ und betont noch einmal die Notwendigkeit des Wachstums des europäischen Crowdfunding-Marktes, um im internationalen Vergleich mithalten zu können.

 

1 Mio. Euro Grenze – Jux oder angemessen?

Das wohl am heißesten diskutierten Thema der CrowdCon 2018 ist die im Verordnungsentwurf vorgesehene Grenze von 1 Mio. Euro. Das ist der Betrag, der von einem Emittenten über EU-Crowdfunding in 12 Monaten maximal eingesammelt werden darf. Zum Vergleich: Der deutsche Gesetzgeber befreit Schwarmfinanzierungs-Projekte von der Prospektpflicht des Gesetzes über Vermögensanlagen bis zu einer Schwelle von 2,5 Mio. Euro.

Bereits Jeff Lynn hat in seiner Auftaktrede, die eben genannte Grenze kritisiert. Seiner Ansicht nach ist der Regulierungsentwurf zu begrüßen, die Begrenzung bei einer Millionen Euro ist jedoch zu niedrig. Hierdurch ist es in Zukunft nur erschwert möglich, neue Wege der Kapitalbeschaffung für Firmengründer bereitzustellen. Diese Thematik begleitete die gesamte Veranstaltung und wird anschließend in einem eigenen Panel diskutiert. Auf der Bühne sitzen Tero Weckroth (Invesdor), Daniel Rajkumar (rebuildingsociety.com), Jörg Diehl (asecuvest), Kimmo Lonmarket (Privanet) und Erlend Selmer (Crowdworks). Ausgiebig und ersichtlich im Konsens wird über die Grenze von einer Millionen Euro diskutiert.

Dabei werden vor allem folgende Facetten der Limitierung von Angeboten mehrfach bemängelt:

  • Immer mehr Crowdfunding-Angebote übersteigen eine Millionen Euro.
  • Die Nachfrage von KMU nach höheren Summen innerhalb der EU wird immer größer.
  • Auch auf Investorenseite wächst die Nachfrage der Investoren nach größeren Projekten.

Weitere Informationen im „Position Paper of the European Crowdfunding Network“ (Download)

Weiter ging es mit einem „Insight“ von Khan Dang Ngo (Exporo) mit dem Titel „Crowdfunding for Real Estate“. Als Jurist führt er das Publikum mit rechtswissenschaftlichem Fokus in die Immobilien-Crowdinvesting Geschäfte der Exporo ein. Seiner Ansicht nach, ist die EU-Crowdfunding-Verordnung in der jetzigen Fassung für Immobilien-Crowdinvesting-Plattformen irrelevant. Ein typischen Immobilienprojekt liegt meist über der Grenze einer Million Euro. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach neuen Projekten und der Wunsch der Plattformen, neue Märkte zu erschließen.

 

European-Crowdfunding – Geht das?

Der Entwurf einer neuen EU-Crowdfunding-Verordnung scheint durchaus vielversprechend zu sein. European-Crowdfunding könnte also schon bald Realität werden. Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Damit cross-boarder Crowdfunding möglich wird und sich der Markt weiter entfalten kann, sind noch einige Anpassungen und Diskussionen notwendig. Kritisiert wird nicht nur die Grenze von einer Million, sondern auch eine fehlende Unterscheidung in Equity-Crodfunding und Loan-bassed-Crowdfunding sowie einige weitere Unstimmigkeiten. Ein durchaus vielversprechendes Ziel hat sich Ashley Fox (Member of the European Parliament) gesetzt. Seiner Ansicht nach behaupten Regulatoren immer, technikneutral zu sein. Doch technikneutral wäre eine Crowdfunding-Verordnung doch erst, wenn auch Crowdinvesting-Projekte in Form von ICO´s über die Blockchain Technologie erfasst wären. Sein Ziel ist es daher, ICO´s in den Verordnungsentwurf aufzunehmen und damit einen einheitlichen Rechtsrahmen in der EU zu schaffen.

Die CrowdCon 2018 kann durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Sie war gut organisiert mit großartigen Gästen und Speakern. Die Vorträge waren qualitativ hochwertig, aussagekräftig und anregend für weitere Diskussionen. Offene Kernpunkte der Verordnung und kontroverse Ansichten wurden konstruktiv-sachlich und gleichzeitig mit voller Hingabe zur Thematik diskutiert. Besonders erfreulich war die Offenheit der Teilnehmer und Vortragenden. Obwohl manche durchaus als Wettbewerber im Markt auftreten oder zu Verschwiegenheit verpflichten sind, wurden Fragen wie auch hitzige Anmerkungen von Teilnehmern mit gegensätzlicher Meinung aufgenommen und bestmöglich beantwortet. Am Ende der CrowdCon wurde noch ausführlich genetworked.

Ob die Veranstaltung auch ihr Ziel erreicht hat und etwas verändern konnte, wird sich spätestens nach Veröffentlichung der EU-Crowdfunding-Verordnung in seiner endgültigen Verfassung zeigen. Bis dahin bliebt zu hoffen, dass die Vertreter der Europäischen Kommission und des Rates einige der Anregungen mitgenommen haben und diese im Rahmen des Gesetzgebungsverfahren einfließen lassen. Denn nur dann, wandelt sich die Vision des „European-Crowdfunding´s vielleicht schon vor der nächsten Europawahl im Mai vom Hirngespinst in die Realität.

 

Die Organisation hinter der Veranstaltung

Das European Crowdfunding Network AISBL (ECN) ist ein 2011 in Brüssel gegründetes professionelles Netzwerk, das angemessene Transparenz (Selbst-) Regulierung und Governance fördert und gleichzeitig eine Stimme in der politischen Diskussion und der öffentlichen Meinungsbildung bietet. Im Fokus liegt die Innovation, Vertretung, Förderung und Schutz der europäischen Crowdfundingindustrie. Neben der CrowdCon organisiert die ECN noch eine Reihe weitere Veranstaltungen, wie den CrowdTuesday, der einmal im Monat an unterschiedlichen Orten und jedes Mal mit einem anderen Thema stattfindet. Der nächste Termin ist am 27.11.2018 in Lyon. Ein weiteres bekanntes und hochrangig besuchtes Event ist das CrowdCamp, das dieses Jahr im Juni zum dritten Mal in Bologna stattgefunden hat und im Juni 2019 in Berlin mit dem Thema „Exploring Blockchain for Alternative Finance“ stattfinden wird. Mehr Informationen dazu findet man auf der Website der ECN. https://eurocrowd.org

 

Zum Autor Sebastian Helmrich

Sebastian Helmrich M.Sc. ist externer Doktorand an der Professur für Corporate Governance and Capital Markets an der Technischen Universität München (TUM). Mit seiner Forschung konzentriert er sich seit 2017 schwerpunktmäßig auf Crowdinvesting mit besonderem Fokus auf Immobilien. Zuvor hat er ebenfalls an der Technischen Universität München sein Masterstudium in Technologie- und Managementorientierten Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen und gleichzeitig einschlägige Arbeitserfahrung im FinTech-Bereich gesammelt. Des Weiteren ist er Geschäftsführer und Co-Founder eines 2014 gegründeten Unternehmens, welches sich auf Immobilieninvestments im Gewerbesegment spezialisiert hat.

Kontakt: LinkedIn

 

Fotos: European Crowdfunding Network

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Interview mit Manuela Reibold-Rolinger zu Verzögerungen beim Bau https://www.crowdfunding.de/interview-mit-manuela-reibold-rolinger-zu-verzoegerungen-beim-bau/ https://www.crowdfunding.de/interview-mit-manuela-reibold-rolinger-zu-verzoegerungen-beim-bau/#respond Wed, 31 Oct 2018 23:02:53 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1551401 Manuela Reibold-Rolinger ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht. Die Expertin für Verbraucherbaurecht […]

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Manuela Reibold-Rolinger ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht. Die Expertin für Verbraucherbaurecht ist durch diverse Fernsehauftritte einem breiteren Publikum bekannt. Im Interview mit crowdfunding.de berichtet die ausgebildete Schlichterin, welche Verzögerungen beim Bau am häufigsten vorkommen und so auch zu Zahlungsverzögerungen beim Immobilien-Crowdinvesting führen können.

Manuela Reibold-Rolinger

crowdfunding.de: Was sind die häufigsten Gründe für Verzögerung am Bau?

Manuela Reibold-Rolinger: Die häufigsten Gründe für Verzögerung am Bau sind unklare Vertragslagen, personelle Engpässe beim Auftragnehmer, Streitigkeiten über Nachträge und das Vorliegen von Mängeln. Bauverzögerungen kommen aber auch durch Bauinsolvenzen oder aber nachträgliche Sonderwünsche der Bauherren zustande. Es gibt auch Fälle bei denen die Bauherren Eigenleistung übernehmen und es dann in der Koordination des Bauablaufs zu Schwierigkeiten und Verzögerungen kommt.

Ist eine Verzögerung im Bauablauf zwangsläufig mit einer Verteuerung des Projekts verbunden?

In der Regel ist eine Verzögerung im Bauablauf mit einer Verteuerung des Projekts verbunden. Zeit ist Geld!
Bauzeiten müssen eingehalten werden und dies nicht nur im Interesse des Auftragnehmers, der in der Regel mehrere Baustellen zu bedienen hat und Folgeaufträge abarbeiten muss, sondern eben auch im Interesse des Auftraggebers, der sich im Hinblick auf den Bauablauf eingerichtet hat, die Mietwohnung gekündigt oder Eigentum veräußert hat.

Voraussetzung ist selbstverständlich, dass klare Ablaufstrukturen und einhaltbare Ablaufpläne erstellt werden und der Unternehmer ein eigenes und gutes Konfliktmanagement vorhält, was Verzug und Verteuerung verhindern kann. Fazit: Durch einen guten geregelten und ausgewogenen Bauvertrag können sowohl Verzögerungen im Bauablauf als auch Verteuerungen im Projekt verhindert werden.

Was sind weitere typische unvorhergesehene Kostentreiber bei Immobilienprojekten?

Typische, unvorhergesehen Kostentreiber bei Immobilienprojekte sind schlechte Grundlagenermittlungen, eine unzureichende Planung, häufiger Wechsel der Bauverantwortlichen, fehlende fachliche Baukoordinationen und vor allen Dingen fehlende Bauüberwachung.

45 % der Baumängel entstehen während der Bauphase wegen fehlender Bauüberwachung oder haben in 25% der Fälle ihre Ursache in einer fehlerhaften Planung. Wenn dann noch eine unklare Leistungsbeschreibung hinzu kommt und Nachträge erforderlich werden, kann die Kostenspirale sich sehr weit nach oben drehen und den Auftraggeber in unvorhersehbare finanzielle Schwierigkeiten bringen. Eine, während der Bauphase erforderlich werdende, Nachfinanzierung ist in der Regel nicht nur mit hohen Kosten sondern auch mit erheblichen persönlichen Einschränkungen verbunden.

Was zeichnet einen guten Immobilienentwickler aus?

Einen guten Immobilienentwickler zeichnet nach meiner Auffassung vor allen Dingen eine ehrliche und sachorientierte Abarbeitung der Bedürfnisse der Investoren und eine große Weitsicht in der Planung, Koordination und Umsetzung des Immobilienprojekts aus.

Bei Ihrer täglichen Arbeiten vertreten Sie die Interessen privater Bauherren. Wo liegen die Unterschiede beim gewerblichen und privaten Hausbauprojekt?

Im Grunde gibt es zwischen den gewerblichen und privaten Bauobjekten keine großen Unterschiede. Es ist quasi egal, ob Sie ein Gebäude für 300.000 € oder 30.000.000 € bauen. Die Probleme auf den Baustellen sind in der Regel die gleichen. Sehr typisch sind Verzug, Mängel, Nachträge pp. und diese sind, egal ob im gewerblichen oder im privaten Bauobjekt, juristisch gleichwertig abzuarbeiten.

Jedoch ist bei den privaten Bauherren häufig die emotionale Distanz nicht vorhanden, da das Bauen des Eigenheims in der Regel mit sehr viel Emotion, aber auch existentiellen Gegebenheiten verbunden ist. Man baut in „eigener Sache“ und ist daher emotional involviert. Der Investor einer gewerblichen Bauimmobilie hat in der Regel die nötige Distanz zum Gebäude und eine größere Weitsicht.

Die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Großstädten haben in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Wir lautet Ihre Prognose für die zukünftige Preisentwicklung?

Ganz ehrlich: Ich bin immer wieder erstaunt über die Immobilienpreise. z.B: in Berlin. Wir haben vor kurzem einen Investor beraten, der Eigentumsobjekte für über 10.000 €/m² in Berlin verkauft hat und dafür auch Käufer gefunden hat.

Man wagt es kaum auszusprechen, aber ich befürchte, dass sich die Schraube weiter nach oben drehen wird und das einzige Korrektiv gegebenenfalls eine Zinswende sein könnte. Die Preise werden daher nach meiner Auffassung weiter steigen. Es sei denn die Zinsen steigen plötzlich an. Ich schätze Berlin, Leipzig, München und Hamburg werden weiter hochpreisig bleiben.

Ich wünsche mir ein Umdenken: Die Städte, Kommunen und Investoren sind gefragt neue Wohnideen umzusetzen und in Zukunft nachhaltiger zu Bauen. Dazu gibt es viele spannenden Projekte, gerade im Bereich der Crowdinvestings zum nachhaltigen Bauen.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen zu Manuela Reibold-Rolinger:

 

Fotocredit: Stefan Hönig

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Berlin Blockchain Week: Von Shitcoins, Security Token & Nature 2.0 https://www.crowdfunding.de/berlin-blockchain-week-von-shitcoins-security-token-nature-2-0/ https://www.crowdfunding.de/berlin-blockchain-week-von-shitcoins-security-token-nature-2-0/#respond Tue, 02 Oct 2018 15:40:00 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1532549 Im September 2018 fand in Berlin die „Dezentral“ Konferenz statt. Im Gastbeitrag […]

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Im September 2018 fand in Berlin die „Dezentral“ Konferenz statt. Im Gastbeitrag berichtet Christin Friedrich, welche Themen die Blockchain Community bewegen und wohin sich der Markt entwickeln könnte. 

Autorin: Christin Friedrich

Aufbruchstimmung trifft Machermentalität an einem sonnigen, spätsommerlichen Donnerstag im Kosmos, dem ehemaligen DDR-Premieren-Kino, in der Karl-Marx-Str. in Berlin. Es herrscht eine offene und ausgelassene Atmosphäre bei der globalen Blockchain Konferenz Dezentral, die führende Blockchain Entwickler, Unternehmer und Interessierte zusammenbringt. Hier wird offen über den Status Quo, die Potentiale und Herausforderungen der Technologie diskutiert, die unser aller Leben verändern wird.

Die Dezentral ist eines der „Satellite Events“ der Berlin Blockchain Week, die rundum das Hauptevent ETH Berlin mit seinem Hackathon und Workshops ausschließlich von der „Blockchain Gemeinschaft“ organisiert und getragen wird. Dabei liegt der Fokus auf dem Austausch untereinander und der Weiterbildung ihrer Teilnehmer. Eine Vielzahl von dezentral organisierten Veranstaltungen von Token Engineering Workshops über Smart Contract Meetups und Community-Gettogether-Events fanden vom 5. bis 11. September 2018 im Rahmen ihrer ersten Auflage statt.

 

Blockchain Hub Berlin

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zum globalen Zentrum der Blockchain Gemeinde entwickelt mit seiner Vielfalt an Blockchain-Startups, führenden Branchenevents und Krypto-Coworking-Spaces. Das internationale, integrative Berlin scheint der perfekte Spielraum für die Entwicklungen einer technologischen Bewegung zu sein, in der Themen wie Datenschutz, Dezentralisierung oder Demokratisierung ohne Denkverbote analysiert und „Open Source“ neue Ansätze entwickelt werden.

 

Eintauchen in die Debatten der Blockchain Community

Das Programm der Dezentral war entsprechend vielfältig. Geteilt in einen Track „Continuity“ moderiert von Paul Kohlhaas (Linumlabs), in der mitreißende Key-Notes, Vorträge und Panels zu den aktuellen Themen, die die Blockchain Community bewegt diskutiert wurden. Sowie dem Track „Genesis“ moderiert von Achill Rudolph (Way Network), in dem Blockchain-Startups ihre neuesten Entwicklungen präsentierten. Die Teilnehmer kommen vom ganzen Globus und die Konferenzsprache ist selbstverständlich Englisch.

 

Vorsicht vor den Shitcoins

Ein heiß diskutiertes Thema war die Entwicklung der ICO- und Krypto-Landschaft. Meltem Demirors, Chief Strategy Officer der Krypto-Investment-Firma CoinShares aus London, präsentierte in ihrer Key-Note mit viel Leidenschaft und Sachverstand ihre Analyse der „Shitcoins“. Ein „Shitcoin“ ist vereinfacht ausgedrückt eine abwertende Bezeichnung für eine wertlose Kryptowährung. In ihrem Vortrag untermauert Meltem die Natur der menschlichen Gier und Investorenpsychologie, die den ICO-Hype zu Beginn des Jahres erst möglich machten und sowohl Anbieter als auch Investoren zu irrationalem und destruktivem Verhalten verführen.

Es ist zu viel „einfach-zu-habendes-Geld“ in Umflauf. So erhalten auch schlechte Projekte, die keinen wirklichen Wert generien, über ICOs Kapital; nicht zu vergessen, die zahlreichen Betrugsfälle (Scams). Investoren, die in solche Projekte investiert haben besitzen am Ende wertlose „Shitcoins“. Meltem warnt, dass aufgrund der Enttäuschungen, die bei Investoren entstehen, möglicherweise aussichtsreichen Projekten, die „echte“ Technologie der nächsten Generation bauen, der Nährboden entzogen wird. Sie appelliert daher an die Szene sich intensiv mit möglichen Gegenmaßnahmen, wie „Selbstregulierung“ auseinanderzusetzen.

Die vollständige Präsentation von Meltem Demiror „How to (Not) be a Shitcoin – What I’ve Learned About Markets, Psychology, and Value Creation” befindet sich auf Slideshare.

 

Security Token werden zum neuen (Standard-)Investmentvehikel

Auch Security Token wurden thematisiert und ausgiebig diskutiert. Security Token ähneln bekannten Investmentvehikeln wie Wertpapieren und können quasi jede Form von Finanzierungsinstrument via Blockchain Tokens abbilden, sodass diese an Börsen handelbar werden und ihren Investoren Liquidität ermöglichen.

In dem von Daniel Resas (SMP Law) moderierten Panel mit Gilberto Mokbel (COO bei GSR), Christopher Schütz (Head of Capital Markets bei der Security Token Börse DSTOQ) und Joyce Lai (Law & Technology beim Blockchain-Softwaretechnologie-Unternehmen Consensys) herrschte Einigkeit darüber, dass mittelfristig alle Assets über Security Token abgebildet werden. Dabei wurde vor allem der Wunsch nach mehr Klarheit in der Regulierung geäußert, um so die Potentiale dieses Finanzinstruments in der Breite zu heben. Es wurde positiv hervorgehoben, dass sich die Regulatoren, insbesondere auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), bemühen Lösungen gemeinsam mit der Community zu entwickeln.

 

Nature 2.0 – Eine mögliche Vision der Zukunft

Eines der Highlights war sicherlich der Vortrag von Trent McConaghy, eine Koryphäe in der Blockchain Community, der mit seinen Projekten BigChainDB und Ocean Protokoll insbesondere die Weiterentwicklung der Verbindung von Blockchain und Künstlicher Intelligenz (KI) vorantreibt. Trent teilte seine Zukunftsvision von einer Nature 2.0, in der Gegenstände wie Autos sich selbst gehören, verwalten und das Geld, das sie einnehmen an die Gesellschaft zurückgeben. Grundlage dieser Vision ist die Kombination von KI und Blockchain, die eine Symbiose von Biologie und Maschinen ermöglicht und so in eine Zukunft des Überflusses (abundance) führt. Seine Ansätze boten viel Diskussionsstoff für die Pause. Für mehr Informationen empfiehlt sich Trents Medium Artikel zu dem Thema „Nature 2.0 – The Cradle of Civilization gets an Upgrade“.

 

Global Blockchain Community

Auch im letzten Panel des Tages zur „Global Blockchain Community“ wurde deutlich, dass Blockchain ein durch und durch globales Phänomen ist, in dem gerade auch in asiatischen Ländern wie China oder Südkorea viele Talente ihre Projekte vorantreiben. Lasse Clausen, Co-Founder des Frühphasen-Token-Investmentfund 1kx und Gastgeber der Dezentral, moderierte das hochkarätig besetzte Panel mit Blockchain-Enthusiasten wie dem in Berlin lebenden Schweizer Bryan Fabian Crane, Mitgründer des bekannten Epicenter Podcasts oder dem Chinesen Guo Chen, CEO des Blockchain Startups Neutral.

Es wurde mehrfach betont wie einzigartig und bedeutend das Berliner Ökosystem als einer der Blockchain Hubs in der Welt ist, in dem aktuell über 280 Blockchain Projekte ihr Zuhause haben. Und dass dieser Fakt eine große Chance für Deutschland und Europa bietet die Entwicklung dieser neuen Industrie nicht nur proaktiv mit zu gestalten, sondern voranzutreiben.

Insgesamt war die Dezentral eine gelungene, gut organisierte Konferenz mit großartigen Speakern. Es ist erfreulich zu sehen wie integrativ und konstruktiv die Blockchain-Community ist, immer mit einem Blick darauf, wie die Massenadoption der Blockchain-Technologie mit Verantwortung und Maß erfolgen kann. Zum Abschluss der Dezentral wurde noch ausgelassen genetworkt, bevor sich die meisten Teilnehmer zu einen der vielen (Abend)Events verabschiedet haben. Wir sind gespannt auf die rasanten Entwicklungen bis zur nächsten Berlin Blockchain Week, in Richtung eines Internets der Blockchains – dem Web 3.0.


 

Zur Autorin Christin Friedrich

Christin Friedrich ist Vorstandsvorsitzende des European Crowdfunding Networks (ECN) und leitet dort gemeinsam mit Dr. Conny Weber vom ECN die Arbeitsgruppe „Exploring Blockchain for Alternative Finance“. Sie ist Geschäftsführerin der 2011 gegründeten Crowdinvesting Plattform Innovestment, die sich aktuell auf einem rapide wandelnden Markt neu ausrichtet. Zudem ist Christin Mitglied im Ausschuss für Innovation & Technologie der IHK Berlin, in dem sie gemeinsam mit anderen Unternehmern eine Digitalisierungsstrategie für Berlin entwickelt.

Kontakt: XING | LinkedIn



Fotos: Dezentral

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Der Schwarm wächst: Trends, Potentiale und Ausblick https://www.crowdfunding.de/der-schwarm-waechst-trends-potentiale-und-ausblick/ https://www.crowdfunding.de/der-schwarm-waechst-trends-potentiale-und-ausblick/#respond Tue, 25 Sep 2018 09:31:07 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1527754 Der Artikel „Der Schwarm wächst“ von crowdfunding.de Herausgeber Michel Harms ist zunächst […]

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Der Artikel „Der Schwarm wächst“ von crowdfunding.de Herausgeber Michel Harms ist zunächst in der Sonderausgabe der Fondszeitung „Sachwerte Digital“ 09/2018 erschienen. Ein PDF der Fondszeitung kann kostenfrei per Mail angefordert werden: nadine.dost@welther-verlag.de

Der Schwarm wächst

Das gesamte seit 2011 in Deutschland investierte Crowdkapital hat im Juni 2018 die 500 Millionen Euro-Marke erreicht. Davon wurden 200 Millionen Euro im Jahr 2017 investiert. Im ersten Halbjahr 2018 hat das Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent zugelegt.

Trends 2018

Die folgenden Trends könnten deutlichen Einfluss auf die weitere Marktentwicklung von renditeorientiertem Crowdfunding nehmen.

Banken und Crowdfunding
Nach verschiedensten Annäherungen von Banken an das Thema Crowdfunding in den letzten Jahren, wie z.B. der Launch der Plattform „GLS Crowd“, gibt es auch 2018 neue Entwicklungen. Die KfW Bank hat eine Kooperation mit der Plattform LeihDeinerStadtGeld bekanntgegeben. Im Rahmen der zweijährigen Pilotphase will die KfW ihr Netzwerk einsetzen, um bei der Suche nach Kommunen zu helfen, die ein Infrastrukturvorhaben über die Crowd finanzieren möchten. Mit „Deutsche Crowdinvest“ ist eine von der Sparkasse Saarbrücken initiierte Crowd-Plattform für Unternehmensfinanzierungen an den Start gegangen.

Institutionelle Investoren
Die Plattformen öffnen sich zunehmend für institutionelle Investoren. Da professionelle Investoren die Möglichkeiten haben, Projekte intensiver zu prüfen, könnten sie in der Rolle als Lead Investoren als Orientierungsinstanz für Kleinanleger dienen. Weiterhin helfen die zusätzlichen Volumina der institutionellen Investoren den Plattformen auf dem Weg in die Profitabilität und somit der Entwicklung des Marktes.

Regulierung
Am 28. Juni 2018 hat der Bundestag einen neuen Gesetzentwurf verabschiedet, welcher das Wertpapierprospektgesetz (WpPG) den europäischen Vorgaben angepasst hat. Das neue WpPG ermöglicht Unternehmen ein öffentliches Angebot von Wertpapieren bis zu einem Emissionsvolumen von maximal acht Millionen Euro, ohne einen Wertpapierprospekt erstellen zu müssen. Die Möglichkeit, Projekte mit höherem Emissionsvolumen als bisher ohne kostenaufwändigen Prospekt platzieren zu können, könnte einen weiteren Wachstumsimpuls setzen.

Potentiale

Drei aktuelle Studien zeigen Tendenzen auf, wohin sich der Markt entwickeln könnte. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet, da jeweils verschiedene Marktteilnehmer befragt wurden: institutionelle Investoren, Immobilienentwickler und Finanzentscheider bei mittelständischen Unternehmen.

Mittelständische Unternehmen – Mezzaninfinanzierungen
Die auf KMU-Finanzierungen spezialisierte Plattform Finnest hat 2017 eine Umfrage unter mittelständischen Unternehmen durchgeführt. Dazu wurden 55 Geschäftsführer und Finanzentscheider aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro befragt. Kernergebnisse:

  • 46 Prozent der Befragten gaben an, bereits aktiv nach zusätzlichen, neuen Finanzierungsquellen zu suchen.
  • Für 31 Prozent wäre die Stärkung der Bilanzstruktur durch Eigenkapital oder Mezzaninkapital aktuell sehr hilfreich.
  • 29 Prozent können sich vorstellen, eine Online-Finanzierung auch einmal für Marketing-Zwecke einzusetzen.

Mittelständische Unternehmen – Crowdlending
Deloitte und das EFAM (Europäische Forschungsfeld Angewandte Mittelstandforschung) der Uni Bamberg haben 244 Entscheider aus mittelständischen Unternehmen befragt. Der Umsatzmedian der teilnehmenden Unternehmen lag bei 10 Millionen Euro. Die 2018 veröffentlichte Studie folgt einer ersten Umfrageerhebung im Jahr 2015. Kernergebnisse:

  • 50 Prozent der befragten Unternehmen kennen Crowdlending.
  • 14 Prozent haben Interesse an der Finanzierung über Crowdlending-Plattformen. Im Jahr 2015 lag der Wert noch bei 3 Prozent.

Entwickler und institutionelle Investoren – Immobilien-Crowdfunding
Im Mai 2018 hat EY Real Estate eine Studie zu Immobilien-Crowdfunding veröffentlicht. An der Umfrage haben sich insgesamt 64 Teilnehmer aus den Segmenten Plattformen, institutionelle Investoren und Projektentwickler beteiligt. Kernergebnisse:

  • 25 Prozent der Immobilienentwickler planen zukünftig über Crowdfunding-Plattformen Kapital zu beschaffen.
  • Auf die Frage, ob sie Crowdfinanzierungen als für sich geeignetes Anlagevehikel sehen, haben 39 Prozent der institutionellen Investoren mit „Ja“ oder „eher Ja“ geantwortet.

Die verschiedenen Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass bei potentiellen Kapitalnachfragern und -anbietern erhebliches Interesse an Crowdfinanzierungen besteht. Dennoch sollte man beim Aufstellen von konkreten Wachstumsszenarien vorsichtig sein.

So erklären auch die Studienautoren der EY Immobilienstudie, dass es zwar Raum für deutliches Wachstum gäbe, es aber nicht so schnell gehen wird, da viele Investoren und Projektentwickler erstmal Vertrauen in das Vehikel gewinnen müssten.

Ausblick

Es ist davon auszugehen, dass zwischen der Entwicklung des Vertrauens in das Vehikel und dem Vertrauen in einzelne Anbieter beziehungsweise Plattformen eine Wechselwirkung besteht. Vermelden Anbieter pünktliche Rückzahlungen oder andere positive Erfolgsmeldungen, stärkt dies das Finanzierungsprinzip in der öffentlichen Wahrnehmung. Eine Häufung von Ausfällen oder mögliche Skandale bewirken das Gegenteil. Von daher ist es im Interesse aller langfristig orientierten Marktteilnehmer, wenn im Dialog mit dem Gesetzgeber und dem Verbraucherschutz Mechanismen geschaffen werden, die es unseriösen Anbietern erschweren, im Markt Fuß zu fassen.

In Bezug auf ihre Marketingkommunikation gegenüber Anlegern sind Anbieter gut beraten keine falschen Erwartungen zu wecken. Zinsvergleiche zum einlagegesicherten Tagesgeld oder Betonrendite-Assoziationen bei Immobilien-Crowdinvestments sind da sicherlich nicht dienlich. Nur Kleinanleger die sich der Risiken vollends bewusst sind, können mit möglichen Ausfällen entsprechend professionell umgehen. Digitalisierung heißt nicht nur, dass Anbieter ihre Werbebotschaften zielgenauer ausspielen und Zeichnungsprozesse beschleunigen können. Digitalisierung heißt auch, dass verärgerte Kunden mit ihrer Enttäuschung völlig neue Reichweiten erzielen. Sich in den sozialen Medien entfaltende Kundenenttäuschung kann sich mittlerweile auf die Börsenkurse der betroffenen Unternehmen auswirken.

Es bleibt zu wünschen, dass sich der Markt auf Basis realistischer Erwartungshaltungen stetig qualitativ und quantitativ weiterentwickelt und so langfristig sein volles Potential entfaltet. Dann ist es auch möglich, dass die Phase ausbleibt, die nach dem Hype-Cycle Modell von Gartner auf den „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ folgt, nämlich „Das Tal der Enttäuschungen“.

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Deutsche Banken im Crowdfunding-Check https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/ https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/#respond Sun, 16 Sep 2018 08:19:58 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1090934 „Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von […]

Der Beitrag Deutsche Banken im Crowdfunding-Check erschien zuerst auf www.crowdfunding.de.

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„Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von Slava Rubin, dem Gründer der US Crowdfunding-Plattform Indiegogo, in einem Interview im Jahr 2014.

2015 sind wir in einer ersten Bestandsaufnahme der Frage nachgegangen, inwieweit sich deutsche Banken dem Thema Crowdfunding geöffnet haben.

Wie ist der aktuelle Status? Im Crowdfunding-Check listen wir alle deutschen Banken, die sich nach außen erkennbar mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Sollte das Crowdfunding-Angebot einer Bank fehlen, freuen wir uns über eine kurze Mitteilung.

Letztes Update am 16.09.2018 (Ergänzung: VR-Crowd )

Banken mit eigenen Crowdfunding-Plattformen

Hinweis: Die hier genannten Plattformen sind mit den Markenlogos der jeweiligen Banken beflaggt, allerdings werden sie nicht immer von den Banken selbst betrieben. Informationen zur Betreibergesellschaft finden sich unter „mehr Infos“ oder im Impressum der Plattform.

Spenden
Crowdfunding
Rendite
Crowdfunding
Baden-Württembergische Bank JaBW Crowd
www.bw-crowd.de
mehr Infos
JaMain Funders
Crowdlending für Kunden
mehr Infos im Interview
Evangelische Bank

JaZusammen Gutes Tun
www.zusammen-gutes-tun.de
mehr Infos
GLS Bank JaJaGLS Crowd (Crowdinvesting)
www.gls-crowd.de | Infos

Gemeinschaftscrowd (Spenden)
gemeinschaftscrowd.de| Info
IBSH Förderbank Jawir bewegen SH
www.wir-bewegen.sh
mehr Infos
Sparkasse JaJa99 Funken
www.99funken.de
mehr Infos

Einfach.Gut.Machen.
www.einfach-gut-machen.de

Deutsche Crowdinvest
www.deutsche-crowdinvest.de
mehr Infos
PSD Bank Köln eG JaMehr durch gemeinsam
www.mehr-durch-gemeinsam.de
Volksbanken Raiffeisenbanken JaJaViele Schaffen Mehr
www.viele-schaffen-mehr.de
mehr Infos
http://www.vr-crowd.de
Kooperation VR Würzburg und CrowdDesk

Weitere Crowdfunding-Aktivitäten von Banken

Banken, die sich über Kooperationen, Studien, Werbeanzeigen oder andere Aktivitäten dem Thema „Schwarmfinanzierung“ nähern.
Triodos Bank Beteiligung und Kooperation
Die Triodos Sustainable Finance Foundation hat Anteile an bettervest erworben. Die Triodos Bank will vertriebsseitig kooperieren | mehr Infos
Consors Bank Werbekooperation
Präsentation einzelner Crowdinvesting-Plattformen | Seite anschauen
Deutsche Bank Studie
DB Research (2014): "Die digitale (R)evolution im Finanzsektor" | Download

Marketing
Anzeigenschaltung zum Thema "Crowdfunding". Link geht auf Landingpage mit Crowdfunding-Infos und Hinweisen auf das eigene, klassische Kreditangebot. | Landingpage anschauen
KfW Bank Kooperation
Die KfW Bankengruppe unterstützt die Crowdlending-Plattform LeihDeinerStadtGeld als „ideeller“ Sponsor auf der Suche nach kommunalen Infrastrukturprojekten.
mehr Infos
L-Bank Kooperation
Möglichkeit der Kombination eines Crowdfunding bei Startnext mit einem Mikrokredit | www.mikrocrowd.de
Sparkasse Studien Sponsoring
EFNW, Uni Oldenburg (2014): "Zukunftsperspektiven im Crowdinvesting" | Download

Marketing
Schaltung von Sponsored Posts zum Thema Crowdfunding mit Hinweisen und Links auf das eigene, klassische Kreditangebot | Beispiel für einen Sponsored Post
Investitionsbank Berlin Kooperation
Kombination eines Crowdfunding bei Startnext mit einem Kredit | www.startnext.com/pages/ibbmikrocrowd
Sparkasse Spenden-Partnerpage
Partnerpage der BBBank bei Startnext | www.startnext.com/pages/bbbank-crowdfunding

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Foto: unsplash.com

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Der Wissenstest für Crowdinvestoren https://www.crowdfunding.de/crowd-anleger-wissen-test/ https://www.crowdfunding.de/crowd-anleger-wissen-test/#comments Thu, 02 Aug 2018 09:38:00 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1497727 Disclaimer Die Fragen und Antworten wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt […]

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Disclaimer
Die Fragen und Antworten wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und recherchiert. Eine Haftung für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden.

Lesetipps

Eine Übersicht mit weitergehenden Informationen zu den Themen aus dem Wissenstest.

Crowdinvestment-Checklisten
→ Checkliste für Immobilien-Projekte
→ Checkliste für Solaranlagen-Projekte

Steuern
→ Fachbeitrag „Steuerliche Berücksichtigung von Ausfällen beim Crowdfunding“

Anleger-Psychologie
→ Artikel „Psychofallen und Denkfehler beim Crowdinvesting“

Marktdaten
→ Crowdinvest Marktreport 2017
→ Crowdinvest Insight 500 Mio

5 Tickets zu gewinnen Verlosung abgeschlossen

crowdfunding.de hat 5 Tickets für das Symposium „Sachwerte Digital“ am 27.09.2018 in Frankfurt verlost. www.sachwerte-digital.de

Durchschnittliche Ergebnisse der bisherigen Teilnehmer

Zwischenauswertung der Ergebnisse | 218 Teilnehmer (Stand 04.09.18)

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Crowdinvestments: Die 500 Mio. Euro Marke ist geknackt! https://www.crowdfunding.de/crowdinvestments-die-500-mio-euro-marke-ist-geknackt/ https://www.crowdfunding.de/crowdinvestments-die-500-mio-euro-marke-ist-geknackt/#comments Tue, 19 Jun 2018 06:03:43 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1467889 Das gesamte in Deutschland investierte Crowdkapital hat im Juni 2018 die 500 […]

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Das gesamte in Deutschland investierte Crowdkapital hat im Juni 2018 die 500 Mio. Euro Marke erreicht. Renditeorientiertes Crowdfunding ist 2011 mit Startup-Investments gestartet und hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt.

Der ‘Crowdinvest Insight‘ von crowdfunding.de dokumentiert die Entwicklungen der letzten Jahre. Dabei werden die Investmentsegmente, die Beteiligungsmodelle, die Plattformlandschaft und der aktuelle Anlagestatus der 500 Mio. Euro betrachtet.

Key Insights

  • Das gesamte in Deutschland investierte Crowdkapital hat im Juni 2018 die 500 Mio. Euro Marke erreicht.
  • Über die Hälfte der seit 2011 investierten 500 Mio. Euro wurden innerhalb der letzten 15 Monate platziert.
  • Immobilienprojekte stellen aktuell das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvestment-Segment.
  • Bei den Beteiligungsformen kam es zu einer Verlagerung von stillen Beteiligungen zu Nachrangdarlehen.
  • Auf die drei umsatzstärksten Plattformen entfällt über 50% des Gesamtvolumens (280 Mio. Euro).
  • Der Großteil der Crowdinvestments ist noch „aktiv“.
  • Berlin ist mit einem zugeflossenen Crowdkapital von 96 Mio. Euro die Crowdinvest-Hauptstadt.

 

Kostenfreier Download „Crowdinvest Insight, Juni 2018“

PDF-Download: Crowdinvest Insight – 500 Mio. Euro

 

Grafik

Grafik Crowdinvest-Entwicklung

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Kontinuierlich wachsende Akzeptanz von Crowdfunding https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-barometer/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-barometer/#respond Thu, 07 Jun 2018 08:00:22 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1460841 Die Bekanntheit von Crowdfunding nimmt seit Jahren zu. Dies zeigt das Crowdfunding […]

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Die Bekanntheit von Crowdfunding nimmt seit Jahren zu. Dies zeigt das Crowdfunding Barometer von
crowdfunding.de, das seit 2015 jährlich die gesellschaftliche Akzeptanz der alternativen
Finanzierungsform untersucht.

Im Rahmen der Erhebung werden 1.000 Menschen befragt (Deutschland online-repräsentativ ab 18
Jahren), ob sie von Crowdfunding gehört haben, wissen, um was es sich dabei handelt und ob sie sich
schon einmal finanziell an einem Projekt beteiligt haben.

Die diesjährige Befragung zeigt einen erneuten Anstieg der untersuchten Werte „Bekanntheit“,
„Verständnis“ und „Beteiligung“. Mittlerweile haben über 67,4% der Befragten von Crowdfunding gehört, 36,7% wissen, worum es sich dabei handelt, und 17,7% haben sich schon einmal finanziell bei einem
Projekt engagiert.

Ein Blick auf die Demographie verdeutlicht, dass sich Crowdfunding im Laufe der Zeit ganz natürlich
weiter etablieren werden wird. Denn bei der nachwachsenden „Digital Native“ Generation ist die digitale und direkte Finanzierungsform überdurchschnittlich weit verbreitet.

Download der Studie

>PDF-Download: Crowdfunding Barometer 2018

 

Grafiken<

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]]> https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-barometer/feed/ 0 „Es gibt Raum für deutliches Wachstum“ – Interview zur EY Immobilien-Crowdfunding-Studie https://www.crowdfunding.de/interview-zur-ey-immobilien-crowdfunding-studie/ https://www.crowdfunding.de/interview-zur-ey-immobilien-crowdfunding-studie/#respond Thu, 07 Jun 2018 05:38:58 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1457036 Jeder vierte Entwickler plant Immobilienprojekte über Crowdfunding zu finanzieren. Dies geht aus […]

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Jeder vierte Entwickler plant Immobilienprojekte über Crowdfunding zu finanzieren. Dies geht aus der im Mai 2018 von EY Real Estate veröffentlichten Crowdfunding-Studie hervor. An der Untersuchung haben sich insgesamt 64 Teilnehmer aus den Segmenten Plattformen, institutionelle Investoren und Projektentwickler beteiligt.

Im Interview berichten die beiden Studienautoren Paul von Drygalski (Executive Director, EY Real Estate) und Benedikt Huber (Manager, EY Real Estate) über die wichtigsten Ergebnisse und geben einen Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.

crowdfunding.de: Für Ihre Studie haben Sie auch institutionelle Investoren befragt. Welche Rolle spielen diese mittlerweile beim Crowdfunding? Kann man noch von Crowdfunding sprechen?

Paul von Drygalski: Crowdfunding ist als direkte Anlagemöglichkeit für Privatanleger gestartet. Mittlerweile suchen aber auch professionelle Investoren eine attraktive Rendite durch Crowdfunding.

Benedikt Huber: Das Entscheidende beim Crowdfunding ist der digitale Investmentprozess. Dieser funktioniert losgelöst von Intermediären wie Banken oder Investmenthäusern. Durch die Digitalisierung der Prozesse können neben Privatanlegern auch semiprofessionelle und kleinere institutionelle Investoren selbst Investmentprojekte auswählen.

Ihre Studie zeigt, dass jeder vierte befragte Investor und Projektentwickler ein Crowdfunding plant. Was für ein Marktpotential kann man aus diesem Umfrageergebnis ableiten?

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Paul von Drygalski

Paul von Drygalski: Dieses Ergebnis aus unserer Studie beflügelt natürlich die Fantasie. Es gibt tatsächlich Raum für deutliches Wachstum. Man sollte die Zahlen allerdings nicht 1:1 hochrechnen.

Benedikt Huber: Außerdem wird es nicht so schnell gehen. Viele Investoren und Projektentwickler müssen erstmal Vertrauen in das Vehikel gewinnen.

Aus welchem Motiv sucht ein Projektentwickler Kapital über die Crowd?

Benedikt Huber: Die Vergleichbarkeit mit klassischen Kapitalquellen dürfte hier ein ausschlaggebender Faktor sein. Dies ist unter anderem eines der Ergebnisse unserer Studie. Bei der Transaktionssicherheit, den Konditionen und der Platzierungsgeschwindigkeit werden keine Unterschiede wahrgenommen. Crowdfunding ist insofern durchaus vergleichbar mit Mezzanine Fonds oder Finanzierungen über Family Offices.

Sehen Sie die Gefahr, dass der öffentlichen Crowd auf den Plattformen vor allem die Projekte präsentiert werden, die für Family Offices nicht attraktiv genug sind?

Paul von Drygalski: Das denke ich nicht. Die Plattformen werden es sich nicht erlauben können ihren Anlegern „schlechte“ Projekte zu präsentieren. Der Markt ist groß genug für professionelle Investoren und für Crowd-Anleger.

Der Großteil der von Ihnen befragten Plattformen sieht das Kleinanlegerschutz als Hindernis. Was wird konkret bemängelt?

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Benedikt Huber

Benedikt Huber: Zum einen sicherlich die Begrenzung auf 2,5 Mio. Euro, die es schwierig macht Projekte mit großem Kapitalvolumen zu finanzieren. Es lässt sich derzeit beobachten, dass die Plattform vermehrt Anleihen anbieten. Zum anderen dürfte die Beschränkung auf qualifizierte Nachrangdarlehen als Investmentform eines der Hindernisse darstellen, da hier je Investor ein eigener Darlehensvertrag abgeschlossen und anschließend auch verwaltet werden muss.

Laut Ihrer Studie wünschen sich Investoren und Projektentwickler einen Kapitalmarktprospekt. Das hat mich verwundert, ich dachte die Plattformen schätzen die Prospektfreiheit?

Benedikt Huber: Ein Prospekt ist zwar kein Gütesiegel, eine gewisse positive Signalkraft geht allerdings durchaus davon aus. Plattformen sind es durch das Umstellen auf andere Investorentypen gewohnt Memoranden aufzustellen. Da macht ein Prospekt sicherlich keinen Umstand und bringt für die Ansprache von semi-institutionellen und institutionellen Investoren klare Vorteile.

Wird aus Deutschland grundsätzlich in internationale Immobilienprojekte investiert? Kann man ableiten, inwieweit sich deutsche Anleger auch an internationalen Crowdinvestment-Projekte beteiligen würden?

Benedikt Huber: Deutsche Immobilienprofis investieren international, Beispiele sind hier unter anderem die bekannten offenen Immobilienfonds der Sparkassen-Gruppe und Volks- und Raiffeisenbankengruppe. Und auch für private Anleger gibt es entsprechende Produkte. Bezogen auf das Crowdinvestment gibt es bereits erfolgreich umgesetzte Beispiele für Projekte im Ausland, die der deutschen Regulierung unterlagen. Im Europäischen Raum ist das relativ einfach darzustellen, komplex wird es außerhalb Europas.

Paul von Drygalski: Internationale Märkte bieten Investoren grundsätzlich Anlagechancen mit anderen Rendite-Risikoprofilen. Investments in Märkte die „aktuell am Boden liegen“ sind für opportunistische Anleger geeignet. Für eher risikobewusste Anleger eignen sich eher stabilisierte Märkte.

63 % der in Ihrer Studie Befragten halten den Eintritt von internationalen Wettbewerbern in den deutschen Crowdfunding Markt für wahrscheinlich. Halten Sie es für realistisch, dass eine internationale Plattform ohne lokale Expertise hierzulande erfolgreich sein kann?

Paul von Drygalski: Für internationale Anbieter ist es notwendig eine lokale Plattform zu etablieren. Die kann entweder durch den Aufbau einer neuen Plattform oder durch den Aufkauf eines bestehenden Anbieters geschehen. In jedem Fall ist es zwingend notwendig lokales Markt Know-how aufzubauen. Bei internationalen Immobilieninvestoren konnte man in der Vergangenheit beobachten, wie schwer es gelang lokale Expertise aufzubauen.

Welche Entwicklungen sehen Sie für den deutschen Immobilienmarkt?

Paul von Drygalski: Mit dem EY Trendbarometer verfolgen wir seit vielen Jahren den Immobilien-Investmentmarkt. Seit der Finanzkrise 2007/08 lässt sich ein Anwachsen des Transaktionsvolumens im deutschen Markt beobachten. Professionelle Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich das Transaktionsvolumen mittelfristig auf einem hohen Niveau stabilisiert.

Benedikt Huber: Genau, das ist aktuell der Konsens im Markt.

Paul von Drygalski: Voraussetzung ist natürlich ein stabiles wirtschaftliches und politisches Umfeld und eine stabile nutzerseitige Nachfrage. Internationale Krisenherde, von denen es derzeit leider einige gibt, könnten das Potenzial haben, diese Stabilität ins Wanken zu bringen.

Welchen Einfluss hätte ein Preisrückgang bei den Immobilien für den Crowdfunding-Markt?

Benedikt Huber: Bei einem leichten Preisrückgang sollte es nicht gleich „reihenweise“ zu Ausfällen bei Crowd-Projekten kommen. Es ist Common Sense, dass sich Entwickler mit 10-15% Eigenkapital bezogen auf die Gesamtinvestitionskosten beteiligen. Zusätzlich ist meist eine Gewinnmarge von 10-20% einkalkuliert. Ein gewisser Puffer ist folglich vorhanden. Dennoch könnte es vermehrt zu Situationen kommen, in denen sich die Frage stellt, wann und wie das Geld zurückgezahlt wird.

Paul von Drygalski: Das gilt für laufende Projekte. Weiterhin würden vermutlich weniger neue Projekte finanziert. Das aktuelle Zinsumfeld wirkt sich momentan positiv auf die Marktentwicklung und somit auch auf das Projektentwicklungsvolumen aus. Zurzeit ist es günstig Immobilien zu finanzieren. Wenn die Zinsen wieder spürbar anziehen, werden auch andere Anlagealternativen wieder interessanter.

Vielen Dank für das Interview!

 

Download der Studie
zum PDF- Download der EY-Studie

Titelfoto: PEXELS / EY

Der Beitrag „Es gibt Raum für deutliches Wachstum“ – Interview zur EY Immobilien-Crowdfunding-Studie erschien zuerst auf www.crowdfunding.de.

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https://www.crowdfunding.de/interview-zur-ey-immobilien-crowdfunding-studie/feed/ 0
Crowdinvesting ohne Plattform: Vorteile und Risiken https://www.crowdfunding.de/crowdinvesting-ohne-plattform-vorteile-und-risiken/ https://www.crowdfunding.de/crowdinvesting-ohne-plattform-vorteile-und-risiken/#respond Fri, 18 May 2018 10:54:33 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1446476 Text: Robert Fanderl Der typische Weg eines Crowdfundings führt über eine Plattform. […]

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Text: Robert Fanderl

Der typische Weg eines Crowdfundings führt über eine Plattform. Zur Realisierung einer Idee oder eines Projektes wendet sich ein Unternehmen an eine Plattform beziehungsweise dessen Betreiber, damit das Konzept auf der Plattform vorgestellt wird und die benötigten Finanzierungsmittel von der Crowd eingesammelt werden können.

Die Plattformen führen vor dem Funding-Start eine mehr oder weniger detaillierte Prüfung des Finanzierungsvorhabens durch und bereiten bei positivem Abschluss der Prüfung alle rechtlich notwendigen und vertrieblichen hilfreichen Dokumente für das Crowdinvesting vor. Auch während der Laufzeit des Projektes erbringen die Plattformen unterschiedliche Dienstleistungen wie zum Beispiel Anlegerbetreuung, regelmäßiges Reporting oder die Aufbereitung steuerlicher Unterlagen.

Es gibt aber mittlerweile zunehmend Projekte, die nicht über eine Plattform im klassischen Sinne laciert werden. Das Crowdfunding erfolgt scheinbar in Eigenregie. Tatsächlich wird die individuelle Projektseite aber nicht vom Projektinhaber selbst, sondern von einem Vermittler mit Erlaubnis nach § 34f GewO betrieben. Aktuelle Beispiele sind:

Henniger am Turm | Brauhaus in Frankfurt
Webseite: www.brauhaus-crowd.de
Vermittler: CrowdDesk GmbH

Hotel Christoph | 4-Sterne Familien-Aktiv Hotel in Tirol
Webseite: www.investieren.hotel-christoph.com
Vermittler: bankless24 GmbH

Green City | 400 Elektro-Roller für ein Sharing-System in München
Webseite: www.greencity-crowd.de
Vermittler: eueco GmbH

Risiken für die Crowd

Das „Investieren ohne Plattform“ birgt einige zusätzliche Risiken für die Crowd. Die unabhängigen Crowdplattformen werben üblicherweise mit dem Hinweis, eine fundierte Vorauswahl hinsichtlich der Projekte zu treffen, die letztlich auf die Plattform gelangen, sie stellen ein laufendes Reporting über die Projektfortschritte in Aussicht und versprechen eine nicht näher umschriebene Hilfestellung, sollte tatsächlich einmal ein Projekt in Schieflage geraten. Ferner versprechen die Plattformbetreiber meist, dass sie bei der Erstellung des Finanzierungskonzepts darauf achten, dass die Crowd eine angemessene Verzinsung und ein faires Vertragswerk erhält. Auch wenn die Plattformen diese umfangreichen Versprechungen nicht vollständig erfüllen werden (können), sorgen sie doch für einen gewissen Interessenausgleich oder können eine Art Kontrollinstanz darstellen. Bei einem unmittelbaren Investment ohne Plattform gibt es überhaupt keinen fremden Dritten, der die Wirtschaftlichkeit des Projekts und die Angemessenheit der Verzinsung unter die Lupe nimmt. Die Anleger müssen also entweder darauf vertrauen, dass das angebotene Projekt „sauber“ aufgesetzt ist oder selbst noch tiefer in die Prüfung der Wirtschaftlichkeit und der Verträge einsteigen.

Vorteile für die Crowd

Der Anleger können durch den Wegfall der vertriebsbezogenen (Plattform-)Kosten von einer attraktiveren Rendite profitieren, sofern der Anbieter einen Teil der eingesparten Kosten weitergibt.

Die Risiken für die Anbieter

Wenn ein Anbieter über eine Plattform ein Funding initiiert, profitiert er vom Bekanntheitsgrad der Plattform und von deren Fähigkeit, Crowdinvestoren zu mobilisieren. Er setzt also auf die Platzierungsstärke der Plattform und kurze Fundingzeiten. Wer sich gegen eine Plattform entscheidet und in Eigenregie ein Funding durchführen will, braucht einen eigenen etablierten Marktzugang und eine breite Kunden- oder zumindest Interessentenbasis wie zum Beispiel Newsletter-Abonnenten, denn die potentiellen Anleger müssen vom Anbieter selbst im hohen Grade mobilisiert werden. Ist die Zahl potentieller Anleger zu gering oder gelingt die Mobilisierung nicht, droht die Finanzierung des Projekts zu scheitern. Fraglich ist auch, ob der Anbieter den administrativen Aufgaben einer Anlegerbetreuung gewachsen ist. Eine derartige Dienstleistung gehört nämlich meist nicht zum Kerngeschäft eines Start-ups oder eines Immobilien-Projektenwicklers.

Die Vorteile für Anbieter

Anbieter, die in Eigenregie, also ohne Plattform emittieren, sind freier in der Gestaltung der Konditionen/Verträge und können diese so besser auf ihre individuellen Verhältnisse abstimmen. Sie müssen ihr Projekt auch keiner thematischen Zuordnung einer Plattform unterwerfen und sind freier in der individuellen Präsentation des Fundings. Zudem können sich Anbieter, die in Eigenregie emittieren, möglicherweise Kosten sparen. Es entfallen nämlich die Kosten für die Dienstleistungen einer Plattform. Andererseits fallen Kosten für die Einrichtung einer eigenen Funding-Page und die Einbindung eines Vermittlers nach $ 34f GewO an.

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