www.crowdfunding.de https://www.crowdfunding.de Crowdfunding Informationsportal Thu, 20 Jul 2017 23:40:10 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 In eigener Sache: 10 Jahre crowdfunding.de – Die Meilensteine https://www.crowdfunding.de/10-jahre-crowdfunding-de-die-meilensteine/ https://www.crowdfunding.de/10-jahre-crowdfunding-de-die-meilensteine/#comments Thu, 06 Jul 2017 06:35:52 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1167269 Vor 10 Jahren – im Sommer 2007 – ging die Internet-Seite www.crowdfunding.de […]

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Vor 10 Jahren – im Sommer 2007 – ging die Internet-Seite www.crowdfunding.de an den Start. Ausgangspunkt bildet eine universitäre Forschungsarbeit zu Crowdfunding. Seitdem hat sich viel getan. Die wichtigsten Meilensteine im Rückblick.

Masterarbeit Crowdfunding

Die im Juli 2007 an der Vrije Universiteit Amsterdam eingereichte Masterarbeit untersucht die Motivation von Menschen, sich finanziell an einem Crowdfunding-Projekt zu beteiligen. Ausgehend von der These „Marktversagen durch Digitalisierung“ wird das Crowdfunding-Prinzip als Finanzierungs-, Marketing- und Innovationsinstrument erstmals grundlegend untersucht. > zum PDF-Download der Masterarbeit

crowdfunding.de geht online

www.crowdfunding.de wird angemeldet. Den Inhalt der Webseite bildet zunächst eine Grafik mit dem Titel „The Beauty of Crowdfunding“. Interessierte werden aufgerufen, sich per Mail zu melden.

 

Erste Anfragen per E-Mail

Nachdem in den USA die Plattformen Indiegogo (2008) und Kickstarter (2009) gestartet sind und das Thema Crowdfunding dortzulande Fahrt aufnimmt, treffen die ersten Mail-Anfragen bei crowdfunding.de ein. Die Informationsarbeit konzentriert sich in den Jahren auf Auskünfte per E-Mail.

 

Start als Informationsportal

2010 nehmen in Deutschland die ersten Crowdfunding-Plattformen ihre Arbeit auf. 2011 werden die ersten deutschen Crowd-Projekte in nennenswertem Umfang finanziert. In dem Jahr fällt dann auch der Startschuss für crowdfunding.de. Das erklärte Ziel ist es, als unabhängiges Informationsportal zur Weiterverbreitung des Crowdfunding-Gedanken beizutragen.

Erster Gastartikel: „Finanzierung, wenn Geld nicht genug ist“

Im Blog des philosophischen Wirtschaftsmagazins agora42 erscheint der erste Gastartikel von crowdfunding.de unter dem Titel „Finanzierung, wenn Geld nicht genug ist“.  > zum Blogeintrag

 

Stetige Weiterentwicklung von Crowdfunding und crowdfunding.de

Das im Dezember 2011 erfolgreich durchgeführte Stromberg-Crowdfunding sorgt für ein großes Medienecho und verschafft der alternativen Finanzierungsform Aufmerksamkeit. In den folgenden Jahren gehen viele neue Plattformen mit unterschiedlichsten Ausrichtungen an den Start. crowdfunding.de baut sein Informationsangebot stetig aus und listet alle aktiven Plattformen.

 

Entwicklung vom Crowdfunding Kompass

Um Interessierten grundlegende Orientierung zu geben, wird der Crowdfunding Kompass erstellt. Das entwickelte Modell stellt die unterschiedlichen Crowdfunding-Ausrichtungen mit Hilfe von Beispielen übersichtlich dar. > zum Kompass

Neues Logo

Das aktuelle Logo wird entwickelt. Seitdem heißt es: „crowdfunding.de – nur echt mit der Ecke!“

 

Crowdfunding Barometer

crowdfunding.de führt erstmals eine repräsentative Umfrage durch, um herauszufinden, wie bekannt und akzeptiert Crowdfunding in Deutschland ist. Das Crowdfunding Barometer erscheint seitdem jährlich. > zum aktuellen Barometer

Plattform-Suche 

Um bei der wachsenden Anzahl von Plattformen Orientierung zu geben, wird eine neue Suchfunktion integriert. Zum ersten Mal können Interessierte gezielt nach der passenden Plattform suchen. > zur Plattform-Suche

Start Crowdfunding Newsletter 

Im September 2015 erscheint der erste Newsletter von crowdfunding.de. Das E-Mail Update informiert seitdem monatlich über neue Artikel, Marktdaten, Branchen-News und Termine. > alle Newsletter im Überblick

 

Professionalisierung

Nachdem crowdfunding.de jahrelang unkommerziell betrieben wurde, wird 2016 ein Finanzierungskonzept entwickelt. Dadurch soll die Aufrechterhaltung und der Ausbau des unabhängigen Informationsportals ermöglicht werden. Dabei kommen drei Finanzierungsbausteine zum Tragen: bezahlte Vorträge, Werbeanzeigen und Affiliate-Links. > mehr Infos 

Crowdinvesting Marktreport

Anfang 2016 erscheint der erste „Crowdinvesting Marktreport“. Er zeigt Volumen, Wachstum und Marktanteile des deutschen Marktes. > zum aktuellen Marktreport

Crowdinvesting Erfolgsmonitor

Nach 5 Jahren Crowdinvesting in Deutschland veröffentlicht crowdfunding.de erstmals eine umfassende Performance-Analyse der neuen Anlageklasse. > zum PDF-Report

Launch crowdinvest.de

Die neu geschaffene, offene Datenbank erfasst laufend den aktuellen Anlagestatus von deutschen Crowdinvesting-Projekten. So soll Transparenz geschaffen und eine kontinuierliche Erfolgskontrolle ermöglicht werden. > zu www.crowdinvest.de

Checkliste Immobilien-Crowdinvesting

In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Wirtschaftsjournalisten wird eine ausführliche Checkliste relevanter Kriterien und Risikofaktoren bei Immobilienprojekten entwickelt. > zum kostenlosen Download (für Newsletter-Abonnenten)

 

Zwischenresümee 

Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren aus der Nische in die Breite der Gesellschaft entwickelt. Inzwischen wenden sich etablierte Banken dem Thema zu. 2015 wurde das Wort „Crowdfunding“ offiziell in das Oxford English Dictionary aufgenommen und selbst bei Donald Duck in Entenhausen ist die alternative Finanzierungsform mittlerweile bekannt.

crowdfunding.de hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Aus einer einfachen Kontaktseite für Interessierte ist eine umfassende und laufend aktualisierte Informationsressource geworden:

  • weit mehr als 1.000 individuell beantworte E-Mails mit Fragen zu Crowdfunding (inzwischen haben wir ein FAQ)
  • über 1 Mio. Besucher auf crowdfunding.de
  • über 6.700 Abonnenten für den monatlichen Crowdfunding Newsletter
  • zahlreiche Gastartikel, Interviews sowie Presseberichte, die Zahlen von crowdfunding.de verwenden

Danke für Vertrauen, Unterstützung, Mitarbeit, Austausch und Feedback!

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die crowdfunding.de auf unterschiedlichsten Formen begleiten und so zur Entwicklung des Portals beigetragen haben:

Familie und Freunden für die Rückendeckung, allen, die an crowdfunding.de mitarbeiten und Inhalte beisteuern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, den Mitstreitern aus der Crowdfunding-Branche für den konstruktiven Austausch und nicht zuletzt den Lesern und Leserinnen für das Vertrauen und das Feedback.

 

Überzeugung

crowdfunding.de ist mit der Überzeugung gestartet, dass Crowdfunding Potenziale freilegen und gesellschaftliche Mehrwerte schaffen kann. Die demokratische Finanzierungsform basiert auf den Prinzipien der Teilhabe, Transparenz und Eigenverantwortung. Das Ziel von crowdfunding.de war es immer, diesen Gedanken weiter zu verbreiten und zur Etablierung von Crowdfunding beizutragen. Dieses Ziel wird crowdfunding.de weiterhin verfolgen.

Fokus auf Inhalte

Der Blick auf die inhaltliche Weiterentwicklung der alternativen Finanzierungsform wird auch in Zukunft einen Schwerpunkt von crowdfunding.de bilden, denn Crowdfunding steht in seinen Ausgestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten noch immer am Anfang.

1.000 Ideen

Wir haben viele Ideen, freuen uns auf das, was kommt, und über alle, die crowdfunding.de weiterhin begleiten.

 

KEEP IT REAL!

Michel Harms, Juli 2017

 

 

Auswahl von Gastartikeln, Interviews sowie Presseberichten mit Zahlen von crowdfunding.de

zum Artikel zum Artikel zum Artikel zum Artikel

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Ein Blick in die Zukunft: The Economist Innovation Summit 2017 https://www.crowdfunding.de/ein-blick-in-die-zukunft-the-economist-innovation-summit-2017/ https://www.crowdfunding.de/ein-blick-in-die-zukunft-the-economist-innovation-summit-2017/#respond Wed, 05 Jul 2017 13:47:47 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1175280 Der vom The Economist veranstaltete Innovation Summit fand – nach Stationen in […]

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Der vom The Economist veranstaltete Innovation Summit fand – nach Stationen in Chicago und HongKong – Ende Juni erstmals in Europa in statt. Führungskräfte von Unternehmen wie Airbus, Amazon, Airbnb, Allianz oder Workplace by Facebook teilten auf der Veranstaltung in Berlin ihre Insights zum Thema Innovation.

„Innovation is fresh thinking that creates value“ mit dieser Definition eröffnete Vijay Vaitheeswaran (The Economist) die Konferenz. Inhaltlich ging es um Themen wie künstliche Intelligenz (AI), Blockchain, Drohnen, Zukunft der Arbeit, Grundeinkommen, die Macht der Daten und die Licht- und Schattenseiten der Digitalisierung.

Learnings

Der Verbraucher im Mittelpunkt
Viele der Panel-Teilnehmer betonten, dass der Konsument im Mittelpunkt der Innovationsprozesse steht. Dass das Verständnis der Verbraucherbedürfnisse die Grundlage für unternehmerischen Erfolg ist, ist grundsätzlich nichts Neues. Neu sind jedoch die sich durch die Digitalisierung ergebenden Möglichkeiten. Die Generierung und Analyse von unzähligen Datenpunkten ermöglicht es Unternehmen, die Verbraucher auf eine völlig neue Art zu verstehen und zu beeinflussen.

Messbarmachung von Emotionen
Auf einem Panel wurden die Möglichkeiten diskutiert, Emotionen messbar zu machen. So können z.B. über Kameras Emotionen im Gesicht erfasst und analysiert werden. Dadurch ensteht nach Ansicht der Panelisten die nächste Generation der Verbraucherforschung entstehen. Die Erkenntnisse seien aussagekräftiger als die der klassischen Marktforschung. In der Folge würden Shopping-Erlebnisse nach Gefühlszuständen ermöglicht werden und nicht wie aktuell nach anlassbezogenen Produktkategorien.

Der ideale „Entrepreneur“ im digitalen Zeitalter
Nach Meinung von Dörte Hirschberg (Rocket Internet) vereint der ideale Gründer Fähigkeiten des konzeptuellen Denkens mit unternehmerischen Führungsqualitäten und technischer Expertise. In der Diskussion wurde aber auch zu bedenken gegeben, dass es sich bei den Führungskräften Berliner Startups aktuell vorwiegend eher um „Managertypen“ als um „Unternehmertypen“ handelt.

Die Zukunft der Arbeit
Im Panel zur Zukunft der Arbeit wurden mehrere Trends diskutiert, wie der Rückgang klassischer Hierarchien, die Gig-Economy, in der man mehrere Jobs parallel hat und die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz beim Aufspüren talentierter Arbeitskräfte.

Teil dieser neuen Arbeitswelt will auch facebook mit seinem Angebot „Workplace“ werden. Die speziell auf Unternehmen zugeschnittene Version des sozialen Netzwerkes soll die interne Vernetzung verbessern. Als Vorteil sehen die Macher die Tatsache, dass ein großer Teil der Menschen den Umgang mit facebook gewohnt ist.

Learnings von Amazon
Paul Misener, Vice President Global Innovation Policy and Communications bei Amazon.com, berichtete, wie das Unternehmen seine Innovationsprozesse gestaltet:

  • Ausprobieren und Scheitern wird bei Amazon erwartet. Eine Reihe einzelner Misserfolge kann durch einen großen Erfolg kompensiert werden.
  • Zu Beginn eines Innovationsprozesses wird eine Pressemitteilung geschrieben, die die Idee vorstellt. Diese Mitteilung wird zunächst nicht verschickt, sondern dient dem Projektteam als Ziel und Leitbild bei der Umsetzung der Vision.
  • Das Verbraucherbedürfnis steht immer im Zentrum des Handelns.
  • Die Gruppe der Menschen, die an einer neuen Idee arbeitet, ist idealerweise so groß, dass sie von zwei Pizzen satt wird (2 Pizza Teams).

Licht und Schatten der Digitalisierung

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten zwei Vorträge von Tom Standage (Journalist bei The Economist) und Gerd Leonhard (Zukunftsforscher und Buchautor).

Von der Geschichte lernen
Tom Standage zeigte Beispiele historischer Innovationen und erklärte, was man heute davon lernen kann. So zeigt der Blick auf die Geschichte, dass Expeditionen meist erfolgreicher sind, wenn sie privat und nicht durch öffentliche Mittel finanziert werden. Dies erklärt Standage damit, dass an der Spitze öffentlich finanzierter Unternehmungen oftmals diejenigen stehen, die politisch am besten vernetzt sind, nicht aber diejenigen, die am besten geeignet sind. In Bezug auf die Gegenwart bzw. Zukunft stellt sich dann die Frage, ob es eine private Initiative á la Elon Musk oder eine staatliche Initiative sein wird, die den ersten Menschen auf den Mars schickt.

Der Rückblick zeigt nach Ansicht von Tom Standage deutlich, dass das Aufkommen neuer Medientypen grundsätzlich mit panischen Aufschreien verbunden ist, die einen moralischen Verfall befürchten. Als Beispiele nennt er die Einführung des Telegramms, des Radios oder der Kodak Kompaktkamera. Dies kann als Argument für einen enspannteren Umgang mit den neuen Formen digitaler Kommunikation und Vernetzung gelten.

Digitale Geschäftsethik
Zukunftsforscher Gerd Leonhard zeichnete ein eher düsteres Bild von der Zukunft. Nach seiner Ansicht wird sich die Menschheit („Humanity“) in den nächsten 20 Jahren stärker verändern, als in den letzten 300 Jahren. Er beklagt, dass Unternehmen digitale Angebote schaffen, die das Ziel haben, die Nutzer „abhängig“ zu machen. Nach seiner Befürchtung werden sich die Märkte nicht selbst regulieren. Sie werden es auch nicht von alleine schaffen, Ungleichheit zu besiegen.

Die größte Gefahr liegt seiner seiner Meinung nach darin, dass sich Menschen den Maschinen angleichen. Er skizziert einen Gegenentwurf. Dazu müssten sich die Menschen u.a. zu ihren menschlichen Werten bekennen und für diese einstehen, verantwortlich handeln und den Wohlstand gerecht verteilen. Dass dies kein einfacher Weg sein wird, ist auch Gerd Leonard bewusst, denn „It is easy to sell software. It is hard to sell humanity“.

Fotos

 

Fotos: TheEconomistEvents

Webseite der Veranstaltung: https://events.economist.com/events-conferences/emea/innovation-summit-europe

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Immobilien-Crowdinvesting: Der skalierte Club-Deal https://www.crowdfunding.de/immobilien-crowdinvesting-der-skalierte-club-deal/ https://www.crowdfunding.de/immobilien-crowdinvesting-der-skalierte-club-deal/#respond Sun, 25 Jun 2017 22:28:20 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1164869 Dieser Beitrag ist die Kurzversion eines von sechs Artikeln aus der Fondszeitung […]

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Dieser Beitrag ist die Kurzversion eines von sechs Artikeln aus der Fondszeitung 02/2017 „Digitalisierung, Dynamisierung und die Crowd“. Ein komplettes PDF-Exemplar der aktuellen Fondszeitung kann mit kurzer Mail an mail@welther-verlag.de kostenfrei angefordert werden.

Autor: Dr. Tilman Welther, Herausgeber Fondstelegramm und Fondszeitung

Immobilien als Investmentobjekte haben den Markt des Crowdinvestings aufgerollt. Waren die Platzierungszahlen für Startup- und Immobilienprojekte 2015 mit jeweils rund 20 Millionen Euro noch ungefähr gleichauf, so hat sich 2016 das Volumen bei Immobilien-Projekten verdoppelt, während das Wachstum bei Startup-Finanzierungen stagnierte. Im ersten Drittel des laufenden Jahres setzt sich dieser Trend fort.

Der deutsche Markt

Bislang gibt es – anders als bei Start-up-Finanzierungen über die Crowd – bei Immobilien noch keinen Ausfall. Allerdings sind sich die Anbieter alle darüber im Klaren, dass das höchstwahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit ist.

Mitunter interessieren sich auch solche Projektentwickler für das über Crowdplattformen angebotene Mezzaninekapital, die nicht nur über alternative sondern auch kostengünstigere Finanzierungsmöglichkeiten verfügen würden. Hinzu kommt, dass die meisten Plattformen anbieten, dass man den Darlehensnehmern Fragen stellen kann. Wer die zeitnah und gut beantworten will, hat erheblichen Zusatzaufwand. Warum gehen diese Plattformen nicht bequemere Wege? Für sie besteht ein nicht unwesentlicher Grund, dennoch einen Finanzierungsbaustein über die Crowd darzustellen, darin, dass sich ihr Bekanntheitsgrad außerordentlich steigern kann. Das wiederum kann beispielsweise beim Objektverkauf behilflich sein und zwar sowohl bei den Immobilien, die mit Crowdmitteln gebaut werden, als auch bei anderen Objekten aus dem eigenen Bestand.

Risiken und Sicherungskonzepte

Das qualifizierte Nachrangdarlehen, das einstweilen bevorzugte Investitionsvehikel der Crowd-Immobilieninvestments, hat als Mezzaninekapital einen für Projektentwickler charmanten Doppelcharakter. Es wird von einer finanzierenden Bank wie Eigenkapital betrachtet, weil es im Rang hinter den Ansprüchen der Bank zurücktritt. Je mehr Eigen- und Nachrangkapital in einem Projekt steckt, umso geringer ist das Risiko für die Bank. Aus der Sicht eines Projektentwicklers ist das aufgenommene Nachrangdarlehen jedoch Fremdkapital. Er kann damit sein eigenes finanzielles Engagement und entsprechend sein Risiko reduzieren, denn er muss das Nachrangdarlehen nur dann bedienen, wenn es seine Liquiditätslage hergibt. Ein Anspruch auf Rückzahlung eines qualifizierten Nachrangdarlehens besteht so lange nicht, so lange seine Erfüllung einen Überschuldungs- oder Insolvenztatbestand herbeiführen würde.

Damit wird deutlich, dass der Crowdinvestor ein erhebliches Risiko eingeht. Anders als die Bank, die die Höhe ihres Kredits an der problemlosen Verwertung von Sicherheiten ausrichtet und anders als der Projektentwickler selbst, der zum einen die Problemlösungshoheit hat und zum anderen im Erfolgsfall ungedeckelte Gewinne mitnehmen kann, ist der Nachrangdarlehensgeber darauf angewiesen, dass bei Fälligkeit hoffentlich genug Geld da ist. Volles Risiko, gedeckelte Chancen.

Diesem erhöhten Risiko etwas entgegenzusetzen, bieten die Plattformen verschiedene „Sicherheiten“ an, die jedoch kritisch hinterfragt gehören, ob sie denn auch was taugen. Zu diesen Sicherheiten gehören zum Beispiel Entnahmeverzichte, Bürgschaften oder Grundbucheintragungen. Beim Entnahmeverzicht erklären die Gesellschafter der Darlehensnehmerin, dass sie so lange auf Gewinnentnahmen aus der Projektgesellschaft verzichten, so lange nicht die Darlehen inklusive Verzinsung zurückgeführt wurden. Das klingt im Prinzip gut. Hier kommt jedoch der mezzanine Charakter des Nachrangdarlehens zum Tragen, sowohl Eigen- als auch Fremdkapital zu sein. Wenn es nämlich aus der Sicht der Bank wie Eigenkapital betrachtet wird, so ist es doch aus der Sicht des Darlehensnehmers wie Fremdkapital zu behandeln und entsprechend ohnehin vor Eigenkapitalansprüchen zu bedienen. Mit der Beteuerung eines Entnahmeverzichts wird eigentlich nur werblich hervorgehoben, was gesellschaftsrechtlich ohnehin eine Selbstverständlichkeit ist.

Exporo hat allerdings durch diese Vorgabe in Verbindung mit einer Besonderheit in ihren Verträgen bereits bei ein paar Projekten eine rechnerisch höhere Rendite als die ursprünglich angesetzte darstellen können. In einigen Darlehensverträgen zwischen Exporo und Projektentwicklern steht nämlich, dass der Darlehensnehmer bei einer vorzeitigen Rückführung des Darlehens den Anlegern trotzdem den gesamten Zinsbetrag auszahlen muss, so als wäre die Laufzeit wie geplant eingehalten worden. Zum Beispiel war das Projekt „Globus Villa“ auf eine Laufzeit von 18 Monaten angelegt und eine Verzinsung von 5,5 Prozent pro Jahr vorgesehen. Weil der Projektentwickler EBV das Darlehen aber bereits 9 Monate vor Fälligkeitstermin, also nach der Hälfte der geplanten Laufzeit, zurückführen wollte, verdoppelte sich die Rendite für die Anleger auf 11 Prozent pro Jahr. Beim Exporo-Projekt „Friedrichstraße Koblenz“ kam es sogar rechnerisch zu einer Verdreifachung der geplanten Verzinsung von sechs Prozent per anno. Der Projektentwickler KY Bauunternehmung zahlte bereits nach rund 10 Monaten anstatt nach geplanten zweieinhalb Jahren das Darlehen zurück, und war dann ebenfalls an die Vertragsklausel gebunden, dennoch Zinsen zu zahlen als wäre die Laufzeit eingehalten worden.

Kritische Stimmen geben zu bedenken, dass solchen Vertragsklauseln nur aus einer Position der Schwäche zugestimmt wird, was wiederum Indiz für ein erhöhtes Bonitätsrisiko beim Darlehensnehmer sei. Die Frage nach der Bonität stellt sich natürlich auch bei Bürgschaften, die nicht regelmäßig aber doch vergleichsweise häufig als Sicherheit angeboten werden. Zumeist ist es der Geschäftsführer oder Inhaber der Projektentwicklungsgesellschaft, der schriftlich erklärt, für den gesamten Betrag inklusive Verzinsung zu bürgen. Vermutlich wird der Eigentümer einer größeren Immobilien-Projektentwicklungsgesellschaft über hinreichend Vermögen verfügen, beispielsweise für einen sechsstelligen Betrag auf ernstzunehmende Weise zu bürgen. In den meisten Fällen bekommt der Anleger die Bürgschaftsurkunde jedoch nicht zu Gesicht und kann auch nicht ermessen, wie viele Bürgschaften derselbe Bürge schon für andere Projekte gegeben hat. Außerdem steht die Einlösung einer Bürgschaft in der Regel auch unter dem Nachrangvorbehalt. Ist der Darlehensnehmer bei Fälligkeit nicht hinreichend flüssig, kann der Crowdinvestor deswegen nicht gleich die Bürgschaft ziehen. Denn die Möglichkeit, seinen Anspruch geltend zu machen, ist zunächst mal so lange aufgehoben, bis es keinen Insolvenzgrund mehr darstellen würde – oder die Insolvenz aus anderen Gründen eingetreten ist. Im Insolvenzfall ist erfahrungsgemäß auch eine Bürgschaft des dafür Verantwortlichen nicht mehr viel wert.

Wem das zu abschätzig erscheint, möge sich vergegenwärtigen, dass tatsächlich belastbare Bürgschaften zu einem erheblichen aufsichtsrechtlichen Problem führen würden. Denn wenn die Bürgschaften tatsächlich die Sicherheiten darstellen würden, die sie suggerieren, dann wäre der Charakter des Nachrangdarlehens als Eigenkapitalersatz in Frage gestellt und die Bafin müsste wegen Betreibens erlaubnispflichtigen Einlagengeschäfts einschreiten.

Auch Grundbucheintragungen werden mitunter als Sicherheit angeboten. Hier gilt es, dreierlei Konstellationen voneinander zu unterscheiden. Eine Grundbucheintragung, die unter den Nachrangvorbehalt fällt, ist im Prinzip genauso Makulatur wie eine Bürgschaft, die nicht gezogen werden kann, weil der Anspruch wegen des qualifizierten Nachrangs gar nicht geltend gemacht werden kann. Anders verhält es sich bei den beiden folgenden Varianten. Bei einer Drittbesicherung, wie sie Reacapital anbietet, hat ein Treuhänder die Möglichkeit, eine projektfremde Immobilie, in deren Grundbuch der Treuhänder erstrangig eingetragen ist, zu verwerten, um aus den Erlösen die Ansprüche der Darlehensgeber zu befriedigen. Diese Variante fand die bisherige Duldung der Bafin offenbar deswegen, weil über dieselbe Immobilie mehrere Projekte besichert sind. Fallen mehrere noch laufende Projekte aus, hat die Sicherheit einen nur noch entsprechend anteiligen Wert.

Bergfürst hat ein ganz anderes Modell entwickelt. Dass bei Bergfürsts jüngsten Projekten die Eintragung ins Grundbuch – wenn auch zweitrangig nach der Bank – eine zumindest teilweise tatsächliche Sicherheit darstellt und dennoch Bafin-konform ist, hat den Hintergrund, dass Bergfürst das Investment als Forderungskauf und nicht als Nachrangdarlehen strukturiert hat. Dafür wird in einem ersten Schritt dem Projektentwickler über eine Bank ein Darlehen gewährt und die Forderung anschließend kleinteilig an die Crowd durchgereicht. Weil die Forderung als solche unter KWG-Paradigma entstand, kann sie mit einem Grundbucheintrag oder Bürgschaften als echten Sicherheiten ausgestattet werden. Der Erlaubnispflicht, an der die vermeintlichen Sicherheitskomponenten des Nachrangdarlehens scheitern, ist durch die beteiligte Bank Genüge getan.

Ausblick

Immobilien-Crowdinvestings sind im Hinblick auf die Abwicklung einer Zeichnung sehr zeitgemäß. Investoren profitieren davon, rund um die Uhr und binnen weniger Minuten ein Investment tätigen zu können. Wer bei einem Portal registriert ist und sich identifiziert hat, der braucht für den Abschluss einer Zeichnung keine fünf Minuten. Der einfache Zugang und die geringen Zeichnungssummen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nachrangdarlehen grundsätzlich ein Totalverlustrisiko mit sich bringen. Insofern lässt der Informationsgehalt der meisten Angebotsunterlagen noch zu wünschen übrig. Auf ihrer Basis haben Anleger kaum eine Chance die Wirtschaftlichkeit und die Plausibilität des angebotenen Projekts zu prüfen. Wer tiefer einsteigt und Recherchezeit investiert, riskiert jedoch, dass ein Projekt schon ausplatziert ist, bevor er sich ein Urteil hat bilden können. Auch größere Angebote jenseits der Million-Euro-Grenze sind teilweise binnen weniger Stunden schon ausverkauft. Der Markt für Crowdinvestments in Immobilien erlebt gerade einen enormen Boom. Gleichwohl sind die Einstiegshürden in den Markt inzwischen relativ hoch. Denn einstweilen entscheiden vor allem Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit darüber, wohin sich die Crowd wendet. Beides stellt sich am ehesten über den Nachweis erfolgreiche abgeschlossener Projekte oder über regelmäßige Zinszahlungen – und beides erfordert Zeit, die einem Neuling am Markt immer weniger zugestanden würde.

In der Digitalisierung liegt die Zukunft. Wenn die Volumina der einzelnen Projekte größer werden, dann rechnet sich auch eher die Erstellung eines ordentlichen Prospekts. Wenn es den Plattformen gelingt, das Vertrauen der Crowd zu gewinnen und dauerhaft zu rechtfertigen, dann könnte sich das Immobilien-Crowdinvesting zu einer Art skaliertem Club-Deal entwickeln: Quasi auf Zuruf könnten mehrere 10.000 Investoren mobilisiert werden, die schnell und zuverlässig auch größere Millionenbeträge zur Verfügung stellen und Crowdinvesting zu einem für die ganze Immobilienbranche relevanten Finanzierungsbaustein werden lassen.

Fondszeitung 02/2017: „Digitalisierung, Dynamisierung und die Crowd“

Fondszeitung Digitalisierung

Der Beitrag ist die Kurzversion eines von sechs Artikeln der aktuellen Fondszeitung. Ein komplettes PDF-Exemplar kann mit kurzer Mail an mail@welther-verlag.de kostenfrei angefordert werden.

Inhalte Fondszeitung 02/2017

  • Crowdfunding: Wie alles anfing und wie es weitergeht (Michel Harms)
  • Crowdinvesting Immobilien: Der skalierte Club-Deal (Dr. Tilman Welther)
  • Crowdinvesting Startups: Ankunft in der Realität (Alexander Endlweber)
  • Bundestagswahl: Was planen die Parteien? (Christina Anastasssiou)
  • Crowdinvesting Energie: Kombi aus Rendite und ökologischer Verantwortung (Robert Fanderl)
  • Onlinevertrieb: Facebook – Werkzeug für Kundenpflege und Vertrieb (Christina Anastassiou)

www.fondstelegramm.de

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Crowdfunding Barometer 2017 zeigt fortschreitende Akzeptanz https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-barometer-2017/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-barometer-2017/#respond Tue, 30 May 2017 22:51:35 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1139819 Crowdfunding in Deutschland wächst seit Jahren und entwickelt sich zunehmend aus der […]

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Crowdfunding in Deutschland wächst seit Jahren und entwickelt sich zunehmend aus der Nische in Richtung Mainstream. Um die fortschreitende gesellschaftliche Akzeptanz zu verfolgen, hat crowdfunding.de vor zwei Jahren das Crowdfunding Barometer gestartet.

Als Grundlage werden jährlich 1.000 Menschen befragt (Deutschland online-repräsentativ ab 18 Jahren), ob sie von Crowdfunding gehört haben, wissen, um was es sich dabei handelt und ob sie sich schon einmal finanziell an einem Projekt beteiligt haben. Zusätzlich wurde in diesem Jahr erstmals der Bekanntheitsgrad der Crowdfunding-Plattformen abgefragt.

Das Crowdfunding Barometer 2017 zeigt einen kontinuierlichen Anstieg der untersuchten Werte „Bekanntheit“, „Verständnis“ und „Beteiligung“. Crowdfunding kommt immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. Die Betrachtung nach den demographischen Faktoren Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildungsstand zeigt jedoch deutliche Unterschiede in der Akzeptanz.

In der „Digital Native“ Generation ist Crowdfunding mittlerweile in hohem Maße etabliert. Bei den Befragten zwischen 18 und 29 Jahren haben bereits über 86% von Crowdfunding gehört. Mehr als jeder fünfte Befragte in dieser Altersgruppe hat sich schon finanziell an einem Crowdfunding-Projekt beteiligt. Es ist davon auszugehen, dass sich das Modell Crowdfunding langfristig ganz natürlich über die jungen, digital sozialisierten Jahrgänge etablieren wird.

Insgesamt haben sich bislang 11,7% der Befragten finanziell bei einem Crowdfunding-Projekt engagiert. Um weitere Crowdfunding-Potentiale in Deutschland zu erschließen, benötigt es Öffentlichkeit, Aufklärung und konsequente Transparenz. Hier wird crowdfunding.de als unabhängiges Informationsportal weiterhin seinen Beitrag leisten.

Die Highlights

  • Fortschreitende Akzeptanz von Crowdfunding
  • Zwei-Drittel der Befragten haben schon von Crowdfunding gehört
  • Über 35 % der Befragten wissen, was Crowdfunding ist
  • Rund 12 % der Befragten haben sich schon an einem Crowdfunding-Projekt beteiligt
  • Überdurchschnittlich hohe Werte für „Bekanntheit“, „Verständnis“ und „Beteiligung“ bei:
    Männern | jungen Altersklassen | hohem Einkommen | hohem Bildungsniveau
  • Kickstarter ist die Plattform mit dem höchsten Bekanntheitsgrad

Kostenloser Download

PDF Download: Crowdfunding Barometer 2017

 

Grafiken (frei verwendbar)

Crowdfunding Status Deutschland 2017

Crowdfunding Status in Deutschland 2017

 

Crowdfunding Etablierung: 3-Jahres Trend

3 Jahres Trend Crowdfunding

 

Bekannte Crowdfunding-Plattformen

Bekannte Crowdfunding Plattformen 2017

 

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10 Fragen an einen Crowdinvestor: „Es ist zu früh um Bilanz zu ziehen“ https://www.crowdfunding.de/10-fragen-an-einen-crowdinvestor-es-ist-zu-frueh-um-bilanz-zu-ziehen/ https://www.crowdfunding.de/10-fragen-an-einen-crowdinvestor-es-ist-zu-frueh-um-bilanz-zu-ziehen/#comments Mon, 29 May 2017 07:55:10 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1135305 Der deutsche Crowdinvesting-Markt wächst seit 2011. Was sind das für Menschen, die […]

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Der deutsche Crowdinvesting-Markt wächst seit 2011. Was sind das für Menschen, die in Crowdinvestment-Projekte investieren? Was treibt sie an und was ist Ihnen wichtig? Wir haben mit einem Crowdinvestor gesprochen.

Gerhardt ist 54 Jahre alt, verheiratet und lebt in Bayern. Der Handelsfachwirt hat mittlerweile in mehr als 80 Crowdinvesting-Projekte investiert. Im Gespräch mit crowdfunding.de berichtet er über seine Erfahrungen.

crowdfunding.de: Wie bist Du dazu gekommen in Crowdfunding-Projekte zu investieren?

Gerhardt: Ich war schon immer ein aktiver Anleger mit offenem Interesse für Neues. Als das Zinsniveau für mein Tages- und Termingeld unter 1% rutschte, entschied ich mich – zuerst etwas zaghaft – für die Crowd.

In wieviele Projekte auf welchen Plattformen hast Du schon investiert?

Begonnen hat alles mit auxmoney, dann folgten die ersten Startups auf Seedmatch und Companisto. Meine nächste Entdeckung waren Immobilien auf Zinsland und Exporo, gefolgt von Mittelstandsprojekten auf Kapilendo und KATRIM. Insgesamt habe ich in den letzten 2 Jahren in mehr als 80 Projekte auf 13 Plattformen investiert.

Und wie ist die Bilanz? Gibt es schon Renditezahlungen oder Ausfälle im Portfolio?

Es ist zu früh um Bilanz zu ziehen. Natürlich gibt es schon Zinszahlungen, aber noch kein Projekt ist regulär ausgelaufen. Nur ein Immobilienprojekt wurde vorzeitig zurückgezahlt und brachte 18% Rendite. Im Vertrag gab es die Klausel, dass bei vorzeitiger Rückzahlung die Zinsen bis zum regulären Vertragsende zu zahlen waren. Ein Glücksfall. Ein Glücksfall ist auch die Tatsache, dass ich bisher noch keine Ausfälle habe. Ich bin mir aber des hohen Risikos bewusst und weiß, dass Totalausfälle zum Geschäft gehören.

Was motiviert Dich per Crowdinvest zu investieren? Machst Du das aus Spaß oder ausschließlich wegen der Rendite?

Es ist die Mischung aus beidem: kein Spaß ohne Rendite und keine Rendite ohne Spaß! Nein, ganz im Ernst: natürlich geht es ums Geld. Aber nicht um jeden Preis. Die Projekte müssen mich schon überzeugen und es gilt immer: Je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko.

Auf was achtest Du bei der Projektauswahl? Ist es eher eine Bauchentscheidung oder schaust Du Dir die Zahlen genau an?

Auch hier ist es eine Mischung aus beidem. Klar, ich sehe mir die Zahlen genau an und recherchiere zusätzlich außerhalb der Plattformen über die betreffenden Unternehmen und die Projekte. Auch wenn dann alles passt, ohne das Okay aus dem Bauch geht es nicht. Ein Verstoß gegen meine Prinzipien und ich lasse die beste Rendite sausen.

Beispiel Immobilien: Während noch vor ein paar Monaten das eingeworbene Nachrangdarlehen zweckgebunden war an das vorgestellte Objekt, so liest man immer öfter, dass das Kapital z.B. für den „Ankauf weiterer ähnlicher Objekte“ vorgesehen sei. Mit anderen Worten: Lieber Anleger, investiere doch einfach in Blaue! Da bleibt nur eins: Nein danke!

Wie intensiv verfolgst du die Projekte nach dem erfolgreichen Funding?

Ich möchte nicht kalt erwischt werden mit einer Ausfallnachricht und gebe mich deshalb auch nicht mit dem zufrieden, was die Unternehmen im Rahmen ihrer dürftigen Informationspflichten veröffentlichen. Ich informiere mich deshalb auch über unabhängige Plattformen, Blogs und vieles mehr.

Was unterscheidet Deiner Meinung eine gute Plattform von einer nicht so guten Plattform?

Das kann ich anhand eigener Erfahrung an zwei Beispielen erklären. Im ersten Fall fand ich die Informationspolitik einer Plattform nicht nur unzureichend, sondern sogar irreführend. Meine Kritik wurde umgehend mit meinem Rauswurf quittiert. Im zweiten Fall zielte meine Kritik wiederum auf den Umgang mit Informationen. Von dieser Plattform kam eine Entschuldigung und die Bitte, bei der Lösung zu helfen, was ich gerne tat.

Das Risiko des Totalverlustes beim Crowdinvesting ist ein häufig diskutiertes Thema. Fühlst Du Dich über die Ausfallrisken entsprechend aufgeklärt?

Ganz ehrlich, wenn man sich intensiv damit befasst, dann kann man es irgendwann nicht mehr hören, eine Art Abstumpfungseffekt. Aber ich habe es immer im Hinterkopf, auch wenn ich – wie oben schon erwähnt – bisher das Glück hatte, noch keinen Totalausfall verbuchen zu müssen. Aber irgendwann wird es auch mich erwischen. Ich werde damit umgehen können, denn es wird keine Überraschung sein. Trotz aller Mühe und Vorsicht. Jedem Neuling sei gesagt: Nimm das ernst mit dem Totalausfall, denn in diesem Geschäft gibt es nur  „Hopp“ oder „Topp“! Dazwischen ist nichts!

Stichwort Regulierung: wie ist Deine Meinung zu dem aktuellen Entwurf für ein Kleinanlegerschutzgesetz?

Niemand – schon gar nicht ein Politiker – will schuld daran sein, wenn etwas schiefläuft. In der Folge handelt man viel zu vorsichtig. Und dann wird überreguliert. Ich finde das sehr schade, denn damit verbaut man sich in Deutschland wieder mal ein Stückchen Zukunft. Die Crowd ist erwachsener als man denkt, aber leider auch noch sehr unerfahren. Man muss immer kritisch hinterfragen und darf sich nicht von unterhaltsamen Firmenvideos oder Hochglanz-Exposés blenden lassen.

Hast Du noch einen Tipp für interessierte Crowdinvestoren?

Wer meine Antworten bis hierher gelesen hat, der stellt sich vielleicht die Frage: Was macht denn dieser Mensch sonst noch außer Crowdfunding? Ja, ich habe auch noch einen ganz normalen Job, aber ich nehme mir viel Zeit, um mein ehrlich verdientes Geld möglichst breit gestreut und gewinnbringend anzulegen. Information ist alles und die kostet viel Zeit. Zeit, um nicht überstürzt und blauäugig zu handeln.

Und ganz wichtig: Spaß macht es auch!

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim crowdinvestieren!

 

Anmerkung: Zwischen dem Crowdinvestor Gerhardt und der crowdfunding.de Redaktion besteht seit ca. einem halben Jahr gelegentlicher Austausch per E-Mail. Auf Wunsch von Gerhardt veröffentlichen wir das Interview nur mit seinem Vornamen. Das Foto ist ein Symbolfoto (Fotocredit: Pexels).

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Crowdfunding Regulierung: Positionen im Überblick + Ihre Meinung https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-regulierung-positionen-im-ueberblick-und-ihre-meinung/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-regulierung-positionen-im-ueberblick-und-ihre-meinung/#comments Wed, 03 May 2017 22:50:15 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1106697 Am 26. April 2017 fand eine öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zum Bericht […]

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Am 26. April 2017 fand eine öffentliche Anhörung des Finanzausschusses zum Bericht der Bundesregierung über die Evaluierung des Kleinanlegerschutzgesetzes statt. Branchenverbände, Plattformbetreiber und Verbraucherschützer haben sich im Vorfeld zur geplanten Überarbeitung der Crowdfunding Regulierung geäußert.

Im Folgenden findet sich ein Abgleich der unterschiedlichen Positionen zu den Überlegungen der Bundesregierung. Die Statements stammen aus der Antwort der Bundesregierung zu einer Anfrage zum Kleinanlegerschutzgesetz, den Stellungnahmen verschiedener Verbände sowie Interviews, die im Handelsblatt und bei Immobilienmanager.de erschienen sind.

Was ist Ihre Meinung?
Zu jedem Punkt können Sie Ihre Meinung abgeben. So wollen wir ein Stimmungsbild unter den crowdfunding.de Lesern einfangen. Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Herausnahme von Immobilienfinanzierungen aus dem Anwendungsbereich der Befreiung für Schwarmfinanzierungen

Bundesregierung
„Es könnte aus Sicht der Bundesregierung auch erwogen werden, Immobilienfinanzierungen aus dem Anwendungsbereich der Befreiung für Schwarmfinanzierungen auszunehmen, da diese über den eigentlichen Zweck der Befreiungsregelung hinausgehen.“

Bundesverband Crowdfunding e.V.
„Dem Vorschlag, Projekte zur Immobilienfinanzierung aus der Befreiungsvorschrift für
Schwarmfinanzierungen auszunehmen, stimmen wir als Verband nicht zu.“
„Immobilien-Crowdfunding bietet Kleinanlegern eine Möglichkeit zur Portfolio-Diversifikation, die durch geringe Mindestinvestments und kurze Laufzeiten gekennzeichnet ist.“
„Aufgrund der Wohnraumsituation in Deutschland sollte es ein politisches Ziel sein, Investitionen in die Erstellung von Wohnimmobilien zu fördern.“

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
„Immobilienfinanzierungen sollten aus dem Anwendungsbereich der Befreiungsvorschrift für Schwarmfinanzierung ausgenommen werden. Das einzig tragbare Argument für die Befreiungsvorschrift für Schwarmfinanzierungen ist es, Erleichterungen für junge und innovative Unternehmen zu schaffen, die sich in der anfänglichen Wachstumsphase über Crowdinvesting-Plattformen finanzieren.“

ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
„Es ist daher wenig nachvollziehbar, dass ein Nachrangfinanzierer hier Privilegien genießt, die ihm in der regulatorischen Handhabe seines Geschäftsmodells größere Freiheiten einräumen. Er trägt mehr Ausfallrisiken als die regulierte Bank und ist weniger transparent als ein öffentlich agierender Eigenkapitalgeber.“

Frank Noé, Geschäftsführer Zinsbaustein
„Crowdinvesting hat die Anlageklasse demokratisiert. Durch ihre Regulierungspläne stellt die Bundesregierung diese Demokratisierung jetzt in Frage.“

Michael Stephan, Geschäftsführer iFunded
„Wir sehen kaum Argumente für eine Fortführung.“


Schwellenwerte in der Befreiungsvorschrift für Schwarmfinanzierungen

Bundesregierung
„Hinsichtlich der Schwellenwerte des VermAnlG in Höhe von 2,5 Mio. Euro für den Gesamtbetrag je Emittenten und von 10 000 Euro für Anlagen einzelner Anleger in Schwarmfinanzierungs-Projekte spricht sich die Bundesregierung dafür aus, diese aufgrund der empirischen Daten aus der Studie zu den Praxiserfahrungen mit den Befreiungsvorschriften (s. Vorbemerkungen) vorerst in der bestehenden Form beizubehalten.“

Gesamt-Emissions-Schwelle

Bundesverband Crowdfunding e.V.
„Die Gesamt-Emissions-Schwelle für eine prospektfreie Schwarmfinanzierung sollte von 2,5 Millionen Euro auf fünf Millionen Euro erhöht werden.“

Mantill & Kollegen
„Die Erhöhung der Schwelle von 2,5 Mio Euro erscheint nach dem Evaluierungsbericht ebenfalls nicht angezeigt, da dieser Schwellenwert offenbar nicht einmal ausgeschöpft wird.“

Schwellenwerte für Einzel-Investments

Bundesverband Crowdfunding e.V.
„Diese Grenzen sollten durch flexible einkommens- und vermögensabhängige Obergrenzen ersetzt werden. Ein absoluter Schwellenwert führt dazu, dass größere Co-Investments (z.B. von Business Angels, Family Offices oder vermögenden Privatpersonen) nicht über die Plattform zu gleichen Konditionen möglich sind, zu denen auch Kleinanleger investieren.“

Deutsche Kreditwirtschaft
„Zudem fehlen erst anderthalb Jahre nach Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes noch ausreichende Informationen zur Praktikabilität der bisherigen Regelungen. Daher unterstützen wir die Position der Bundesregierung, bei den Befreiungsvorschriften vorerst keine Anhebung der derzeitigen Höchstbeträge von 10.000 Euro Investition pro Anleger und von 2,5 Mio. Euro Gesamtverkaufspreis pro Emittent vorzunehmen.“

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
„Die bisher geltenden Schwellenwerte in den Befreiungsvorschriften für Schwarmfinanzierung sollten nicht erhöht werden. Darüber hinaus tritt der vzbv dafür ein, einen einfachen Schwellenwert von höchstens 250 Euro pro Person und Projekt vorzusehen.“
„Ein Schwellenwert von 250 Euro ist hinsichtlich der dringend notwendigen Risikostreuung über unterschiedliche Anlagen deutlich besser geeignet, Anleger vor Totalverlusten zu schützen als ein Schwellenwert von 1.000 Euro oder gar 10.000 Euro.“


Erweiterung der Prospektbefreiung auf Wertpapiere

Bundesregierung
„Ebenfalls könnte in Erwägung gezogen werden, Ergebnisse aus der Novellierung des EU-Prospektrechts vorwegzunehmen und die Prospektpflicht für Aktien und Anleihen bis zu 1 Mio. Euro abzuschaffen, wenn diese Finanzinstrumente über Crowdinvesting-Plattformen vertrieben werden.“

Bundesverband Crowdfunding e.V.
„Wir begrüßen die Überlegungen der Bundesregierung, über Crowdinvesting-Plattformen ein prospektbefreites Angebot von Wertpapieren zuzulassen und insoweit die Ergebnisse der EU Kapitalmarktunion vorwegzunehmen.“

Lars Kammer, Geschäftsführer Rea Capital
„Ein bis zu einer Million Euro prospektfreies Angebot von Anleihen ist für uns durchaus interessant, zumal sie nicht notwendigerweise nachrangig sein müssen.“

Prof. Dr. Oehler (Universität Bamberg)
„Diese Finanzinstrumente sind für den Anleger jedenfalls deutlich transparenter als Nachrangdarlehen. Ich rate aber von Sonderregeln ab. Wenn Aktien und Anleihen bis zu einem Volumen von einer Millionen Euro von der Prospektpflicht ausgenommen werden sollen, dann müsste das grundsätzlich gelten – und nicht nur, wenn das Geld zur Finanzierung von Crowd-Projekten dient.“

Dr. Guido Sandler, Vorstand Bergfürst
„Besicherte Anleihen wären sehr sinnvoll! Allerdings ist eine Million Euro im europäischen Vergleich nicht wettbewerbsfähig. 2,5 oder eher fünf Millionen wären der freizustellende Betrag.“

Jens-Uwe Sauer, Geschäftsführer Seedmatch
„Wenn die Prospektpflicht auf Aktien und Anleihen abgeschafft wird, dann hat das sicherlich positive wirtschaftliche Effekte für den Bereich der Startups.“


Erweiterung der Befreiungsvorschriften auf weitere Vermögensanlagen

Bundesregierung
„Nach Ansicht der Bundesregierung könnte eine Erweiterung des Katalogs von Vermögensanlagen, für welche die Befreiungsvorschriften in Anspruch genommen werden können, auf sämtliche Vermögensanlagen des VermAnlG in Erwägung gezogen werden.“

Bundesverband Crowdfunding e.V.
„Die Beschränkung auf partiarische Darlehen, Nachrangdarlehen und „sonstige Anlagen“ ist unseres Erachtens sachlich nicht geboten und sowohl im Verbraucherschutzinteresse als auch mit Blick auf die Kapitalnehmer kontraproduktiv.“

Deutsche Kreditwirtschaft
„BVR/DSGV/VÖB lehnten und lehnen eine Ausweitung der Befreiung auf weitere Vermögensanlagen ab, der BdB hielt und hält eine Ausweitung grundsätzlich für sinnvoll.“

Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
„Die Prospektpflicht des VermAnlG stellt sicher, dass Anlegern, die zur Beurteilung einer Vermögensanlage notwendigen Informationen in geordneter und nachprüfbarer Form zur Verfügung gestellt werden. Die Ausnahme von der Prospektpflicht für Schwarmfinanzierung widerspricht demnach dem Grundgedanken marktwirtschaftlicher – also auf der Bewertung wirtschaftlicher Informationen basierender – Entscheidungsfindung. Der vzbv empfiehlt daher, von einer Ausweitung der Befreiungsvorschrift Abstand zu nehmen.“


Quellen: Stellungnahmen und Interviews

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Crowdinvesting für Energie-Projekte in Afrika https://www.crowdfunding.de/crowdinvesting-fuer-energie-projekte-afrika/ https://www.crowdfunding.de/crowdinvesting-fuer-energie-projekte-afrika/#respond Wed, 03 May 2017 09:52:02 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1108305 Text: Robert Fanderl Bei einem Crowdinvesting für Energie-Projekte können Anleger in ökologisch […]

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Text: Robert Fanderl

Bei einem Crowdinvesting für Energie-Projekte können Anleger in ökologisch sinnvolle Vorhaben investieren. Mit den zweckgebundenen Projektgeldern werden ökologisch und ökonomisch vernünftige Energie-Maßnahmen umgesetzt, die zu Kosten-, Energie- und CO2-Einsparungen führen. Im Gegenzug werden die Anleger finanziell an den erzielten Einsparungen beteiligt.

Projekte in Entwicklungsländern müssen nicht ausschließlich aus Spenden finanziert werden. Zahlreiche Projekte sind in der Lage, Erlöse zu erwirtschaften und investierte Gelder zurückzuzahlen. Bei allen Projekten gibt es neben den ökologischen und ökonomischen Vorteilen noch einen sozialen Aspekt. So führt zum Beispiel die Installation einer Photovoltaikanlage zu einer gesicherten Stromversorgung und meist auch zu einer Verbesserung der Lebenssituation vor Ort. In der Regel wird der Strom bei diesen Projekten auch direkt vor Ort verbraucht und nicht ins Netz eingespeist. Das hat den Vorteil, dass die Projekte nicht von politisch festgelegten Einspeisetarifen abhängig sind.

Anleger können sich über ein Crowd-Darlehen an einem ausländischen Energie-Projekt beteiligen, anstatt Geld an eine Hilfsorganisation zu spenden. Marilyn Heib, Geschäftsführerin der bettervest GmbH, nennt das eine „Win-Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten. Darunter versteht bettervest

  1. die Investoren können in eine alternative Geldanlage investieren und erhalten im Durchschnitt höhere Renditen im Vergleich zu herkömmlichen Geldanlagen,
  2. die Umwelt profitiert davon, da CO2 eingespart wird und
  3. es werden ausländische Projekte gefördert, die Menschen vor Ort eine Perspektive geben und häufig auch dabei helfen den Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Investment bleibt also im besten Fall nicht nur eine Spende, sondern ist eine nachhaltige und sozial sowie ökologisch sinnvolle Geldanlage. Bei bettervest nennt man das auch Entwicklungshilfe 2.0.

Ähnlich denkt man bei ecoligo, wobei sich die Firma auf Gewerbe- und Industriekunden in Afrika als Endabnehmer des Stroms konzentriert: „Die hohen Stromkosten in vielen afrikanischen Ländern wie beispielsweise Kenia führen nicht nur dazu, dass lokale Firmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bedroht sind, sondern stehen auch im direkten Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung des Landes. Obwohl Solaranlagen technisch und ökonomisch attraktive Lösungen darstellen, werden diese aufgrund struktureller Probleme bisher nicht finanziert. ecoligo löst dieses Finanzierungsproblem und bietet Geldanlegern in Deutschland gleichzeitig nachhaltige Investitionsmöglichkeiten.“, sagt Markus Schwaninger, Gründer und Geschäftsführer der ecoligo GmbH, der bereits seit 2010 im Erneuerbare Energien Sektor in Kenia arbeitet.

Crowdinvesting für Projekte in Afrika kann auf verschiedene Arten stattfinden

1. Der Normalfall

Bei der typischen Beteiligungsstruktur begibt ein deutsches Unternehmen ein Nachrangdarlehen an die Crowd. Mit diesem Geld wird in Afrika über die Zwischenschaltung/Beauftragung einer ausländischen Projektgesellschaft das Energie-Projekt realisiert. Zwei Beispiele:

bettervest „Photovoltaikanlage für die Alpha Beta Schule in Accra/Ghana“
Alpha Beta Schule in Accra GhanaUm Energiekosten zu sparen, sollen bei diesem Projekt das Hauptgelände der internationalen Schule, der ebenfalls vorhandene Kindergarten, das dazugehörige Boarding Haus (Internat) und die Residenz (Wohnhaus) des Direktors mit einer Solaranlage ausgerüstet werden. Dafür wurde die UMAWA Deutschland UG (haftungsbeschränkt) gegründet, um über die bettervest Crowdfunding Plattform Kapital für die Umsetzung von Solaranlagen-Projekten in Ghana zu beschaffen. Die Umsetzung des Projektes erfolgt dann durch die UMAWA Ltd, eine ghanaische Firma mit ghanaischer Führung. Die Schule wird die PV-Anlage von der UMAWA Ltd. im Mietkauf erwerben. – Projekt anschauen

ecoligo „Solaranlage Penta Flowers in Kenia“
Solaranlage Penta Flowers in KeniaPenta Flowers, ein Familienunternehmen das Fairtrade-Rosen nach Europa exportiert, hat sich für die Nutzung von Solarenergie entschieden. Die Blumenfarm wird zukünftig über zwei Solaranlagen, die von Ariya Leasing betrieben werden, versorgt. Der Darlehensnehmer Kenya Projects One UG (haftungsbeschränkt) ist eine Emissionsgesellschaft (Ein-Zweck-Gesellschaft), die kein eigenes operatives Geschäft betreibt, sondern den einzigen Zweck hat, die in Deutschland eingeworbenen Nachrangdarlehen von Crowdinvestoren an den in Kenia ansässigen Projektbetreiber Ariya Leasing in Form eines weiteren Darlehens weiterzuleiten. Der Projektbetreiber Ariya Leasing hat mit Penta Flowers einen Leasing-Vertrag geschlossen. Aus den Einnahmen dieses Leasing-Vertrages soll die Rückzahlung und Verzinsung des Crowd-Darlehens ermöglicht werden. – Projekt anschauen

2. Internationales Crowdfunding

Bislang wurden bei Auslandsprojekten immer nur deutsche Unternehmen finanziert, die eine Maßnahme in einem anderen Land durchgeführt haben. bettervest bietet nun erstmals an, ein ausländisches Unternehmen zu finanzieren.

Projektinhaber Rubitec Utilities wird im Rahmen dieses Projektes eine Solaranlage mit Batterien und lokalem Verteilnetz im Dorf GbamuGbamu in Nigeria errichten, die das Dorf mit grünem Strom versorgen sollen. Das Projekt wird von der EU und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Teil des Energiepolitikberatungsvorhabens, das von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt wird, in der Initialphase bis September 2017 gefördert.

Rubitec Utilities konnte sich als Projektentwickler bei einem von der GIZ ausgeschriebenen Wettbewerb zur Dorfstromelektrifizierung im Bundesstaat Ogun durchsetzen. Insgesamt haben sich für Projekte in 5 Bundesstaaten neben Rubitec Utilities vier weitere nigerianischen Firmen gegenüber 30 anderen durchgesetzt.

3. Spezialfall

solarcontainerDas Projekt „Solarcontainer“ wurde ganz speziell auf die Bedürfnisse in Afrika zugeschnitten. Die Firma Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG hat mit bettervest das weltweit erste mobile Solarkraftwerk als Mietkaufmodell über Crowdfunding finanziert. Aufgrund der mobilen Containerbauweise können die Solarcontainer im Falle eines Risikos oder eines Zahlungsausfalls sofort mit einem normalen Truck abtransportiert und an einen anderen Einsatzort gebracht werden. Außerdem kann die Anlage innerhalb von rund einer halben Stunde auf- und abgebaut werden, wodurch sie gut gegen auftretende Sandstürme geschützt werden kann. Weitere Container wurden zwischenzeitlich mit GreenVesting und Crowd4Climate finanziert. – zu Africa Greentec

Risikoaspekte 

1. Wechselkursrisiken

Die ausländischen Vertragspartner schulden in der Regel fixe Zahlungen in Euro, so dass für die Crowd kein unmittelbares Wechselkursrisiko besteht. Trotzdem bleibt ein Risiko. Wenn der ausländische Projektpartner nur Einnahmen in lokaler Währung erzielt, aber Zahlungsverpflichtungen in Euro hat, bedeutet dies aufgrund der oft hohen Inflationsraten in Afrika, dass immer höhere Belastungen in einheimischer Währung anfallen, um die fixen Euro-Beträge leisten zu können. Früher oder später könnte sich hier eine zu hohe Belastung einstellen, was letztlich zur Zahlungsunfähigkeit führen könnte. Besser sieht es aus, wenn der ausländische Projektpartner selbst Einnahmen in Euro erzielt, weil er zum Beispiel Erlöse aus Exporten nach Europa generiert.

2. Fremder Rechtskreis

Bei Leistungsstörungen müssen die Ansprüche der Crowd möglicherweise vor einem ausländischen Gericht geltend gemacht werden. Neben dem Kostenrisiko bleibt dann noch die Frage, ob ein gerichtlich erwirkter Titel tatsächlich geltend gemacht werden kann oder soll.

3. Unscharfe Projekttrennung

Wenn verschiedene Projekte nicht über getrennte, sondern über eine einzige Projektgesellschaft finanziert werden, besteht das Risiko, dass der Misserfolg bei einem Projekt Einfluss auf die Crowdfinanzierungen der anderen Projekte hat. Würde sich zum Beispiel aus dem Betrieb des ersten Solarcontainers ein so massiver Verlust ergeben, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG beeinträchtigt wird, dann besteht das Risiko, dass auch die anderen Crowd-Finanzierungen für die Solarcontainer zwei bis fünf nicht mehr bedient werden können.

Fazit

Bei Energie-Projekte in Afrika tritt neben die ökologischen und ökonomischen Vorteile noch ein sozialer Aspekt. Es werden Projekte gefördert, die Menschen vor Ort eine Perspektive geben und häufig auch dabei helfen den Lebensunterhalt zu verdienen. Die Verzinsung solcher Projekte ist in der Regel höher als bei vergleichbaren Projekten in Deutschland. Dem stehen allerdings auch höhere Ausfallrisiken gegenüber.

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Deutsche Banken im Crowdfunding-Check https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/ https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/#respond Fri, 21 Apr 2017 08:19:58 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1090934 „Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von […]

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„Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von Slava Rubin, dem Gründer der US Crowdfunding-Plattform Indiegogo, in einem Interview im Jahr 2014.

2015 sind wir in einer ersten Bestandsaufnahme der Frage nachgegangen, inwieweit sich deutsche Banken dem Thema Crowdfunding geöffnet haben.

Wie ist der aktuelle Status im Jahr 2017? Im Crowdfunding-Check listen wir alle deutschen Banken, die sich nach außen erkennbar mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Sollte das Crowdfunding-Angebot einer Bank fehlen, freuen wir uns über eine kurze Mitteilung.
Letztes Update: 23.04.17

Banken mit eigenen Crowdfunding-Plattformen

Hinweis: Die hier genannten Plattformen sind mit den Markenlogos der jeweiligen Banken beflaggt, allerdings werden sie nicht immer von den Banken selbst betrieben. Informationen zur Betreibergesellschaft finden sich unter „mehr Infos“ oder im Impressum der Plattform.

Spenden
Crowdfunding
Rendite
Crowdfunding
Baden-Württembergische Bank JaBW Crowd
www.bw-crowd.de
mehr Infos
JaMain Funders
Crowdlending für Kunden
mehr Infos im Interview
Evangelische Bank

JaZusammen Gutes Tun
www.zusammen-gutes-tun.de
mehr Infos
GLS Bank JaJaGLS Crowd (Crowdinvesting)
www.gls-crowd.de | Infos
Gemeinschaftscrowd (Spenden)
gemeinschaftscrowd.de| Info
IBSH Förderbank Jawir bewegen SH
www.wir-bewegen.sh
mehr Infos
Sparkasse Ja99 Funken
www.99funken.de
mehr Infos
Einfach.Gut.Machen.
www.einfach-gut-machen.de
PSD Bank Köln eG JaMehr durch gemeinsam
www.mehr-durch-gemeinsam.de
Volksbanken Raiffeisenbanken JaViele Schaffen Mehr
www.viele-schaffen-mehr.de
mehr Infos

Weitere Crowdfunding-Aktivitäten von Banken

Banken, die sich über Kooperationen, Studien, Werbeanzeigen oder andere Aktivitäten dem Thema „Schwarmfinanzierung“ nähern.
Consors Bank Werbekooperation
Präsentation einzelner Crowdinvesting-Projekte | Seite anschauen
Deutsche Bank Studie
DB Research (2014): "Die digitale (R)evolution im Finanzsektor" | Download

Marketing
Anzeigenschaltung zum Thema "Crowdfunding". Link geht auf Landingpage mit Crowdfunding-Infos und Hinweisen auf das eigene, klassische Kreditangebot. | Landingpage anschauen
L-Bank Kooperation
Möglichkeit der Kombination eines Crowdfunding bei Startnext mit einem Mikrokredit | www.mikrocrowd.de
Sparkasse Studien Sponsoring
EFNW, Uni Oldenburg (2014): "Zukunftsperspektiven im Crowdinvesting" | Download

Marketing
Schaltung von Sponsored Posts zum Thema Crowdfunding mit Hinweisen und Links auf das eigene, klassische Kreditangebot | Beispiel für einen Sponsored Post

Vollständig?

Es fehlt eine Bank im Crowdfunding-Check? Vielen Dank für Ihren Input!

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Foto: unsplash.com

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Startup Crowdinvesting: Wie hoch ist das Risiko wirklich? https://www.crowdfunding.de/startup-crowdinvesting-wie-hoch-ist-das-risiko-wirklich/ https://www.crowdfunding.de/startup-crowdinvesting-wie-hoch-ist-das-risiko-wirklich/#respond Tue, 11 Apr 2017 13:52:55 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1089775 Prof. Dr. Oliver Wojahn (EBC Hochschule Hamburg) hat untersucht, ob per Crowdinvesting finanzierte […]

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Prof. Dr. Oliver Wojahn (EBC Hochschule Hamburg) hat untersucht, ob per Crowdinvesting finanzierte Startups eher ausfallen als Startups, die durch Venture Capital finanziert wurden. 

Autor: Prof. Dr. Oliver Wojahn

Das Vertrauen in den Crowdinvesting-Markt in Deutschland ist schwer strapaziert. Schon im August 2016 berichtete „Der Spiegel“ über die hohen Risiken und den beschränkten Anlegerschutz beim Crowdinvesting. Nach einer Vielzahl von Insolvenzen musste zuletzt sogar der selbsternannte „Crowdfunding-Weltmeister“ Protonet den Gang zum Amtsgericht antreten.

Für Marktbeobachter und Investoren stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung symptomatisch für eine mangelhafte Qualität der Angebote ist. Denkbar ist ein Mechanismus der Adversen Selektion, wobei vorrangig diejenigen Unternehmen eine Finanzierung über die Crowd anstreben, die sich aufgrund eines ungünstigen Risiko-Chance-Profils keine andere Frühphasen-Finanzierungsquelle erschließen können. In der Crowd hat man es dann mehrheitlich mit unerfahrenen Investoren zu tun, deren kleine Investitionssummen eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell ohnehin nicht rechtfertigt. Versagt also die Schwarmintelligenz?

Ein Vergleich der Insolvenzwahrscheinlichkeit mit Venture Capital-Finanzierungen

Um die Hypothese der Adversen Selektion zu überprüfen, haben Jan Wilms von EY und ich im Rahmen einer Studie alle Crowdinvesting- und Venture Capital-Finanzierungen in Deutschland im Zeitraum Januar 2013 bis Dezember 2015 analysiert. Betrachtet haben wir dabei nur die Crowdinvesting-Transaktionen, die außerhalb des Immobiliensektors stattfanden und die Fundingschwelle erreicht haben. Im Juni 2016 haben wir überprüft, welche Unternehmen bis dahin Insolvenz anmelden mussten. Die Ergebnisse sind in der folgenden Abbildung dargestellt:

Grafik Startups vs Venture Capital

Grafik aus der Analyse von Prof. Wojahn

Der Anteil der insolventen Unternehmen ist für das Crowdinvesting mehr als sechsmal größer als für Venture Capital-Finanzierungen (19,4% vs. 3,0%). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Venture Capital-Finanzierungen gehäuft zum Ende des Erfassungszeitraums auftraten und ein höheres Volumen hatten (im Durchschnitt 42-mal größer). Kontrolliert man für diese beiden Faktoren, so zeigt sich, dass die Wahl des Finanzierungsweges alleine keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zur Insolvenzwahrscheinlichkeit hat.

Die höhere Insolvenzwahrscheinlichkeit beim Crowdinvesting erklärt sich ausschließlich aus der seit der Finanzierung vergangenen Zeit und der Transaktionsgröße, wobei eine Verdopplung des Finanzierungsvolumens in etwa mit einer Halbierung der Insolvenzwahrscheinlichkeit einhergeht. Salopp gesagt: die Crowdinvesting-Unternehmen sind nicht schlechter, aber kleiner, also in einer früheren Phase der Unternehmensentwicklung, was sie für Investoren risikoreicher macht.

Zahlt sich das Risiko aus? Skepsis ist angebracht

Entscheidend für Investoren ist, ob dieses höhere Risiko auch mit einer höheren erwarteten Rendite einhergeht. Aufgrund der bisher geringen Zahl an Exits ist es zu früh, um verlässliche Schätzungen dazu abzugeben. Skepsis ist aber insbesondere bei der vorherrschenden Strukturierung als partiarisches Nachrangdarlehen angebracht.

Dieses sieht häufig ein Kündigungsrecht für das Startup-Unternehmen vor, welches eine Bewertung des Unternehmens zu einem festgelegten Multiple, z.B. dem 6,5-fachen operativen Gewinn, vorsieht. Zwar erhält der Investor in diesem Fall mindestens den Darlehensbetrag zurück, allerdings entgehen ihm potenziell höhere Bewertungen in der Zukunft, falls das Unternehmen einen Durchbruch in seinem Markt erreicht hat. Damit haben deutsche Crowd-Investoren deutliche Nachteile gegenüber ihren Pendants in den USA oder Großbritannien, die das volle Potenzial einer Eigenkapitalbeteiligung ausschöpfen können.

Begrüßenswert ist in diesem Zusammenhang die Einführung der „Life-Time-Beteiligung“ durch Companisto, welche eine unbefristete Gewinn- und Exitbeteiligung des Investors auch nach Kündigung des Darlehens durch das Unternehmen vorsieht.

Praktische Tipps für interessierte Crowdinvestoren

  • Das Risiko eines Totalverlustes ist beim Crowdinvesting sehr hoch. Berücksichtigen Sie dieses bei ihrer Anlageentscheidung und legen Sie nur Beträge an, deren Verlust Sie verschmerzen können. Weiter senken können Sie das Risiko, indem Sie die Investition auf mehrere Startups verteilen.
  • Achten Sie im Investmentvertrag auf eine unbefristete Gewinn- und Exitbeteiligung, auch nach Kündigung durch das Unternehmen.
  • Es ist fraglich, ob Crowdinvesting bei ausschließlicher Chance-Risiko-Betrachtung eine attraktive Anlageklasse darstellt. Wenn Ihnen aber die Auseinandersetzung mit neuen Märkten und Geschäftsmodellen, die Diskussion mit Gründern und Co-Investoren und die Förderung von kreativen Ideen Spaß macht, dann sollte das Teil Ihrer persönlichen Renditeberechnung werden.

Prof. WojahnZum Autor Prof. Dr. Oliver Wojahn

Prof. Dr. Oliver Wojahn
Prof. Wojahn ist Studiengangsleiter für International Business Management an der EBC Hochschule und Professor für Finance & Economics.

Profil auf der Webseite der EBC Hochschule

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Der Transparenz auf den Grund gegangen https://www.crowdfunding.de/der-transparenz-auf-den-grund-gegangen/ https://www.crowdfunding.de/der-transparenz-auf-den-grund-gegangen/#respond Thu, 06 Apr 2017 11:03:56 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1084409 Transparenz wird im Duden als Durchlässigkeit, Durchschaubarkeit oder auch Nachvollziehbarkeit definiert. Seit der […]

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Transparenz wird im Duden als Durchlässigkeit, Durchschaubarkeit oder auch Nachvollziehbarkeit definiert.

Seit der globalen Finanzkrise, die sich vor rund 10 Jahren entzündete, wird von allen Seiten Transparenz auf den Finanzmärkten eingefordert. „Wir wollen die Transparenz der Märkte und Produkte erhöhen“, lautet dann auch einer der fünf Grundsätze, nach denen sich die Politik der Bundesregierung zur Neuordnung der Finanzmärkte richten will.

Vor etwa 10 Jahren ist auch der Begriff ‚Crowdfunding‘ entstanden. Bei dieser alternativen Finanzierungsform ist Transparenz eine zwingende Grundvoraussetzung. Gelingende Crowdfunding-Projekte müssen durchschaubar und nachvollziehbar sein, um Anlegern eigenverantwortliche Investmententscheidungen zu ermöglichen.

Das reine Offenlegen von Informationen reicht aber nicht aus. Der Ökonom Lord John Eatwell sieht das hohe Maß der Komplexität als zentrales Problem der Finanzmärkte. In einem Interview (Brand eins 7/2011) bemängelt er: „… der Weg vom Sparer zum Kreditnehmer ist sehr weit geworden. Wenn die Kette an einer oder mehreren Stellen reißt, gibt es eine Krise.“ Crowdfunding liefert hier einen Gegenentwurf: direktes Investieren ohne Umwege und Umverpacken.

Damit sich Crowdfunding als Finanzierungs- und Investmentalternative etablieren kann, braucht es in dieser neu entstehenden Anlageklasse von Anfang an Transparenz und verständliche Produkte. Die Handlungen der einzelnen Marktteilnehmer müssen nachvollziehbar sein, damit sich Vertrauen zu bilden kann. Durch eine transparente und verständliche Darstellung von Chancen, Risiken und Zusammenhängen werden realistische Erwartungen geschaffen und Enttäuschungen vermieden.

crowdinvest.de: Erfolgsmonitor und transparente Datenbank

crowdinvest-erfolgsmonitorUnter www.crowdinvest.de halten wir alle deutschen Crowdinvestments mit dem jeweils aktuellen Anlagestatus nach. Die transparente Erfolgsmessung ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Leistungsfähigkeit der Anlageklasse Crowdinvesting.

Der Erfolgsmonitor zeigt laufend aktualisiert die Rückzahlungen und Ausfälle pro Anlagesegment und Plattform an. In der offenen Datenbank kann gezielt nach Emittenten und Projektentwicklern gesucht werden, die schon in Crowdinvestments involviert waren.

Für Anleger gilt es, die in der Datenbank abrufbaren Informationen richtig einzuordnen. Dazu gehört es zwischen den verschiedenen Anlagesegmente in Bezug auf die unterschiedlichen Risikoprofile zu unterscheiden und Vergangenheitsdaten nicht einfach in die Zukunft zu prognostizieren. Denn jedes neue Crowdinvestment beinhaltet neue Chance und neue Risiken.

Transparenz in eigener Sache: Affiliate-Links

Für ein Crowdfunding Informationsportal gilt die Maßgabe der Durchschaubarkeit und Nachvollziehbarkeit natürlich vor allem in Bezug auf das Finanzierungsmodell.

crowdfunding.de finanziert sich aktuell über bezahlte Vorträge sowie den Einsatz von Werbebannern und Affiliate-Links (mehr Infos). Das „Affiliate-Prinzip“ soll hier kurz erläutert werden, da es vermutlich nicht allen geläufig ist und ein nicht unerhebliches Potential für Interessenskonflikte birgt.

Wie funktioniert Affiliate?
Bei einer Affiliate-Verlinkung können Werbetreibende nachvollziehen, über welche Webseiten welche Besucher auf ihre Webseite gekommen sind. Wenn dann durch einen dieser weitergeleiteten Nutzer Umsätze erzielt werden, erhält die weiterleitende Webseite rückwirkend eine Marketing-Vergütung. Das Affiliate-Modell ist ein Tool aus dem Online-Marketing, das für Werbetreibende den Vorteil hat, dass nur Werbekosten anfallen, wenn tatsächlich Umsätze erzielt werden.

Das Affiliate-Prinzip wird im Online-Geschäft fast aller Branchen angewendet, wie z.B. Mode, Reisen oder Finanzen. Mittlerweile bieten auch Crowdfunding-Plattformen zunehmend Affiliate-Programme an, um Blogs und Finanzportalen finanzielle Anreize zu geben über ihre Angebote zu informieren.

Sind Affiliate-Links für die Nutzer mit Nachteilen verbunden?
Affiliate-Links haben erstmal keine direkten Nachteile für die Nutzer. Für einen Nutzer (z.B. Shopper oder Investor) macht es grundsätzlich keinen Unterschied, ob er über einen Affiliate-Link oder direkt auf eine Webseite kommt. Die Konditionen, also der Preis eines Produktes für den Shopper oder der Zins für den Investor, sind absolut identisch wie bei einem direkten Zugriff ohne Affiliate-Link.

Im großen Zusammenhang betrachtet stellen die Affiliate-Vergütungen aber natürlich Marketingausgaben für die Werbetreibenden dar, die über kurz oder lang in die Gestaltung der Preise bzw. Gebühren eingerechnet und dann letztendlich durch die Verbraucher bezahlt werden.

Was ist kritisch an Affiliate-Links?
Affiliate-Links bergen das Potential für Interessenkonflikte. Bei Informationsseiten die Affiliate-Links einsetzen, besteht das Risiko, dass tendenziell positiver und/oder häufiger über Angebote mit höheren Marketingvergütungen berichtet wird und nicht die Angebote mit dem höchsten Nutzen für die Leser im Mittelpunkt stehen.

Beim Einsatz von Affiliate-Links im redaktionellen Kontext besteht die Gefahr, dass die Grenzen zwischen unabhängigen journalistischen Inhalten und kommerziellen Werbeartikeln verschwimmen und nicht mehr für die Leser unterscheidbar sind.

Transparenz!
Eine gesunde und nachhaltig erfolgreiche Entwicklung des jungen Crowdfunding-Markt erfordert einen transparente Umgang mit Affiliate-Links. Nur wenn die Handlungen der einzelnen Marktteilnehmer für alle nachvollziehbar sind, können potentielle Interessenkonflikte frühzeitig entschärft werden.

Nachdem crowdfunding.de über 5 Jahre ehrenamtlich aufgebaut und betrieben wurde, bieten Affiliate-Links jetzt eine interessante, potentielle Finanzierungsquelle zur Aufrechterhaltung des Informationsangebot. Von daher werden aktuell auf crowdfunding.de – sofern von den Plattformen angeboten – Affiliate-Links eingesetzt. Dabei folgt crowdfunding.de folgenden Grundsätzen:

  • Es ist für den Nutzer zu erkennen, mit welchen Anbietern Affiliate-Vereinbarungen bestehen
  • crowdfunding.de bewertet oder empfiehlt keine Crowdfunding-Angebote
  • Fakten werden sachlich und neutral zusammengetragen und dargestellt
  • Kein Einsatz von Affiliate-Links im redaktionellen Bereich (Magazin und News)

Weitere Informationen zum crowdfunding.de Finanzierungsmodell und dem Einsatz von Affiliate-Links finden sich hier.

Der Beitrag Der Transparenz auf den Grund gegangen erschien zuerst auf www.crowdfunding.de.

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