www.crowdfunding.de https://www.crowdfunding.de Crowdfunding Informationsportal Tue, 23 Jul 2019 07:52:30 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.9 Der erste umfassende Report zum Wachstumsmarkt Immobilien-Crowdinvesting https://www.crowdfunding.de/der-erste-umfassende-report-zum-wachstumsmarkt-immobilien-crowdinvesting/ https://www.crowdfunding.de/der-erste-umfassende-report-zum-wachstumsmarkt-immobilien-crowdinvesting/#respond Mon, 22 Jul 2019 07:03:37 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1718657 crowdinvest.de hat den ersten umfassenden Report für den Immobilien-Crowdinvesting-Markt in Deutschland und […]

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crowdinvest.de hat den ersten umfassenden Report für den Immobilien-Crowdinvesting-Markt in Deutschland und Österreich veröffentlicht. Der 142-seitige Report wird mit einem neuen zweistufigen Veröffentlichungsmodell in den Markt gebracht.

Der „Crowdinvest Immobilien-Report 2019“ umfasst alle seit dem ersten Projekt im Jahr 2012 angebotenen Immobilien-Crowdinvestments in Deutschland und Österreich bis Ende 2018. Die Trendanalyse enthält Zahlen bis Mai 2019. Das sind Auswertungen zu Daten von über 500 Projekten und über einer halben Milliarde Euro vermittelten Immobilien-Crowdinvesting-Kapital. Enthalten sind Analysen zu Zinsen und Laufzeiten, Nutzungsarten, Plattformen, Anlagevehikeln inklusive Anleihen, eine Erfolgsbilanz und vieles mehr.

Der Crowdinvest Immobilien-Report 2019 ist bei crowdinvest.de erhältlich:

zum Crowdinvest Immobilien-Report 2019 bei crowdinvest.de

 

Drei Studienautoren – eine Datenbank

Hinter dem Report stehen die Autoren Sebastian Helmrich, Ernst-Eric Gruschwitz und Michel Harms. Sebastian Helmrich promoviert aktuell an der Technischen Universität München zum Thema Immobilien-Crowdinvesting. Ernst-Eric Gruschwitz arbeitet als Family Officer und hat seine Abschlussarbeit am EBS Real Estate Management Institute zu Immobilien-Crowdinvestments geschrieben. Michel Harms ist Herausgeber des Informationsportals crowdfunding.de und Initiator der offenen Datenbank crowdinvest.de.

Der Kontakt zwischen den Autoren ist im Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Arbeiten von Sebastian Helmrich und Ernst-Eric Gruschwitz entstanden, für die beide im letzten Jahr Datenanfragen bei crowdinvest.de gestellt haben. Bei telefonischen Gesprächen und persönlichen Treffen auf Fachkonferenzen in Berlin, München und Frankfurt entstand die Idee zu einem gemeinsamen Immobilien-Report. In regelmäßig stattfindenden Skype-Abstimmungs-Calls und bei einem gemeinsamen Arbeitswochenende in Berlin, wurde der Report konzeptioniert und angefertigt.

Nachtschicht in Berlin: Konzeptionierung des Immobilien-Reports 2019

 

Neues, zweistufiges Veröffentlichungsmodell

crowdfunding.de veröffentlicht seit Etablierung des Immobilien-Crowdinvesting-Marktes Reports zur allgemeinen Marktentwicklung. Während bislang alle Reports kostenfrei waren, wird der neue, spezielle Immobilien-Report im ersten Schritt erstmalig zunächst für 250 Euro zzgl. Mwst. angeboten. Bei Erreichen einer definierten Umsatzschwelle, wird der Report zu einem späteren Zeitpunkt der breiten Öffentlichkeit kostenfrei verfügbar gemacht (voraussichtlich Herbst 2019).

Mit diesem Vorgehen sollen zwei Ziele erreicht werden. Durch das anfängliche kostenpflichtige Angebot soll die in den Report gesteckte Arbeit refinanziert werden. Wenn dieses Ziel erreicht ist, soll der Report kostenlos verfügbar gemacht werden, um Transparenz und Öffentlichkeit für den Markt zu schaffen. So erhalten Presse, Anleger, Verbraucherschutz, Politik und Wissenschaft kostenfreien Zugang zu dem umfangreichen und unabhängig ausgearbeiteten Marktreport. Firmen die zuvor den Report gekauft haben, erhalten die Möglichkeit, ihr Logo auf einer speziellen Dankeschön-Seite im ersten Kapitel des späteren, öffentlichen Reports zu platzieren. Angesprochen sind insbesondere Kanzleien, Crowdinvesting-Plattformen, Technik-Dienstleister, Projektentwickler, Banken und Beratungshäuser.

Mit diesem Veröffentlichungskonzept wird ein neuer Weg beschritten. Der Erfolg hängt auch davon ab, inwieweit die Marktteilnehmer den Wert einer neutralen Marktberichterstattung erkennen und bereit sind, diese durch einen Kauf des Reports zu unterstützen. Das Ziel der Autoren ist es, den Immobilien-Crowdinvesting Markt bestmöglich abzubilden und damit die Transparenz weiter voranzutreiben.

 

Crowdinvest Immobilien-Report 2019

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Crowdfunding im Wandel: Wie die Blockchain-Technologie die alternative Finanzierungsbranche verändern wird https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-im-wandel-wie-die-blockchain-technologie-die-alternative-finanzierungsbranche-veraendern-wird/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-im-wandel-wie-die-blockchain-technologie-die-alternative-finanzierungsbranche-veraendern-wird/#respond Thu, 04 Jul 2019 06:23:54 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1710744 Bericht vom 4. CrowdCamp des European Crowdfunding Network (ECN) am 13. Juni […]

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Bericht vom 4. CrowdCamp des European Crowdfunding Network (ECN) am 13. Juni 2019 in Berlin.

Autorin: Christin Friedrich

Full House in Berlin: Bis auf den letzten Platz besetzt waren die Räume von Sirius Minds beim 4. CrowdCamp des European Crowdfunding Networks (ECN). Dieses Jahr ging es um die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf alternative Finanzierungsformen und damit auch auf das Crowdfunding. ECN-Executive Director Oliver Gajda, Chair Christin Friedrich und Dr. Conny Weber als Co-Leiterin der ECN-Arbeitsgruppe „Exploring Blockchain for Alternative Finance“ luden ein zum offenen Dialog, der umfangreiche Aspekte des Themas auf den unterschiedlichen Ebenen beleuchtete.

Das European Crowdfunding Network wurde 2013 als Interessensvereinigung ins Leben gerufen. Heute ist ein Großteil der europäischen Crowdfunding-Plattformen im ECN vertreten und tauscht sich regelmäßig in verschiedenen Veranstaltungsformaten aus. In Form von Arbeitsgruppen setzen die Mitglieder sich gemeinsam für die Interessen der Branche ein, beispielsweise im Rahmen der Harmonisierung des Europäischen Crowdfunding Marktes (ECSPs) für Equity und Lending-based Crowfunding oder des Co-Matchings für Reward-based Crowdfunding.

Die Entwicklungen in den vergangenen Jahren mit dem Vorkommen von Initial Coin Offerings (ICOs) und des Einsatzes von Blockchain in der Finanzdienstleistung ging auch an der Crowdfunding-Branche nicht vorbei. Mehr und mehr Plattformen experimentieren und sehen ihr Geschäftsmodell auf dem Prüfstand. Viele Fragen sind offen. Um das Thema Blockchain für Alternative Finanzen aus dem Blickwinkel der Crowdfunding-Plattformen zu durchleuchten, wurde im ECN Ende 2018 die gleichnamige Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich aus ECN-Mitgliedern und externen Experten zusammensetzt. Ihr im April 2019 veröffentlichtes Scoping Paper bildete den Rahmen des CrowdCamps.

 

Vom ICO zum STO: Blockchain-Technologie sorgt für Disruption im Kapitalmarkt

Das erste Panel „Disrupting Alternative Finance with Blockchain“ wurde moderiert von Prof. Dr. Philipp Sandner, der das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) leitet. Insbesondere durch ICOs und Security Token Offerings (STOs) ist die Blockchain-Technologie im alternativen Finanzsektor längst angekommen. Während ICOs im Rückblick eher als hoch spekulatives Experiment zu sehen seien, bedeuten STOs ein völlig neues Finanzinstrument, das global große Finanzierungen zu geringen Transaktionskosten ermöglicht. „Jede Aktie, jedes Wertpapier wird irgendwann mal ein Security Token sein“, so Sandner. Doch noch stecken STOs in den Kinderschuhen. 

v.l. Florian Glatz, Dalibor Cerny, Nele Wollert, Philipp Sandner

Alle Podiumsteilnehmer sind sich einig: Eine Regulierung ist unumgänglich. Doch sie bleibe ein „moving target“, so Florian Glatz als Präsident des Blockchain Bundesverbands Bundesblock. Nele Wollert, CMO beim Berliner KYC Start-up Fractal, fordert zudem mehr Aufklärung sowie eine EU-weite Standardisierung. Rechtsanwalt Dalibor Cerny von Visions Network aus Prag betont die Wichtigkeit einer sicheren Digital ID. Auf jeden Fall werden mehr Use Cases gebraucht. Der erste STO mit Bitbond kam für deutsche Verhältnisse sehr schnell, reiche jedoch noch nicht aus, um repräsentative Ergebnisse zu liefern. Philipp Sandner will mehr STOs sehen, am besten gleich 100 gleichzeitig – und noch lieber einen STO-Fonds, diversifiziert und professionell gemanaged. STOs stellen vielleicht nicht das Allheilmittel für alternative Finanzierungsformen dar, werden aber ihren Teil zum Gesamtmarkt beitragen. Und damit sei es erfreulich, dass Deutschland ein STO-Gesetz plant, das den deutschen Standort weltweit attraktiv machen wird, so Florian Glatz.

 

Kleine und mittlere Unternehmen im Fokus

Joachim Schwerin mit Oliver Gajda

Volle Unterstützung erhält die Szene von der EU. Dr. Joachim Schwerin von der Europäischen Kommission betont in seiner Keynote „Exploring Blockchain for Alternative Finance: the European Perspective“, dass das Thema Blockchain Teil der „EU Innovation Priorities“ ist und sowohl durch gezielte Informationskampagnen als auch durch die Förderung einer Vielzahl einzelner Projekte unterstützt wird. Die EU investiert hier allein bis 2020 340 Millionen Euro. Er selbst sieht eine logische Entwicklung im Fintech-Bereich seit der Bankenkrise über Crowdfunding bis hin zur Blockchain-Technologie, die die Demokratisierung der Finanzmärkte vorantreibt und KMU neue Chancen eröffnet. Deshalb sollen bestehende und neue EU-Politikschwerpunkte KMU dazu ermutigen, die Blockchaintechnologien zu nutzen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Mit Netzwerken wie der Europäischen Blockkettendienstinfrastruktur (EBSI) und der International Association for Trusted Blockchain Applications (INATBA) schafft die EU grenzüberschreitende Foren.

v.l. Christin Friedrich, Diana Rees, Jens Glaso, Artiona Bogo, Gianluca di Pasquale

Um die Bedürfnisse und Herausforderungen von KMU ging es auch im zweiten Panel, das von Christin Friedrich, Geschäftsführerin des Crowdfunding-Pioniers Innovestment moderiert wurde. Das Vermeiden von Intermediären, das Verschlanken von Organisationsprozessen (Diana Rees von ZKSystems) sowie die enorme Kosteneffizienz auch bei grenzüberschreitenden Prozessen (Jens Glaso von BlockBonds) bieten Unternehmen und ihren Kunden enorme Kosten- und Effizienzvorteile. 

Artiona Bogo, Blockchain Business Development Manager bei SAP merkt dabei an, dass einfach nicht jedes Unternehmen ein Tech-Unternehmen ist. Nicht alle wollen experimentieren. Deshalb kümmere sich SAP um die Integration der Technologie in bestehende Systeme und erleichtert so die Interaktion ihrer Kunden mit anderen Organisationen in zunehmend dezentraler Form. Dabei stellt sie selbst fest, dass der Begriff Blockchain die Kunden bisweilen verunsichert. Sie hält weitere Aufklärung sowie gemeinsame Standards und Offenheit für Regulierungen daher für wichtig.

Das Panel ist sich einig: Die Blockchain-Technologie wird keine Lösung für alle Herausforderungen darstellen, aber vieles vereinfachen. Gianluca di Pasquale (EY) weist auf die Notwendigkeit von Infrastruktur hin. Um der Vision der erfolgreichen Nutzung der Blockchain-Technologie zu erreichen, müssen die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dafür müssen wir eine Roadmap entwickeln. Eine Vision ohne Roadmap bringe keine Ergebnisse. Diana Rees fordert, möglichst viele neue Anwendungen zu launchen. Denn je mehr es auf dem Markt gibt, desto mehr können adaptiert werden.

 

Blockchain-Technologie vereinfacht Rewards

Heike Hölzner

Prof. Dr. Heike Hölzner von der HTW Berlin stellte in ihrer Keynote „Token Economics“ als neues, interdisziplinäres Forschungsfeld vor. Je nachdem mit welchen Rechten und Pflichten Token in einer permissionless Blockchain ausgestattet werden, können sie das Verhalten von anonymen Teilnehmern des Netzwerkes positiv beeinflussen. Empirische Erkenntnisse, z. B. aus der Verhaltensökonomie, helfen dabei, besonders effektive Anreizmechanismen zu gestalten. Prof. Hölzner setzt sich für den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen des Projektes „PABlo“ ein, das vom Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF) gefördert wird. PABlo bringt unter anderem auch Start-ups und KMU in sogenannten “Blockchain-Experience-Labs” zusammen.

Julie Maupin

Dass die Blockchain-Technologie die Incentivierung von menschlichem Verhalten nicht nur ermöglicht, sondern sogar unterstützt, ist ein wichtiger Aspekt der Keynote von Julie Maupin, Director of Social Impact and Public Regulatory Affairs bei der IOTA Foundation. Dadurch entwickle Crowdfunding sich nun zur Sharing Economy weiter. Insbesondere Nachhaltigkeits- oder Umweltprojekte, beispielsweise bei Recycling, profitieren von Rewards. Dadurch bekomme die Technologie das Potential, echte Herausforderungen auf diesem Planeten zu lösen.

 

Spotlight on: Blockchain Startups

Fünf ausgewählte use cases zeigen: Die Blockchain-Technologie wird bereits in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv eingesetzt. Die Auswirkungen auf alternative Finanzierungsformen wird dabei sehr deutlich. 

Real Market beispielsweise will Unternehmen den Zugang zu Kapital erleichtern. CEO Dr. Dušan Gajić beschreibt die Zweitmarktlösung für Private Equity sowie die Equity Crowdfunding-Plattform von Real Market. Durch die Verwendung der Blockchain-Technologie können die Kosten um bis zu 80 Prozent reduziert sowie die Dauer der Transaktionen massiv verkürzt werden. 

Dass bei Blockchain der Nutzen und nicht die Technologie im Vordergrund stehen muss, beweist Jens Glaso von BlockBonds. Seine mobile Banking-App Spenn ermöglicht Menschen ohne Bankkonto gebührenfreie Finanztransaktionen auf dem Smartphone, beispielsweise auf den Philippinen sowie in Ruanda und Tansania. Unter dem Motto „banking the unbanked“ bietet Spenn finanzielle Inklusion; durch Zusatz- und Botschafterprogramme können die Nutzer zudem Geld verdienen („empowerment by employing“). 

Finexity ist einer der Vorreiter bei tokenisierten Immobilien als Investitionsmöglichkeit. Gründer und CEO Paul Hülsmann bietet digitale Investments in Immobilien ab 500 Euro mit einer Laufzeit ab einem Jahr an. So simplifiziert Finexity die Kapitalanlage in Sachwerte – ohne Notar und zu einem Bruchteil der sonst anstehenden Kaufnebenkosten. Mittels der Blockchain-Technologie ist es möglich, die Anteile auf dem eigenen Marktplatz fälschungssicher zu handeln. 

Auf Tokenisierung setzt auch die Fundament Group ein Legal-Tech-Dienstleister, der verschiedene Asset-Investments digitalisiert. Florian Glatz und sein Team bieten als one-stop-shop einen Komplettservice für Recht, Technologie und Vertrieb, um Asset-Klassen zu tokenisieren und regulierte Finanzinstrumente für einen neuen, globalen Anlegermarkt zu schaffen. Der erste eigene STO mit Immobilien von einem Volumen von 250 Mio. Euro steht kurz vor der Bewilligung durch die BaFin.

Die vielfach geforderte Digitale ID stellt Blinking sicher. Die zum Patent angemeldete Lösung gibt dem Nutzer die komplette Kontrolle über seine privaten Daten und erlaubt so den sicheren Prozess eines digitalen Onboardings. Somit, so Entwickler, Matija Milekić schafft Blinking die digitalen Grundlagen für das sichere Betreiben und Nutzen von Crowdfunding-Plattformen, Krypto-Börsen und andere Handelsplattformen.

 

Regulierung: Ja! Aber wie?

Dass eine Regulierung erforderlich ist, liegt auf der Hand und wurde auch von allen Beteiligten gefordert. Wie sie allerdings konkret auszusehen hat, wurde kontrovers diskutiert. Bei der Frage, ob STO wie klassische Assets strukturiert werden können oder ob dafür neue Formen gefunden werden müssen, war sich selbst das dritte Panel „Legal, policy and regulatory aspects for uptake“, moderiert von Tilman Lüder von der Europäischen Kommission, uneinig. Dr. Thomas Dünser, der der Stabstelle Finanzinnovation in Liechtenstein vorsteht und kürzlich das Projekt „Blockchain-Gesetz“ in Liechtenstein geleitet hat zeigte sich offen für neue Modelle, Graham Dick von Aquis Exchange Europe sprach davon, sich eine Hybridlösung vorstellen zu können.

An Zeiten des Neuen Marktes fühlte sich Robert Michels von Dentons erinnert und und appellierte für ein selbstbewusstes Einschreiten der Aufsichtsbehörden in Europa sowie an eine Gleichbehandlung mit den regulierten Anlageprodukten. Hagen Weiss, Senior Officer der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), vertrat die Position des Finanzmarkt-Regulators, der die Entscheidungen über die Zulassung von Finanzmarktinstrumenten unter Berücksichtigung des politischen Auftrags und der Interpretation der bestehenden Gesetze trifft. Er brachte den Regulierungsgrundsatz “substance over form” ins Spiel, anders ausgedrückt: „If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it probably is a duck.”

Es blieb die Frage im Raum, ob die bestehende Finanzmarktregulierung (Stichworte: MiFID I und MiFID II) den neuen Anforderungen der Digitalisierung standhalten kann oder ob es eine ganz neue Regulierung geben sollte, die die Prinzipien der digitalen Finanztechnologien von Beginn an berücksichtigt.

v.l. Tilman Lüder, Thomas Dünser, Graham Dick, Roberts Michels, Hagen Weiss

 

Was bringt die Zukunft?

Im letzten, von Sanja Ugrčić, Access to Finance Specialist von Cardno Emerging Markets Ltd., moderierten Panel ging es um die technischen Herausforderungen. Dr. Veljko Petrović, Chief Research Officer von Real Market, erinnert an die Anfänge des Internet und traut der Blockchain-Technologie eine ähnliche Revolution zu. Um die komplette Transformation zu schaffen, müsse jedoch noch viel Vertrauen aufgebaut werden.

„Die FinTech-Branche zeigt wie das funktionieren kann, so Blockchain-Pionier Meinhard Benn. Zahlungssysteme wie sein Unternehmen SatoshiPay beruhen auf Technologien, die im Internetzeitalter konzipiert wurden, und seien daher viel sicherer als Online-Zahlungen per technologisch überholter Kreditkarte oder Hausbank.“

Alexis Hamel von der Solaris Bank sieht die Zukunft der Blockchain im Mainstream, auch wenn bis dahin noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten sei. Pavel Kravchenko, Gründer von Distributed Labs, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Auswüchse, die sich im Zuge des ICO Runs gezeigt hatten, nicht zu ignorieren sein. Es werde Zeit, dass sich die „seriöse“ Industrie den Möglichkeiten annimmt.

Insgesamt glaubt das Podium, dass der private Sektor am stärksten von der Technologie profitieren wird. Fernab von Black Mirror-Szenarien hat sie das Potenzial, die Gesellschaft zu verändern, unabhängiger zu machen und sich durch Tauschgeschäfte und Rewards zu einem sozialeren Miteinander zu verändern.

v.l. Sanja Ugrčić, Dr. Veljko Petrović, Alexis Hamel, Meinhard Benn, Pavel Kravchenko

Ein Zusammenwachsen sieht Prof. Dr. Matthias Klaes von der University of Buckingham in seinem Schlusswort auch in der gesamten Branche: Alternative Finanzierungsmodelle, Distributed Ledger Technologies, Blockchain, Fintech und Tokenisierung werden sich zunehmend überlappen und eine Einheit bilden.

 

Fazit

Das Potenzial der Blockchain-Technologie für alternative Finanzierungsformen und damit auch für die Crowdfunding-Branche ist riesig. Auch wenn es noch viel Aufklärungsbedarf und Herausforderungen bezüglich der Regulierung gibt, zeigten sich alle Teilnehmer sehr offen dafür, den Wandel aktiv mitzugestalten. Das wurde auch im intensiven Austausch in den Pausen spürbar (passenderweise mit Snacks von Food & Beverages-Startups die über ECN-Mitglied Startnext crowdgefunded wurden) sowie bei der anschließenden Rooftop Afterparty, zu der Dentons und GP Bullhound eingeladen hatten.

Die ECN-Arbeitsgruppe hat die Erkenntnisse der Konferenz bereits am Folgetag verarbeitet. Sie werden mit in die Erstellung eines White Papers einfließen. In den kommenden Monaten bis zur 8. ECN Crowdfunding Convention in Mailand wird die Use Case Analyse erfolgen.

Mehr Informationen unter https://eurocrowd.org.

Dank an die Sponsoren und Partner:
Das 4. CrowdCamp des European Crowdfunding Network wurde unterstützt von RealMarket, Innovestment GmbH, Neofin Hamburg GmbH, Fundament Group und SatoshiPay Ltd. Zu den Partnern gehören das Institut für Angewandte Forschung Berlin IFAF, crowdfunding.de und Dentons.

 

Zur Autorin Christin Friedrich

Christin Friedrich ist Vorstandsvorsitzende des European Crowdfunding Networks (ECN) und leitet dort gemeinsam mit Dr. Conny Weber vom ECN die Arbeitsgruppe „Exploring Blockchain for Alternative Finance“. Sie ist Geschäftsführerin der 2011 gegründeten Crowdinvesting Plattform Innovestment, die sich aktuell auf einem rapide wandelnden Markt neu ausrichtet. Zudem ist Christin Mitglied im Ausschuss für Innovation & Technologie der IHK Berlin, in dem sie gemeinsam mit anderen Unternehmern eine Digitalisierungsstrategie für Berlin entwickelt.

Kontakt: XING | LinkedIn

 

Fotos: ECN

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The Vast Superiority of All-or-Nothing Crowdfunding Compared to Silicon Valley’s Wealthiest Companies https://www.crowdfunding.de/the-vast-superiority-of-all-or-nothing-crowdfunding-compared-to-silicon-valleys-wealthiest-companies/ https://www.crowdfunding.de/the-vast-superiority-of-all-or-nothing-crowdfunding-compared-to-silicon-valleys-wealthiest-companies/#respond Wed, 03 Jul 2019 08:15:00 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1710227 Im Gastbeitrag erklärt John Pratt, Mitgründer der in den Jahren 2005-2009 aktiven […]

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Im Gastbeitrag erklärt John Pratt, Mitgründer der in den Jahren 2005-2009 aktiven Plattform Fundable, warum das Crowdfunding-Prinzip seiner Meinung nach den Modellen der weltweit führenden Digitalunternehmen überlegen ist.

Autor: John Pratt

There are reasons why all-or-nothing crowdfunding benefits everyday society more than most types of websites. For one, unlike the majority of online activities, this kind of crowdfunding can uplift a person’s spirits in a meaningful way. I have been told that personally or seen it written online many times. If web users look more closely, they will realize that all-or-nothing crowdfunding exists in a category by itself and cannot be lumped in with the rest of the Internet’s history. This statement is simply a reminder of what everyone first understood from 2012 to 2013, and then later forgot because of shifting trends: physical products come into existence because of all-or-nothing crowdfunding; the entire modern VR industry owes its existence to it. All-or-nothing crowdfunding can make the Internet a better place by opening up previously blocked economic and social pathways. Collecting money inside a conditional mode does not merely lead to online shopping storefronts, as was the general plan for the Internet in the 1990’s by investors in Silicon Valley. It goes further than simple commerce and makes use of the coordination capabilities presented by a global computer network, turning normal social processes into real-world objects, events, and organizations. In short, all-or-nothing crowdfunding serves society by forcing Internet users to relate their online activity to what they do in the real-world; if what a person is trying to do is of no value to an audience of buyers, most likely his or her project will not get funded at all. Get-rich-quick schemes don’t work very well on this type of website because each project must justify its existence in at least one respect. All-or-nothing crowdfunding has also served to wipe out the naive misconceptions of online users who believed they could raise money for self-centered, unrefined hobbies instead of producing helpful products that a community might want. It is the best thing the Internet has ever had, and until programmers and tech entrepreneurs come to understand why that is the case, it will exist alone, on a level apart.

I intend to explain, from a few different perspectives, why all-or-nothing crowdfunding is different from other categories of website and why it has always been superior in respect to the benefits it provides the Internet. Various, shallow developments in the technology industry over the last decade have led to degenerative effects across the Internet. In particular, there is now a startup environment that is entirely devoted to its own reputation and profit, uninterested in making the web a healthy, interactive place and instead has become obsessed with achieving startup fame and direct cultural influence. The result is a web that is stagnant, reducing itself to four or five major websites, filled with rancor and junk. The majority of startup tech companies are not truly aspiring to help the world in a genuine way, especially when doing so means that they cannot make oversized amounts of money for themselves. When Facebook offered free Internet to certain areas of India in 2015, it did so with a condition: “you will only be able to use Facebook and a few other websites that do not compete with Facebook.” What kind of exploitative philanthropy is this company trying to get away with? It is frequently overlooked that other types of websites (e.g. social media, video game streaming) can hardly manage to contribute to society in a positive way like all-or-nothing crowdfunding does, without it ever needing to donate to charity. Very few all-or-nothing crowdfunding websites have gone through an IPO (initial public offering on the stock market) and the biggest Silicon Valley companies like Google, Amazon, and Facebook have yet to acquire any as part of their corporate portfolios. It sure looks to be that case that the most financially-successful technology companies end up playing the most counter-productive roles for the world, working against any person or society that wishes to live a virtuous and normal life, and breeding social and economic insecurities in people. Nothing comes close to all-or-nothing crowdfunding in terms of benefits for society (despite recent trust issues occurring as a result of negligence by Kickstarter and IndieGoGo). It seems that everything else on the web can be labeled a scourge at some point or at the minimum a privacy offender. This has to do with how those websites came into existence.

First, examine Facebook. If a website that was originally designed as a sort of popularity contest in a college dormitory propagates on an international scale, what will that be like in society? Its earliest objective was to rate people by their appearance. The next version was designed to be a place where people could talk to each other. Will web users feel beneficial or harmful psychological effects after using this website, then? Given where it came from, won’t this website lead an individual to seek after approval (“likes”) from other people, as if maintaining popularity is the objective of Internet use? The origins of these websites (e.g. Twitter, Instagram) are hardly inspirational, nor can any valuable startup lessons be learned from them for the next generation of technology. What actually matters in business life is whether a company provides value to society, not that it can manage to make enormous piles of money for itself or insert its name inside every social crevice of society. There are plenty of issues that arise when discussing the typical Silicon Valley success, then. A person can ask: is it true that the founder of Facebook automatically became qualified to set the framework for socializing on the entire Internet, across nations and cultures, simply because his website went from dormitory room hobby to global online presence in a few years? Is the business story of Facebook exhibiting a correct path of development for the most central social website of the world, which influences international interpersonal communications? McDonalds is by far one of the most wealthy restaurant companies in the world, but are its meals the most beneficial for a person’s diet? Like Facebook, McDonald’s does make the most amount of money compared to nearly any other business in its category, but if your child loves to eat at McDonald’s, should you take him there all the time on account of this? In large part, McDonald’s has been successful because quick access to food is a necessity in the United States, where commuting and driving culture predominate amidst everyday urban life, for both the poor and wealthy. While driving around, there is often a need to consume some food so as to avoid interruptions in the flow of daily tasks. Fast food then fills a necessary role, although not in an acceptable way. Similarly, people who use the Internet will want to do more than search the web for information while they work; they will want to talk to other people intermittently while using the computer. This is a need. Facebook has managed to make a monopoly out of providing social functionality for the Internet in a way that is analogous to unhealthy fast food. The world will want to socialize on the web, to make use of the social dimension provided by the Internet, and so something or someone is going to fill that role. When examined, the path that Facebook took to sit on top of that role has to be described as accidental rather than planned in advance by its founders or it would certainly take on a superior appearance compared to today. As a result, there is often a feeling that anyone could replace McDonald’s or Facebook if he or she tried to do a better job, looked out for the interest of customers, and also didn’t demand an enormous amount of money at every step of the business model. It’s just that this mindset does not accord with Silicon Valley venture capital or typical startup entrepreneurs’ ambitions. It is thus that all-or-nothing crowdfunding sits on the edge of the web while simultaneously playing a vital role for many industries’ advancements, such as product launches in film, software, computer hardware, and even kitchen appliances.

Perfunctory Website Concepts Underly The Most Famous Websites Today

In contrast with social media, all-or-nothing crowdfunding did not come into public awareness through a rushing torrent of “viral” usage, entertain the public for a few years, and then attach itself to people’s lives, making them feel that they cannot escape it because it steers their emotions and social life. Rather, crowdfunding had to be sold to the average web user, an all-or-nothing premise was something that had to be tried out by dozens of people to demonstrate its viability, and it needed a few years to catch on and become well-known. This represents a more healthy path of development and has led to the following: it is often the case that a person is pleased to learn of a new all-or-nothing crowdfunding project because it will likely produce something of value for people or facilitate production of an object that could not normally get investment. Today’s group-based funding phenomenon was enabled by the Internet, it is true, but not in a direct way because the Internet left by itself will not lead to all-or-nothing crowdfunding; it will endlessly produce pages of data, news, and reference information, as this is the most immediate use for a global computer network. The Internet is merely a technological medium, onto which something is deposited— if an online activity is actually positive for society, it will have required a large amount of contemplation and deliberation for it to develop and also appeal to the public in a morally respectable way. So far, the only type of website that fits that description— and whose origins are on the Internet itself— is all-or-nothing crowdfunding.

This is the case because all-or-nothing crowdfunding did not originate from engineering or Internet software development discussions alone. The early 2000’s was still a relatively new period for the web and at that time the only people who knew how to make websites from scratch were those who were interested in computer programming, especially people who had majored in computer science. But computer science is not the study of what computers can do for people, but rather the study of computers themselves and how they are to be organized functionally before being programmed to do a given task. Unknown to the average tech reporter, it is this field of engineering that has driven the vast majority of famous websites over the last two decades and not conceptual goals. It is as if there has been no Steve Jobs making new computer products (websites), only Steve Wozniak, who cares most about what is taking place inside the case of the computer and he starts from that place to make new things. Fundable, the first all-or-nothing crowdfunding website that set the stage for today’s all-or-nothing crowdfunding industry, was an exception in 2005 because it was not formed from a computer scientist’s starting point of focusing on the web’s technologies themselves and then backwards-forming a purpose from those technologies. Although few people have heard of Fundable as the first driver for all-or-nothing crowdfunding, it did actually open the door for later crowdfunding websites to be founded by non-engineers and business people (at IndieGoGo and Kickstarter) who were not programming-oriented or sometimes even technically-inclined (such as Yancey Strickler and Perry Chen of Kickstarter, who said they knew little about HTML or computers when they started). Prior to Fundable, all major website categories introduced on the web were founded or directed by computer-science-oriented people (Amazon: Jeff Bezos, eBay: Pierre Omidyar, PayPal: Max Levchin/Elon Musk, Craigslist: Craig Newmark, Friendster: Jonathan Abrams) and the majority still are today (Twitter: Jack Dorsey, Facebook: Mark Zuckerberg, Instagram: Kevin Systrom/Mike Krieger). It is a programmer’s web that we use today because programmers still have the most influence on a company’s mission. Programmers also collaborate more with each other than with people who have studied different fields when they decide to found a startup project. As stated, they start with technology for the basis of any web or app startup and then try to formulate some kind of purpose that actually derives from their programming expertise and not what people need.

This is a major reason why all-or-nothing crowdfunding is so much better than all of the fatiguing garbage found on the web today, like Twitter. It is a website category whose origins are not rooted in teams of software engineers who base their entire startups around programming whatever random things they have come up with inside the programming systems themselves. Furthermore, all of the major websites on the web we use have been funded by venture capital at some point. This issue is relevant because venture capital is characteristically obsessed with investing in engineering-focused startups, driven mostly by technology, and so the Internet world we live in is bereft of concepts that go beyond the technical implementations of computer programs. The central focus of Twitter, for example, is how short the data length of its posts is, not even what people are saying or doing with the posts themselves with the Internet’s wide array of available technology features. This is why it is a social free-for-all on Twitter and there is no order to much of the Internet interactivity we all live with. The programmers at these startups have to stretch themselves very hard to justify what they have done using website technologies. To illustrate, according to Twitter founders, the reason for choosing the word “twitter” for the website’s name was that one of its dictionary definitions is “inconsequential chatter” (as if that could be, in any way, a good thing for the web). Certainly, that would not be a priority for anyone who is tasked with coming up with a website concept first and then required to program it afterwards (“Let’s program a website filled with inconsequential chatter”). The founders were obviously struggling to come up with a coherent purpose and they ran across the word “twitter” and thought it would justify their programming project not having any overall direction in the first place.

Fundable— the first all-or-nothing crowdfunding website— changed the trend of having engineers set the conversation for a website’s purpose (in particular for crowdfunding websites) because it was a team made of both a computer science engineer and a political science major working together. Louis Helm and I were not working on a computer science or web programming problem for Fundable, but rather a social science one that made use of computer programming. This distinction is critical. Furthermore, unlike the myriad of second-generation crowdfunding entrepreneurs, both individuals behind Fundable (2005-2009) did have technical interests prior to starting the website. We had both been playing with website technology prior to starting the website and we programmed it ourselves. This is not true for either IndieGoGo or Kickstarter, whose founding teams are comprised of business majors or people who studied the humanities, with no technical interests in their earlier lives, and who hired programmers and designer friends to implement what they wanted (mostly borrowed from Fundable, to be blunt about it). The dynamic of having non-technical people lead websites, like Kickstarter and IndieGoGo, is very rare in the Internet industry outside of crowdfunding, in fact. Since our website assisted in the coining of the word “crowdfunding”, I can talk about why other companies are not like that, why they are almost always driven by engineering first and have to make up a purpose for their engineering later.

Making a website for the public that spreads on a large scale should be considered a hefty personal responsibility, requiring a certain amount of research. But today, for most websites and apps, the process usually contains no conceptual research by Silicon Valley’s founders, who have been encouraged and taught by venture capital culture to dominate the world somehow foremost in whatever they do, without taking into account the validity of their business purpose before they start. It is often shallow and technical schemes that take root on the web, making enormous amounts of money, and they end up representing core technologies embedded in the computer, such as online video streaming. These startups often play out as follows: an engineer works at an online payments company called PayPal and learned a website technology called PHP (a programming language for web page content) and SQL (a type of database) and he likes to be part of startup companies. He also has a computer science degree. Then one day he thinks, “why don’t I store, on a server, videos that people shoot in their spare time? I’ll make a website that retrieves videos from a database and serves them on web pages. Then, the public can upload its own videos and watch them.” He doesn’t have any filmmaking interests. He doesn’t even care about quality of camera work, audio work, or anything related to video production, nor does he bother to look into those topics in the slightest before programming a website consisting entirely of video “content.” He just knows how to push data into a database and serve it on a website— the base functionality built into the web and the expertise carried by a programmer. In this case, the data is in the form of video (instead of digital pictures or text). Then, because he worked at PayPal, he knows individuals in Silicon Valley who have lots of money to help him try out the startup he is doing. The startup’s goal is just to let everyone in the world upload whatever they want to the website’s big database that sits behind the web pages. This is the story of YouTube.

YouTube as The Case Study of Shallow Website with Extreme Success

That is far from an admirable reason to start YouTube. What would a later generation draw from that strictly-technical setup (database of videos + web pages)? In fact, the very first YouTube video, uploaded by one of the website’s founders, features the programmer deliberately blathering about elephants at the zoo, to test out the website. What would a second version of the website look like, then? I can tell you, personally, that the first examples for all-or-nothing crowdfunding projects were intentionally crafted to show what crowdfunding could do for people in the future, to anticipate what all-or-nothing crowdfunding could be and how the public could best use it. There were no such considerations at YouTube in regards to video uploads, nor are there any at the typical Silicon Valley startup for whatever it happens to be doing. Did the YouTube founders want the first “Me at the Zoo” video to set the stage for millions of people to upload rambling videos of themselves, with low-quality camera work? It’s not like YouTube followed that first video with a better one and said, “this is really what we want YouTube to be.” They didn’t have any goals for what videos would be on their website when they started. In fact, they didn’t have any broader plans for their video startup because they were programmers focused entirely on the software engineering side of the situation, as is usually the case. The result corresponds to that.

Today, YouTube is not much more than a growing, mountainous heap of video files where rants with shaky handheld camera footage sit right next to multi-million-dollar music video productions, as if every executive who works at YouTube is content mixing his socks and underwear inside his t-shirts drawer. This situation satisfies tech reporters nonetheless, who fail to understand what an achingly shallow move it originally was to simply place video data into a database and then serve it on a webpage, affixing a title and view count to the video data. News stories that talk about YouTube and its various dramas never step back to see the larger picture: this website amounts to very little from an interactive media perspective. When it does require complex technical solutions in data centers, it is only because the its user base has grown. YouTube is something extremely mundane that grew extremely large.

Since the YouTube website is not much more than a technical linking of video files and data storage at a basic level, it isn’t serving society very much compared to what a lot of people believe. The purpose of mentioning this is to illustrate how different all-or-nothing crowdfunding is from the typical Silicon Valley startup that does whatever it takes attract attention and money, always believing that focusing on software engineering by itself will lead it to positive conceptual outcomes. YouTube didn’t have any broader objective than to provide a place for uploading junky, random, homemade videos, yet it is a huge “success.” At the time of its introduction, its goal was the “democratization” of video uploads, to allow the masses a chance to somehow compete with television (hence the name YouTube). But its ability to gain a foothold on the web was actually a result of an unexpected development, that it became a storehouse for copyrighted television shows, uploaded by the public. This phenomenon is, by many accounts, what helped it gain popularity in its early days. YouTube was not, as the founders had planned, increasingly successful because large numbers of people had become respectable video producers overnight on account of the website providing upload space— a naive idea that could only originate from insular programmers in Silicon Valley with nothing more than an interest in startup success. A major initial attractor of YouTube was not that it was really “your alternative to the fixed entertainment of the television tube,” but that many people began to upload professionally-produced television clips and song files, either current or old. Alongside this was always the rambling videos. Wouldn’t YouTube be more aptly named VideoHodgepodgeMountain? At some point, well-known celebrities and public figures began to recognize the website and upload their own professionally-produced videos. As I said earlier, there is a need being fulfilled, just in an unacceptable way; people need a place to upload videos when their computers and smartphones have such powerful capabilities. YouTube assists people in doing this, very lazily, in the same way that Facebook provides a forum for socializing that is unpleasant to use.

Even a non-technical person can see that YouTube is not much besides a big video file dump with a search box at the top. In fact, the “YouTube creator” culture, in which the average joe and television watcher could venture online and make nicely-produced videos, gain millions of regular viewers, and gain some kind of recognition in society comparable to television show hosts, came much later. In reality, there were no conceptual objectives for what to do with the uploaded videos, what the public would be directed to do before uploading them, or how they would be presented and organized. As is the case with a multitude of other “successful” Silicon Valley startups that dominate the web today, from the very beginning there was always a mismatch of intention and outcome behind the founding of YouTube: the way it turned out was not what they were going for because what they were going for made no actual sense, that the common man would produce quality videos anywhere near the standard of television productions. If you don’t hire anyone who knows anything about television screenwriting and production when you program a brand-new video website, shouldn’t you expect to get a bunch of junk uploaded to your website? Even today, the most popular YouTube “creator channels”— the channels that originate from YouTube itself— are filled with cheap stunts to get video views, lazy commentary, fluff content that is deliberately cranked out to make easy advertising money, and all sorts of videos that lack basic editing self-discipline to cut out the chaff before publication. The majority are a little bit unhinged and interspersed with product endorsements— for videos as short as 10 minutes long. The number of YouTube “creator channels” dedicated to making product reviews for computers and smartphones is astonishing— there are people who buy video editing equipment setups just to make a video review about the editing equipment they just bought and used to make the video. Frequently, YouTube “creators” will make videos talking about how they make their videos or how to start a YouTube channel and get lots of viewers like they have. It is no surprise because, as stated, YouTube’s foundation was the most superficial a person could put out on the web: take technology A (video files) and merge it with technology B (database information served on web pages). Then, somehow equal access of video production for the masses was going to occur and make a nice website for everyone to use. This is what you can expect when software programmers are tasked with devising a website from within computer technology itself.

Mixtures of Default Computer Functionality Drive Major Websites on The Web

It isn’t that there is no useful side to YouTube today or that no one can find anything valuable on it. The problem is, with all of these websites we use, not just YouTube, they should be considered undeveloped examples of Internet applications, something the lay person has a hard time knowing unless it is explained. They aren’t doing anything of uniform and dependable value like many all-or-nothing crowdfunding websites do. The majority of Silicon Valley startups have done little more than combine default technological functionality provided in every desktop computer operating system (e.g. databases, image and video processing) and then mixed those functions together in slightly different ways— exactly what a software engineer would do if left to direct the web using raw technologies at his command as a starting point. In truth, this is a pattern across the entire web. Instagram is definitely the same technical setup as YouTube in regards to the technologies it uses and their general form: just upload your photos or short videos from a phone and Instagram will process them and store them in a database for later retrieval. Instagram’s servers display photos on smartphone apps or web browsers, ordered by date, from the database, and they are organized in the database by the screenname of whoever uploaded them. The only major difference between YouTube and Instagram technically is that photos are the main feature of Instagram and they have been presented on the web page or phone app in a different manner. This is like doing nothing at all from a tech entrepreneurship perspective; it is an engineering distinction. There is absolutely no digital media academic theory behind any of it, and it is the Silicon Valley norm: a slight degree of difference in technical implementation is all that separates the most famous websites today from each another. Maybe on one website or app the video clips will have a technically-imposed time limit, which will be the entire website’s scheme to attract web visitors (e.g. TikTok, where clips have a 15-second time limit). With the smartphone app Snapchat, the chat’s text has been programmatically instructed to disappear after a certain period of time. But, it is all basic database storage and retrieval, detached from any larger purpose, something available to programmers since the beginning of the Internet, just with faster computers and larger storage. For all major social websites today, the interchangeable subject for what their company works on is data type (image, text, video, etc.) and the company is centered around programming with that one data type in its own narrow, idiosyncratic way. Something may be restricted artificially, like character count (Twitter) and that will be the supposed core feature provided by the company.

Is that what crowdfunding is? Not at all. Crowdfunding does use the default technology built into desktop computers, but it has an actual purpose for using any of it at every point of the process. This is a major contrasting feature: there is an actual, overall purpose for each technology used. If there are videos produced, they exist for the objective of persuading an audience to join the mission of an all-or-nothing crowdfunding project. If there are images and text presented to web visitors, they are communicating something about the larger end-goal. If there are comments from the audience and exchanges with the project organizer, it is because something is happening on an all-or-nothing crowdfunding project and there is movement towards a definite resolution— even if that outcome is an unsuccessful one for the project organizer, who has to write his project in a different way next time. What occurs on an all-or-nothing crowdfunding website will frequently produce a new, real-world object or event. The activities and discussions taking place on the all-or-nothing crowdfunding projects are not necessarily tethered to the digital realm of the Internet or to the crowdfunding websites themselves; the websites truly act as a tool or medium for what people need to do in real life instead of chaining them to the web or a smartphone app. Usually, all-or-nothing crowdfunding is not self-referential either— it doesn’t create crowdfunding projects to fund more crowdfunding websites that exist to just talk about crowdfunding. Finally, all-or-nothing crowdfunding is a lot more than the direct digitization of an existing real-world activity, like shopping at a store (e.g. Amazon), taking out a classified ad in the newspaper (e.g. Craigslist), or ordering take-out food from a restaurant (e.g. GrubHub). Those are the most straightforward startup pitches for the Internet— the ones that anyone who was business-oriented might have mentioned when the first Internet websites arrived— and they comprise a large portion of wealthy Silicon Valley companies.

Compare all of what all-or-nothing crowdfunding does to advance physical activities in the real world with what Facebook does: relay random, and often unneeded, communications data from databases back to people’s phones and desktop computers, with no conceptual objective behind it. There is even a box at the top of Facebook prompting people to talk when they have nothing to say (“What’s on your mind?”). If you don’t want to speak, why is Facebook asking you to speak? The telephone company does not say in advertisements, “why don’t you pick up the telephone and for no reason give someone a call today?”, but now it is as if someone does exactly that. This answer is, Facebook and Twitter are trying to the fill the web with anything, even junk and chatter, to keep their network talk machines going. Doesn’t this sound a lot like YouTube, whose founders are content to have anything deposited onto their servers, just to show people doing something and driving video view counts and therefore advertising money to the website? One way to realize how decayed the web has become is to remember that there was once a thrill in “surfing the web” in the 1990’s because of all of the entertaining things a person might run across— a kind of fun you can often still have when browsing all-or-nothing crowdfunding websites. But today, if anyone were to talk about “taking a break and surfing all kinds of web pages on Facebook,” he would make others feel ill just by saying it. Telling someone that you are browsing videos on YouTube will also make someone grimace, knowing that it’s not exactly a bad thing to do, but that YouTube presents all kinds of unpleasant video encounters for a person
who browses it. The unsuspecting public, with no knowledge of how shallow today’s major websites are at a technical level and how far away the Internet is today from what people thought it could be, believes that everything has to be this way. Today, whatever exists on the web is attractive enough for large numbers of people to use it and admire its founders for making millions (or billions) of dollars because the majority of people do not know when the web is in a technologically pathetic state.

Crowdfunding Is Less Profitable for Website Investors, But Causes Few Social Problems

Since the majority of popular Silicon Valley website companies have no conceptual foundations for what they do and are essentially storing and retrieving data (for Facebook: “here is your first and last name, the name of where you went to school, your list of friends and their names, etc.”) what happens is they become empty spaces for the worst, most lazy societal behaviors. A person can become a successful video “producer” on a YouTube “channel” without ever learning how to produce video. A video producer also does not have to have a passable speaking voice to become a famous host on a YouTube channel. A bad television show will go off the air, but a half-hearted YouTube channel will stick around as long as the person has free time to perpetuate it. Most of this is invisible to the lay public because of how profitable YouTube is for its parent company, as well as the video-makers who use it.

All-or-nothing crowdfunding is less profitable for website owners by comparison and has virtually no chance of becoming a multi-billion-dollar venture for a corporation. This is an underemphasized point in Internet industry discussions. All-or-nothing crowdfunding’s business model is immediately honest in an old-fashioned way and that is a major reason it won’t make anyone a millionaire simply for coding a heap of website junk: every penny taken from customers has to be earned somehow because if all-or-nothing crowdfunding websites do not produce real value and foster a healthy environment for themselves and their project organizers, there will be no percentage cut for them. They have to expend actual effort to make it easier for project organizers to get their projects done and often need to guide them through the process to produce better sales copy or videos for their projects. Today, if they don’t fix public trust issues that they created because they failed to punish scam projects, they risk losing much their business in the future. There is accountability built into every level of this industry.

On YouTube, there isn’t even an open video production training program for the general public, to assure some quality level for content. This is the sort of thing you are supposed to do when you start a website that does something: you make sure that people know what they are doing when they come to your website. A person can gain hundreds of thousands of video views while exhibiting a poor command of presentation, repeatedly, and YouTube executives simply do not care because it will still drive traffic to the website just the same. Disturbingly, there are entire YouTube video “channels” devoted to destruction of brand-new, sometimes expensive, electronic goods and there are countless exhibitions of repugnant waste (e.g. a person shooting his own car windows, someone filling an entire backyard with sponges), with YouTube users doing almost anything to get large view counts. There is one particular YouTube channel that uploads video after video in which a father and son use saws and knives to cut in half commercial goods to “see what is inside” them, such as toys and household objects. These YouTube videos are never “demonetized,” the term YouTube uses for suspending ad revenue sharing. Frequently, a person runs across these wasteful, detestable videos and thinks, “someone could have used that machine you just destroyed!”

Just like YouTube in preceding examples, Facebook does very little work to positively shape the contents of its website, which earns it so much ad revenue, and the same is true for Twitter. I watched a video online in which a former executive at Myspace (the social media company that existed opposite Facebook in the late-2000’s) said that a major selling point that helped the founders sell their company to Fox for hundreds of millions of dollars was that there were no website content production costs for them and they could make money just by hosting what people talk about all day. In the interview, he thought that it was a pretty clever way to have made a fortune. What this tells us is, these companies do not even care that they don’t contribute to the “content” that they serve and they consider it a form of business savvy to be doing so little while making their fortunes. In regards to what their website users talk about, the executives at these companies usually don’t have much of a plan for the future apart from letting people blather like they always have. Yet, reporters at publications like The New York Times want to write books about sordid dramas behind these websites or other Silicon Valley companies, such as a troubled online taxi company that was estimated to be valued at 10 billion dollars someday— even though there isn’t a respectable technology story to tell there. Don’t you want to know how the world can make more IndieGoGo websites, tech reporter? No, they don’t. They have told me that, at least in their unresponsiveness. So what if there is an online taxi service that hires contract drivers (so that it doesn’t have to pay them much) and rips people off, including the drivers, so that it can make huge profits? The stories reported by American tech new media are not reflective of the true situation of what matters today. Why are politicians up in arms about all of the degenerate phenomena in social media, but they are usually quite positive about the economic and spiriting effects of all-or-nothing crowdfunding? They are even trying to help all-or-nothing crowdfunding by passing new laws to let it do more things, expanding its range for business activity. By contrast, they want to restrict social media websites and punish them somehow. Some American legislators even want to break up Facebook into smaller companies. Privacy issues are largely irrelevant for all-or-nothing crowdfunding websites, as the information tracked by the websites usually isn’t anything a person would be afraid to reveal. Why is all of this the case? It comes down to how all-or-nothing crowdfunding came into existence.

Without the web’s specific technological format, there cannot be a Twitter or Facebook because those companies are inextricably tied to the technologies of the web, like HTML. But, in fact, a person could re-implement all-or-nothing crowdfunding on a variety of technological media besides the web. To give an example, a cable television channel could have hundreds of people call a phone number and provide their credit card number, then report the results of an all-or-nothing crowdfunding project on a live television show, similar to an unfolding election. Then, if the collection goal were not reached, the cable channel would refund the credit card payments to everyone who called in. This is still all-or-nothing crowdfunding. The most flexible medium today is the Internet, though, and this why all-or-nothing crowdfunding takes place there instead. The key point is that it isn’t technology that drives all-or-nothing crowdfunding, but rather Internet technology is the best vehicle for what all-or-nothing crowdfunding is doing. But take away the web or Internet, and nearly every other website category will cease to exist and be unable to find another technological space (unless its business category already existed beforehand, such as shopping at a store, taking out a classified ad, or ordering take-out food).

The superiority of all-or-nothing crowdfunding comes from how it asks the public to do something to get something. Internet users often must go out of their way to make good crowdfunding pitch videos and write convincing sales copy for the crowdfunding web pages because they know that doing so can make the difference for their project’s success. If you would like to exhibit your most vain personal moments, Instagram, Facebook, Twitter, and YouTube are all out there to assist you, to let you do it right away on your smartphone. But, if all-or-nothing crowdfunding is going to do something for you, you are going to have to put out significant personal effort to get support from other people and this is a good principle for a website. For the world to improve, it will take more than startup entrepreneurs giving everyone more of what they want, like more chit-chat, more celebrity personal photos, and more streaming videos of whatever is uploaded by the impetuous public.

Zum Autor John Pratt

John Pratt hat im Jahr 2005 Fundable mitgegründet. Die US-Plattform hat weltweit als erstes Crowdfinanzierungen nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ für verschiedene Projekttypen angeboten. Im Jahr 2009 musste Fundable jedoch den Betrieb einstellen.





 



Titelfoto: Fotomontage, Hintergrund Pexels mit Abbildungen von Produkten, die über Kickstarter und Indiegogo finanziert wurden.

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Crowdfunding und Landwirtschaft – ein erster Einstieg https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-und-landwirtschaft-ein-erster-einstieg/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-und-landwirtschaft-ein-erster-einstieg/#respond Thu, 02 May 2019 08:27:48 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1670879 Auch für landwirtschaftliche Projekte kann sich ein Crowdfunding anbieten. Im Gastbeitrag gibt die […]

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Auch für landwirtschaftliche Projekte kann sich ein Crowdfunding anbieten. Im Gastbeitrag gibt die Beraterin Mona Knorr einen Überblick über die Entwicklungen und zeigt verschiedene Beispiele auf.

Autorin: Mona Knorr

20.000 € fehlen Amelie und Franziska Wetzlar für den Stall, den sie für ihre seltenen Krainer Steinschafe bauen wollen. Diese sind während des Sommers zwar auf dem Grünland rund um den Milchschafhof Pimpinelle im Oderbruch unterwegs – doch im Winter stehen sie in den alten Kuhställen, die sanierungsbedürftig und arbeitsintensiv sind. Um die Finanzierungslücke zu schließen, haben sich die beiden Landwirtinnen für eine Crowdfunding-Kampagne entschieden: Wer mithilft, ihre „Schafe ins Trockene zu bringen“, bekommt wahlweise Käse oder Schafwolle, kann an Hofführungen teilnehmen oder wird gleich Patin oder Pate eines Schafes.

Landwirtschaftliche Projekte wie das von Amelie und Franziska Wetzlar finden sich bisher nur sehr vereinzelt auf deutschsprachigen Crowdfunding-Plattformen. Es sind vor allem Direktvermarkter, also Bäuerinnen und Bauern, die Crowdfunding-Kampagnen nutzen. Sie realisieren mit Hilfe der Crowd Käsereien und Ställe, aber auch Maßnahmen für den Schutz von Bienen oder den Erhalt von Streuobstwiesen.

Crowdfunding und Solidarische Landwirtschaft

Eine weitaus größere Gruppe der landwirtschaftlichen Crowdfunding-Projekte kommt aus dem Umfeld der sog. SoLaWis (solidarische Landwirtschaft). Für diese communitygetragene Wirtschaftsform (auch: CSA = Community Supported Agriculture) schließt sich eine Gruppe privater Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem Hof oder mehreren Erzeugerbetrieben zusammen und teilt die jährlichen Kosten für die Landwirtschaft unter den Mitgliedern auf. Diese bekommen dafür die gesamten Erzeugnisse in regelmäßigen Ernteanteilen. Die einzelnen Produkte erhalten dadurch einen Wert, haben aber keinen Preis mehr. Die Verbraucher*innen übernehmen Verantwortung für den Betrieb und die Landwirt*innen erhalten Planungssicherheit. Solidarische Landwirtschaften wie plantAge in Frankfurt/Oder haben Crowdfunding genutzt, um die Pachtgebühren für das erste Jahr zu sichern und Mitglieder zu gewinnen, andere nutzen das Tool, um kleinere Projekte wie Hühnerställe zu finanzieren. Im vergangenen Jahr konnten außerdem zwei bestehende SoLaWis den Kauf von Land über Crowdinvestingkampagnen auf der noch in Entwicklung befindlichen Plattform Opencrowdinvest zusammen mit der Kulturland eG finanzieren.

Crowdfunding im Lebensmittelhandwerk

Eine dritte Gruppe von Kampagnen, die eng mit dem Bereich Landwirtschaft verknüpft ist, sind Projekte aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks. Hier sind die Grenzen zu den Food-Startups natürlich fließend. Aber Kampagnen wie die der Metzgerei Jäger & Sammler oder auch solche für Kaffee, Bier oder Schokolade nehmen häufig die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zum Verbraucher mit in den Blick und binden die oftmals kleinbäuerlichen Erzeuger*innen aktiv mit in die Kampagnen ein.

Das Potential – Dialog, Öffentlichkeitsarbeit, Wertschätzung

Die Kampagne für den Schafstall im Oderbruch zeigt, dass Crowdfunding neben der (Teil-) Finanzierung von Projekten weitere Chancen für landwirtschaftliche Betriebe bietet: Der direkte Kontakt zwischen Projektinitiator*in und Unterstützer*in ermöglicht Austausch und Dialog. Die Kommunikation während der Kampagne ist Öffentlichkeitsarbeit für den Betrieb und führt (bestenfalls) zu mehr Verständnis, Hintergrundwissen und höherer Wertschätzung von Arbeit und Produkten. Besonders in den aktuellen Debatten um Subventionen, Lebensmittelverschwendung, den Einsatz von Pestiziden, Lebensmittelpreisen, Artensterben und Klimakrise ist ein direkter Austausch zwischen landwirtschaftlichen Produzenten und Konsumenten nötiger denn je – Crowdfunding kann eine Möglichkeit sein, von Seiten der Landwirtschaft diesen Austausch anzustoßen oder zu intensivieren. Gleichzeitig ist der Support einer Crowd auch ein deutliches Signal an den Hof und möglicherweise Startpunkt einer stärker solidarisch getragenen Beziehung. Dass sich gute Öffentlichkeitsarbeit durchaus lohnt, zeigt etwa der Blog Hofhuhn.de des Biobauern Ingmar Jaschok, der seine Crowd in seine tägliche Arbeit auf dem Hof involviert und gemeinsam mit ihr das Hofhuhn-Projekt weiterentwickelt.

Die Herausforderungen – verfügbare Zeit, Budgets und die Skepsis der Kund*innen

Egal ob SoLaWi oder Hof mit Direktvermarktung – eine Crowdfunding-Kampagne kostet viel Zeit und ist mit sehr viel Kommunikationsaufwand verbunden. Während dies von den gemeinschaftsgetragenen SoLaWis i. d. R. gut organisiert werden kann, stoßen Bäuerinnen und Bauern mit Arbeitstagen von 12-14 Stunden oft an ihre zeitlichen Grenzen. Auch bei guter Vorbereitung bleibt wenig Raum für die tägliche Kommunikation mit der Crowd. Gleichzeitig sind die Budgets auf Höfen oft so knapp, dass an professionelle Unterstützung nicht zu denken ist. Neben dem engen Zeitbudget kämpfen die Bäuer*innen oft auch mit der Skepsis der bereits bestehenden Kunden. Diese beteiligen sich lieber direkt finanziell, als der Crowdfunding-Plattform ihre Daten zu überlassen. Zudem schätzen viele Verbraucher*innen den persönlichen Kontakt zu den Erzeugerinnen – eine digitale Kampagne sollte daher immer um analoge Kontaktmöglichkeiten wie Hofführungen und Infoabende ergänzt werden.

Ausblick

Crowdfunding bietet neben bereits existierenden Formen gemeinschaftlicher Finanzierung wie Patenschaftsmodellen, Genussrechten, Gutscheinen mit späterer Fälligkeit oder Verbrauchergenossenschaften im landwirtschaftlichen Bereich, vor allem für kleine(re) Betriebe großes Potential. Aktuell wird es vor allem von solidarischen Landwirtschaften genutzt, weil Crowdfunding hier zusätzlich für die Mitgliederwerbung genutzt werden kann und die Projekte von Beginn an crowdbasiert angelegt sind. Es lohnt sich für Bäuerinnen und Bauern, die Dynamiken und Möglichkeiten von Crowdfunding stärker in den Blick zu nehmen. Gleichzeitig können die Erfahrungen etwa aus Genussrechtskampagnen oder dem Direktvertrieb über Hofläden und Abokisten das Thema Crowdfunding bereichern.

 

Zur Autorin Mona Knorr

Mona Knorr ist selbstständige Crowdfunding-Beraterin und beschäftigt sich mit den Chancen und Möglichkeiten von Crowdfunding und anderen crowdbasierten Modellen in Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk. Auf ihrem kürzlich gestarteten Blog communitysupported.org schreibt sie über verschiedene Aspekte dieses Themas, interviewt erfolgreiche Kampagnen und stellt spannende Projekte vor. Feedback, Anregungen und Diskussionen zum Thema sind willkommen!

Weitere Informationen
www.communitysupported.org
www.monaknorr.de
kontakt@monaknorr.de

Foto: Simone Naumann

 

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Deutsche Banken im Crowdfunding-Check https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/ https://www.crowdfunding.de/deutsche-banken-im-crowdfunding-check/#respond Thu, 02 May 2019 08:19:58 +0000 http://www.crowdfunding.de/?p=1090934 „Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von […]

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„Bald wird jedes Geldinstitut der Welt Crowdfunding anbieten“. So die Prophezeiung von Slava Rubin, dem Gründer der US Crowdfunding-Plattform Indiegogo, in einem Interview im Jahr 2014.

2015 sind wir in einer ersten Bestandsaufnahme der Frage nachgegangen, inwieweit sich deutsche Banken dem Thema Crowdfunding geöffnet haben.

Wie ist der aktuelle Status? Im Crowdfunding-Check listen wir alle deutschen Banken, die sich nach außen erkennbar mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Sollte das Crowdfunding-Angebot einer Bank fehlen, freuen wir uns über eine kurze Mitteilung.

Letztes Update am 02.05.2019 (Ergänzung: Übernahme von Main Funders durch Creditshelf)

Banken mit eigenen Crowdfunding-Plattformen

Hinweis: Die hier genannten Plattformen sind mit den Markenlogos der jeweiligen Banken beflaggt, allerdings werden sie nicht immer von den Banken selbst betrieben. Informationen zur Betreibergesellschaft finden sich unter „mehr Infos“ oder im Impressum der Plattform.

Spenden
Crowdfunding
Rendite
Crowdfunding
Baden-Württembergische Bank JaBW Crowd
www.bw-crowd.de
mehr Infos
Evangelische Bank

JaZusammen Gutes Tun
www.zusammen-gutes-tun.de
mehr Infos
GLS Bank JaJaGLS Crowd (Crowdinvesting)
www.gls-crowd.de | mehr Infos

Gemeinschaftscrowd (Spenden)
gemeinschaftscrowd.de| mehr Infos
IBSH Förderbank Jawir bewegen SH
www.wir-bewegen.sh
mehr Infos
Sparkasse JaJa99 Funken
www.99funken.de
mehr Infos

Einfach.Gut.Machen.
www.einfach-gut-machen.de

Deutsche Crowdinvest
www.deutsche-crowdinvest.de
mehr Infos
PSD Bank Köln eG JaMehr durch gemeinsam
www.mehr-durch-gemeinsam.de
Volksbanken Raiffeisenbanken JaJaViele Schaffen Mehr
www.viele-schaffen-mehr.de
mehr Infos
http://www.vr-crowd.de
Kooperation VR Würzburg und CrowdDesk

Beteiligungen von Banken an Crowdfunding-Anbietern

Beteiligung
Die Commerz Real (Asset- und Investmentmanager der Commerzbank Gruppe) ist mit 24,9 Prozent zweitgrößter Gesellschafter der Immobilien-Plattform Bergfürst | mehr Infos
Volksbanken Raiffeisenbanken Beteiligung
Die Berliner Volksbank ist an der Immobilien-Plattform Bergfürst beteiligt. | mehr Infos
Triodos Bank Beteiligung und Kooperation
Die Triodos Sustainable Finance Foundation hat Anteile an bettervest erworben. Die Triodos Bank will vertriebsseitig kooperieren | mehr Infos

Weitere Crowdfunding-Aktivitäten von Banken

Banken, die sich über Kooperationen, Studien, Werbeanzeigen oder andere Aktivitäten dem Thema „Schwarmfinanzierung“ nähern.
Commerzbank Kooperation
Mit "Main Funders" hat die Commerzbank ihren Kunden zeitweise eine eigene Crowdlending-Plattform angeboten (mehr Infos im Interview).
Mittlerweile hat die creditshelf AG die Lending-Plattform übernommen (mehr Infos).
Consors Bank Werbekooperation
Präsentation einzelner Crowdinvesting-Plattformen | Seite anschauen
Deutsche Bank Studie
DB Research (2014): "Die digitale (R)evolution im Finanzsektor" | Download

Marketing
Anzeigenschaltung zum Thema "Crowdfunding". Link geht auf Landingpage mit Crowdfunding-Infos und Hinweisen auf das eigene, klassische Kreditangebot. | Landingpage anschauen
KfW Bank Kooperation
Die KfW Bankengruppe unterstützt die Crowdlending-Plattform LeihDeinerStadtGeld als „ideeller“ Sponsor auf der Suche nach kommunalen Infrastrukturprojekten.
mehr Infos
L-Bank Kooperation
Möglichkeit der Kombination eines Crowdfunding bei Startnext mit einem Mikrokredit | www.mikrocrowd.de
Sparkasse Studien Sponsoring
EFNW, Uni Oldenburg (2014): "Zukunftsperspektiven im Crowdinvesting" | Download

Marketing
Schaltung von Sponsored Posts zum Thema Crowdfunding mit Hinweisen und Links auf das eigene, klassische Kreditangebot | Beispiel für einen Sponsored Post
Investitionsbank Berlin Kooperation
Kombination eines Crowdfunding bei Startnext mit einem Kredit | www.startnext.com/pages/ibbmikrocrowd
Sparkasse Spenden-Partnerpage
Partnerpage der BBBank bei Startnext | www.startnext.com/pages/bbbank-crowdfunding

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Foto: unsplash.com

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Corporate Crowdfunding: Wie IBM und Audi ihre Mitarbeiter-Crowd einbinden https://www.crowdfunding.de/corporate-crowdfunding-wie-ibm-und-audi-ihre-mitarbeiter-crowd-einbinden/ https://www.crowdfunding.de/corporate-crowdfunding-wie-ibm-und-audi-ihre-mitarbeiter-crowd-einbinden/#respond Thu, 04 Apr 2019 12:05:37 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1653842 Von Corporate Crowdfunding spricht man, wenn Firmen das Crowd-Prinzip für interne Innovationsprozesse […]

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Von Corporate Crowdfunding spricht man, wenn Firmen das Crowd-Prinzip für interne Innovationsprozesse nutzen. Während IBM schon vor mehreren Jahren damit experimentierte, testet jetzt auch der deutsche Autobauer Audi ein internes Crowdfunding-System.

Über Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter wurden schon vielzählige innovative Ideen finanziert und zum Leben erweckt. Der Gedanke, das Crowd-Prinzip auf firmeninterne Innovationsprozesse zu übertragen, scheint naheliegend. Beim Corporate Crowdfunding (auch Enterprise Crowdfunding genannt) gelten meist die bekannten Prinzipien. Mitarbeiter stellen ihre Projektideen mit einer festen Zielsumme und einer klaren Funding-Laufzeit auf einer digitalen Plattform vor. Die Kollegen können dann abteilungsübergreifend die Projekte unterstützen, die sie für sinnvoll erachten. Der große Unterschied zum öffentlichen Crowdfunding liegt darin, dass die Mitarbeiter kein privates Geld einsetzen, sondern ein ihnen von der Firma bzw. der Abteilung zur Verfügung gestelltes Budget nutzen.

IBM experimentierte mit wissenschaftlicher Begleitung

Das US-Unternehmen IBM experimentiert seit 2012 mit einem internen Crowdfunding-System. Die Umsetzung wurde wissenschaftlich begleitet. Michael Muller hat mit weiteren Forschern mehrere Studie dazu verfasst. Im Interview mit dem Havard Business Manager berichtete Muller von einer hohen Beteiligungsquote. So haben 45% der Mitarbeiter das ihnen zur Verfügung stehende Budget auf der Plattform eingesetzt. Der Forscher erklärt, dass es für die Mitarbeiter entscheidend war, bei der zur Auswahl stehenden Projekten einen gemeinsamen Nutzen zu sehen: “What matters to people is that they can see shared utility amongst themselves, or for clients, or for IBM, or for customers.”

Meilenstein im Wandel der Firmenkultur von Audi

Auch Audi testet neuerdings eine geschäftsübergreifende Crowdfunding-Plattform, auf der Ressourcen zwischen den Abteilungen gebündelt werden sollen. Der Autobauer bezeichnet die Einführung der neuen Methodik als „einen Meilenstein im Wandel der Unternehmenskultur“. In der Erprobungsphase des internen Tools können alle Mitarbeiter an den deutschen Standorten der AUDI AG arbeitsbezogene Projektideen vorschlagen, mit Kollegen teilen, darüber online diskutieren und mitfinanzieren.

Frank Loydl, Leiter der Audi IT und Chief Information Officer (CIO), erklärt: „Audi Crowdfunding bringt kreative Mitarbeiter aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit internen Investoren zusammen, um gemeinsam mutige Ideen umzusetzen. Mit dieser zukunftsweisenden Arbeitsmethode fördern wir die Eigeninitiative unserer Mitarbeiter und stärken gleichzeitig das Wir-Gefühl im Unternehmen“.

Was sind die Vorteile von internem Crowdfunding?

Die Gründer der Table of Visions GmbH gehören zu den deutschen Crowdfunding-Pionieren. Das Unternehmen bietet seit 2012 Software an, die für interne Crowdfinanzierungen genutzt werden kann. Die Berliner haben, neben Lösungen für die Sparkassen-Finanzgruppe und die Eisenmann SE, jetzt auch die bei Audi eingesetzte Plattform entwickelt. David P. Heberling, Co-Geschäftsführer bei Table of Visions, sieht in der Einbeziehung von Mitarbeitern in Innovationsprozesse positive Effekte auf die Innovationskraft eines Unternehmens und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Er erklärt: „damit sich Unternehmen auch zukünftig erfolgreich am Markt positionieren können, müssen interne Potenziale stärker ausgeschöpft und genutzt werden”.

Der Audi Manager Frank Loydl verspricht sich von der neuen Plattform, dass gute Ideen die nötigen Ressourcen bekommen und die Zusammenarbeit schneller, transparenter und effektiver wird.

Was für Projekte werden finanziert?

Über die interne IBM-Plattform wurden laut Studienautor Michael Muller verschiedenste Projekte finanziert, wie zum Beispiel technische Lösungen zur Verbesserung der internen Zusammenarbeit oder Einrichtungsgegenständen für die Arbeitsumgebung.

Durch die Nutzung der Audi-Plattform sind nach Angaben des Unternehmens schon mehrere erfolgreiche Projekte entstanden. In einem genannten Beispiel haben rund 20 verschiedene Abteilungen aus unterschiedlichsten Bereichen Gelder für ein Konzept zur Kinderkommunikation beigesteuert. Mit Hilfe der internen Crowdfinanzierung wurde ein Agentur-Pitch durchgeführt und ein Style-Guide für die Identifikationsfigur „ADUI“ entwickelt. Bei einem anderen Projekt finanzierten mehrere Abteilungen die Entwicklung eines Chatbots, der online Fragen zu Ausbildung und Praktika bei Audi beantwortet.

Die Crowd entscheidet über den Erfolg von Corporate Crowdfunding

In der aktuellen Zeit, in der sich viele Unternehmen bemühen agiler zu werden und eine „Startup-Kultur“ zu etablieren, scheint eine interne Crowdfunding-Lösung ein vielversprechender Ansatz. Da Crowdfunding mehr als ein reines Finanzierungsinstrument ist, kann eine solche Lösung für alle Unternehmensressorts relevant sein:

  • IT, da es sich um technische Plattform handelt
  • Marketing, da Kundenlösungen entwickelt werden können
  • Finanzen, da Budgets verteilt werden
  • Personal, da das Wir-Gefühl verbessert werden kann
  • Forschung & Entwicklung, da es um Innovationsprozesse geht

Es bleibt spannend zu sehen, inwieweit sich die Crowdfunding-Lösung bei Audi etablieren kann. Eine solche Plattform kann interne Interessengruppen auf neuen Wegen zusammenbringen, Transparenz schaffen, Prozesse neu sortieren und dem Einzelnen mehr Sichtbarkeit und Mitbestimmungsrecht einräumen. Crowdfunding ist ein Möglichmacher. Ob ein Crowdfunding-System wirklich erfolgreich ist, hängt dann auch davon ab, inwieweit eine offene Innovationskultur und die Möglichkeit zur Mitbestimmung tatsächlich gelebt und von der Unternehmensführung gefördert und zugelassen wird.

Letztendlich entscheidet das Engagement der Crowd bei jedem Crowdfunding über den Erfolg. Denn Plattformen werden erst durch die Ideen, den Einsatz und die Begeisterungskraft der beteiligten Menschen zum Leben erweckt.

 

Weitere Informationen
Artikel „Wie Unternehmen internes Crowdfunding nutzen“
Webseite Table of Visions
Webseite IBM Enterprise Crowdfunding

Titelbild: Audi

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Crowdinvest Marktreport 2018: Der deutsche Markt wächst auf rund 300 Millionen Euro https://www.crowdfunding.de/der-deutsche-crowdinvest-markt-waechst-auf-rund-300-millionen-euro/ https://www.crowdfunding.de/der-deutsche-crowdinvest-markt-waechst-auf-rund-300-millionen-euro/#respond Tue, 19 Mar 2019 15:04:43 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1643426 Der Crowdinvestment-Markt befindet sich in Deutschland seit mehreren Jahren auf Wachstumskurs. Im […]

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Der Crowdinvestment-Markt befindet sich in Deutschland seit mehreren Jahren auf Wachstumskurs. Im Jahr 2018 lag das Volumen erfolgreich platzierter deutscher Crowdinvestments bei 297 Millionen Euro. Damit ist der Markt gegenüber 2017 um 50 Prozent gewachsen.

Der am 19.03.18 neu erschienene Crowdinvest Marktreport 2018 zeigt die Entwicklung und Marktanteile der einzelnen Crowdinvest-Segmente und Plattformen auf.

PDF-Download: Crowdinvest Marktreport 2018

 

Grafiken

 

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John Pratt: „For crowdfunding to stay fresh and interesting, there needs to be a new variation of the all-or-nothing model“ https://www.crowdfunding.de/interview-mit-john-pratt-fundable-gruender/ https://www.crowdfunding.de/interview-mit-john-pratt-fundable-gruender/#respond Thu, 07 Mar 2019 07:28:17 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1633191 Fundable war die weltweit erste Plattform, die Crowdfinanzierungen nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ für […]

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Fundable war die weltweit erste Plattform, die Crowdfinanzierungen nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ für verschiedene Projekttypen ermöglichte. Die im Mai 2005 von John Pratt und Louis Helm in den USA gestartete Plattform musste 2009 den Betrieb einstellen. In den letzten 10 Jahren haben andere Plattformen den Markt erschlossen. Über Kickstarter – gestartet in 2009 – wurden mittlerweile über 4,1 Milliarden USD eingesammelt.

Im ausführlichen Interview mit crowdfunding.de berichtet John Pratt wie es zum Launch von Fundable kam, warum sie den First-Mover-Advantage nicht nutzen konnten, was ihn persönlich enttäuscht, wie Facebook damals auf die Idee reagiert hat und welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten er für Crowdfunding sieht.

 

crowdfunding.de: Fundable.com was – as far as I know – the first all-or-nothing crowdfunding platform for various types of projects. How did you come up with the idea?

John Pratt: It is true: Fundable was the first all-or-nothing crowdfunding platform. In 2005, when we launched, there hadn’t been anyone who wanted to do all-or-nothing projects, including the startup companies in Silicon Valley’s dot-com era. The dot-com era was also the dial-up era, when the web was even less mature than it was in 2005.

John Pratt

You could say that there wouldn’t even be the word “crowdfunding” today without Fundable. For Michael Sullivan to coin the word for his Fundavlog website, he had to first form Fundavlog’s name out of Fundable’s own name and add “vlog” (Funda-vlog). We had no connection to Michael; “crowdfunding” was just something he made up on his own after he used our website. The tagline for his website, though, was “Fundable videoblog network” and this is on the Wayback Machine’s archive of his website. It would be very difficult for someone to dissociate our Fundable website with him making the word “crowdfunding” because Michael also mentions Fundable on that Fundavlog website. The Fundavlog website was not operational; it didn’t raise any money for any videos. I only found out that it was the source of the word in 2013, so it wasn’t something talked about at the time we were online. Actually, I say that Fundavlog was a hobbyist’s riff of Fundable and that it was simply the source of the word. I have no idea why he never mentions us having been around when it was our website at the time that was so central for him.

In any case, if you are interested, a term we came up with back then was “binary commitment” to describe the all-or-nothing model. On the topic of where Fundable comes from, I would first like to mention that as soon as we launched Fundable in 2005, people were telling us that they had come up with the idea for all-or-nothing themselves. One person used our website because he had coined his own term for the all-or-nothing fundraising model and he was actually a regular customer, collecting money for his role-playing games from his fans.  At one point, he raised $23,850 on our website.  Since then, he has been a regular customer of Kickstarter. His name is Greg Stolze.

A combination of factors came together for me personally to come up with the idea for all-or-nothing projects, a few months before we started building the website. I had majored in political science and the issues discussed in that field are directly relevant to the mechanisms that make all-or-nothing crowdfunding work. Whether it is the study of political theory or research of political systems, they often discuss issues of how and why groups will participate in certain political situations, what the bottlenecks are to realizing participation, what the ideal political system would be, and so on. I thought that all-or-nothing scenarios were a solution to a particular case of what people call “collective action problems” in political science. If you look that concept up, you will see why.

Around the same time, I had an interest in possibly making films someday, and to find out for sure I took a summer film class at a university in Los Angeles called USC. After volunteering on some students’ films there, I came to a realization: “there is no way that any fine art films that I like will ever get funded here in Los Angeles” and that made me disgusted. Then, when I went back to the University of Michigan the next semester, this idea of funding films in an all-or-nothing way hit me as I was walking down the street one night. I thought, “we could just get lots of people to fund a film and if there weren’t enough people to achieve a consensus outcome, we could just refund everyone’s money.”

Conveniently, Louis Helm, a college friend and engineering student, had expressed interest in working on a startup and this all-or-nothing idea fit into the ideas we were throwing around. We decided to work on a more general version of all-or-nothing collections of money— one that was not tied specifically to film— and we decided to move from Ann Arbor, Michigan to Austin, Texas and start to build the website, in January 2005. (This was before Austin, Texas became quite well-known worldwide like it is today and I found an affordable apartment near downtown, where we worked on the website). I worked on the front-end web scripting, graphic design, and HTML and Louis Helm developed the back-end programming on the system, using the PayPal API. The website launched in May of 2005 as Fundable.org, then we renamed it to Fundable.com a year later.

How many projects have been financed on Fundable.com between 2005 – 2009? What was the total funding volume?

Not a lot of money passed through Fundable compared to crowdfunding websites today, but that is because we were their reference point, for their investors to feel confident enough to put money into them and help them become huge. The projects we had demonstrated a wide range of possibilities for crowdfunding, in software, short films, music, events, and general fundraising. It’s important to keep in mind a few issues of that time period. It’s not like any of our friends or family members believed in all-or-nothing projects. Neither did the general tech community jump on board with us and start making tons of all-or-nothing projects after we were publicized in news media. We had musicians, short film filmmakers, and various software projects make use of our website, but the response from the “Web 2.0” trend followers still wasn’t where I thought it should be. Just to illustrate what it was like: our roommate, at the apartment where we were working on Fundable, would sometimes call me “Johnny Fundable,” implying that I had a fixation on doing all-or-nothing projects— as if it was a random obsession that I had developed. He couldn’t picture what our website was doing for people or that it could be widely applicable. Most people didn’t understand what Fundable was really for, even people around us. People mostly said, “cool,” but they weren’t saying to me, “wow, this is the future of the Internet.” A handful of people got excited from time to time and said so, but it was quite rare.

To give another example: there was also a blog post by a famous marketing figure who mentioned our website at the time of launch (2005) and he said, “This is really cool. I don’t think this is going to be the next big thing, though.” Seven years later, he did a Kickstarter project that raised $287,342. (No apology from the guy since then!) That is the environment we are talking about in 2005, one in which only a few people could envision the world doing all-or-nothing crowdfunding and not everyone saw it as a valuable thing to do on the web. I could tell, myself, that someday everyone would do it, I just didn’t know how long it would take for the Internet public to take all-or-nothing collections up on a large scale like we see today. I also didn’t know the exact form that it would take when other people’s websites started to do it like us. Reporters at the time discussed Fundable as a new approach: “look, here is Fundable, they are doing projects in an all-or-nothing way; you don’t lose money if a Fundable project does not reach its collection goal.” That is how it was for about four years.

Given that it was so unheard of back then, you would think that today I could get somewhere in Silicon Valley or get some decent conversation going with some famous people in tech today. But these days, when I talk to someone like John Carmack (CTO of Oculus VR) directly on Twitter through direct message, he says things to me to the effect of, “why are you so possessive over having been involved in crowdfunding?” Well, John Carmack, it could be… that the word comes from our website?! Or that no one wanted to do it initially and now you work in VR, because of crowdfunding?

Of course, it makes no sense that people like him respond like that but he doesn’t know what it was like at that time, from 2005 to 2009; all he knows is the Kickstarter era, the successful time period, and he takes all-or-nothing funding activity for granted, as if he would have accepted it and understood it from the outset. But that isn’t true: people in tech were overall not that helpful to us and they didn’t promote us that much. I submitted our website to be covered by BoingBoing multiple times and never got any mention from them. Our website was featured on Slashdot, though (a popular tech news website at the time) and there was a news story that ran on a very popular program on national public radio here in the United States. Nowadays, BoingBoing links to and talks about Kickstarter projects all the time. You can see how that would be frustrating to me today!— that I would be the one selling all-or-nothing crowdfunding to everyone four years before Kickstarter launches, but then I am disrespected by people whose careers are now founded on crowdfunding, like John Carmack or Palmer Luckey?!

They just don’t understand. They subscribe to the Hollywood studio school of filmmaking: if your film is a blockbuster, you are an amazing person and they need to chase you at big parties. If it didn’t make tons of money, you are a zero and should never act like you ever contributed anything. There is no room in there for merit. Haven’t they ever heard of a cult classic, the movies no one goes to see at the theater but then become hugely popular once released on video? That is basically crowdfunding. The critics didn’t get it until later. For many people, there is no capacity to think about the process of development of a certain technological phenomenon in society. Everything you do has to blow the doors off from how much money it makes, regardless of whether what you are doing will take some time for people to take up. If you didn’t do crowdfunding to the point everyone did it right then and there, and later there were people who came in and made it happen at your expense, you are the pathetic loser while they are the amazing winners. It makes no sense, but lots of people think that way.

Compared to today— a blockbuster time period for crowdfunding— a small number of people saw and used Fundable. Palmer Luckey and John Carmack weren’t aware of Fundable when it was online (and I think Palmer was 12-years-old!). Those people at Oculus don’t realize that that the average person would not believe in organizing a big online project in an all-or-nothing way just because there was a website for it. It isn’t like VR where you say, “hey everybody, how about a low-cost VR headset, with a huge internal display that is better than all previous VR headsets?” Crowdfunding isn’t a concrete product that people can hold and experience. They have to consider it conceptually, in relation to their own personal lives. It takes time to propagate it.

There is also an argument that some of these famous tech people don’t want to understand that I was involved in the foundation of crowdfunding. That is something I come across a lot, especially from former friends. They don’t want to believe that I was involved in setting the stage for such a huge Internet phenomenon. They can’t tolerate a sudden shift in status in relation to me and so there have been some nasty attacks on me from them. Either I need to be on the cover of Wired for them to accept the shift in status or I am a zero. Actually, even Wired reporters don’t listen— where are my millions of dollars, after all? Reporters are often like that: aren’t I a startup failure if people aren’t using my old website everyday on the scale of Kickstarter? People are foolish. That is all I can say about this.

If you want to talk about Fundable’s financial numbers outside of the context of that time, it isn’t going to make sense to most people today. There was about $10,000 raised for OpenOffice.org’s advertisement and that was a huge deal (they raised the money to promote their software product in a newspaper). $10,000 was also the approximate amount raised for an advertisement in New Orleans following the huge hurricane (Katrina), paid for by citizens who were not getting adequate support from the government in a certain area and they wanted everyone to know. Those were really big projects to us for the promotion of all-or-nothing fundraising and that is because it was only Fundable doing this all-or-nothing type of fundraising. To get people to do big projects like that was not just getting big projects for our own website— it was getting people to do something that could happen across the Internet someday (today!). Most projects that we hosted had their collection goals set to around $200 to $2000. Nowadays, there are $100,000 and larger projects every other day.

Also important to note: there weren’t that many ways for a person to promote a project from 2005 to 2009 compared to today. Myspace was the only major social media company at the time, Facebook limited itself to students who had a university e-mail addresses in 2005, and YouTube had not taken off. Nor had the general public become comfortable with shooting and editing video on home computers. It didn’t make sense to provide people a space for project videos because, well, no one was going to make a video! It took the popularization of iPhone/Android phones to really change that. Also, Flash video, which was crucial for Kickstarter to take off, was expensive for website owners before 2009 because Macromedia’s Flash video server prices were absurd. Without Flash video, people would have had to download huge media files at the time. Social media is a core aspect of why Kickstarter and IndieGoGo continue to exist so successfully today because all of social media became mainstream 2009 in a way that it had not been from 2005 to 2009, when we were online.

The story behind why Kickstarter and IndieGoGo took off is not a good one. Unlike those websites, Fundable never had outside investment, from any investors, and was always run by Louis Helm and myself. After the first year of working on the website full-time, we had to work other jobs. Conflicts erupted over this.

It didn’t take full-time work to manage the website after the first year, but when the website had a problem, there wasn’t money to rebuild it. The traffic was not enough to justify working on it full-time. For the website to pay both of us full-time, we would have had to have such high volume that it could only take place if a large Internet portal had partnered with us. All of the company was built with personal money, personal time.

A website like Fundable isn’t going to guarantee much money to a venture capitalist because it is experimental. If their investors don’t feel like they can make excessive amounts of money on an investment, they won’t invest and this makes them irrational people to pitch Fundable to. But— they will invest in the second or third generation so that they don’t have to take any personal risks and that is why there is Kickstarter or IndieGoGo. They also don’t have a conscience and they feel no obligation to compensate someone who was at the early stage of a given phenomenon, who laid the road for them.

Alles-oder-Nichts-Prinzip (Fundable)

When I was promoting the idea of all-or-nothing fundraising at events or parties, people would often confuse doing all-or-nothing projects with some kind of pyramid scheme or they would ask me, “so I would have to lose my money if I don’t reach my goal?! I don’t want to do that.” The first people to use Fundable were intrepid people in my mind: they dared to try out this new thing. They risked losing their money if they failed. That’s how it was for them to use it. So, to see people do this on a large scale was shocking to me in 2010 and it is still a little bit today. Back when Fundable was online, people who failed to reach their collection goal would on occasion say to me, “just give me the money anyway.” Can you talk to any crowdfunding customer service representative like that in seriousness today? No one would even try. They know the rules up front.

In fact, that was a contributing factor to the end of our Fundable website. The major conflict between Louis Helm and myself that ended the website resulted from a woman who had rigged her project with her father’s credit card. That is, she had not reached her goal and used her father’s credit card to fill in the remaining amount. Our system flagged her as fraudulent (criminals often used stolen credit cards to try to cheat our website) and when she did not receive her money after talking to us (the criminals would also protest to us loudly, as if they had been made victims), she contacted her famous tech friend Cory Doctorow of BoingBoing, who then immediately— without even talking to us— wrote a defamatory blog post about Fundable “ripping off” his friend, even though we actually wouldn’t have been keeping any of this person’s money. I resolved the issue within 24 hours, but that did not satisfy her and she refused to take the blog post down where she complained about us. This created a lot of tension. By this time, Kickstarter had already gone online.

On average I think there were 3-5 projects completing per day and about 300-500 unique visitors per day. I don’t remember the exact number of total projects at the end. It was over 2000. Louis Helm has that information now.

Fundable was the first-mover. IndieGoGo and Kickstarter launched a few years later. Why could Fundable not establish itself on the market?

Fundable had several things it had to accomplish that made it difficult for it to become a major website in addition to the progenitor. First, it was unknown whether people would actually do this all-or-nothing thing before we launched the website. It’s hard to emphasize this. You’ve heard that Xerox executives did not believe what the Xerox PARC research scientists were working on and they handed it all over to Steve Jobs for free, making it possible for him to make the Macintosh. Xerox PARC developed the graphical interface for computers, which Apple incorporated into Macintosh.

In the same way, the vast majority of people did not believe all that strongly in all-or-nothing projects in the tech community at the time. We didn’t receive contact from any major tech players or any famous tech names. We didn’t hear from anyone who considered himself a “tech leader” or held tech conferences or gave big speeches. They weren’t contacting us even though we had been publicized in various places, where they had read about us or knew about our projects. Without the Web 2.0 community’s support, which basically amounted to the blog community at the time, Fundable could not take off as a person would expect. We had lots of interesting projects in different areas that should have attracted them to make their own projects. If you want the reason as to why that was the case, it is because the people who are self-described “web experts” are usually good at web development, like Ruby on Rails, HTML5, JavaScript, PHP and MySQL, and they can only cognitively process a website through a technical lens, instead of a conceptual one. They focus on minor or tangential topics and ask, “how come your website doesn’t have valid XHTML?” instead of actually looking at what the website is doing. So that’s why you had Matt Mullenweg, the founder of WordPress, make a post about our website in 2005, but never talk to us directly. Later, he invested in IndieGoGo.

Fundable could not establish itself on the market for a few other reasons as well. First, Kickstarter and IndieGoGo are each funded by more than a dozen wealthy or famous people, such as the current CEO of Twitter Jack Dorsey, Jared Kushner (Donald Trump’s son-in-law), and many other people who have connections throughout Silicon Valley and the New York City area. As a matter of fact, Kickstarter has not released a full list of its investors, many of whom carry lots of weight, giving that company a lopsided advantage. It helps, for example, if you want to have video uploads on your website, to have Zach Klein, the founder of Vimeo, involved in Kickstarter. That helped them from the beginning, as you can see, as video is a core aspect of Kickstarter projects. They also benefited from favorable timing because, like I said, when Fundable first launched, the public had not yet begun to regularly make use of video or editing of video.

Additionally, Kickstarter and IndieGoGo have investors who either talked to me personally or had received some kind of communication from me. You could say they swooped in and stole victory and haven’t looked back since. Do you admire them? I find it vile, of course. I have a hard time even visiting the Kickstarter or IndieGoGo websites. It is painful for me to look at their websites or the projects on them; those people want to take everything and give nothing to us. They are terrible people who don’t care who they harm in business. Don’t get me started on the new Fundable website, which underpaid me enormously for the domain name, hiding that they have billionaire Peter Thiel and venture capitalist Dave McClure behind them. I practice Falun Dafa and that is how I tolerate this unprovoked insanity, this suppression of Fundable all the time. People in these investment circles don’t want the public to know that Fundable was around because it undermines the fame of Kickstarter and IndieGoGo and they are very connected people in technology. They are proud of having invested in Kickstarter as well, as grotesque as that is. There has been major suppression of Fundable and its role in the foundation of crowdfunding over the last several years. Obviously that is true because we were online for four years and had articles in major news media published about us. Then, when crowdfunding takes off there are no articles anymore and no interest? People are to blame for this. People have made this the way it is.

How did Kickstarter get all of its projects? Andy Baio, the CTO of Kickstarter in 2009, went around and contacted all of his favorite people who make video games or comic books and this gave momentum to Kickstarter. Importantly, it assured that Kickstarter would have high-quality projects from the outset, which was hard for us to do. This is because when those comic book artists tell their fans about their Kickstarter project, their fans have automatically heard of Kickstarter and word spreads from a respected source, someone they look up to. Also, like I said, Kickstarter was very connected socially in the United States tech community from the start and they don’t like to talk about this.

Finally, Kickstarter also had the lucky situation to specialize in one particular area, “creative projects,” after Fundable had been online. That’s because no one is going to come up with the specific category of “creative projects” who also wants to do all-or-nothing projects because when we started all-or-nothing was too unknown of a topic to know what category should be the website’s specialization. They couldn’t have known to specialize in “creative projects,” in other words. Then, IndieGoGo was able to act as the less restricted version of Kickstarter, allowing you to raise money for any type of project. To summarize, Kickstarter got the public’s interest and then the emergence of IndieGoGo and PledgeMusic made crowdfunding a major Internet phenomenon. GoFundMe, of course, is the place where people raise money to solve life problems and achieve personal dreams. It is the easiest place for crowdfunding to fall victim to the public’s passions.

You told me that you pitched Fundable to Facebook in 2008. Today it is possible to raise money on Facebook. What did they say to your idea 11 years ago?

Facebook had an investment program that they started called fbFund. The purpose was to invest in Facebook apps, which were small web apps that ran inside people’s Facebook profiles. To get more people to write apps for Facebook, they invited people to present their company’s proposal at Facebook headquarters. You applied to present your company to them and if they accepted you, you showed up to Facebook headquarters with paid hotel and flight. Some venture capitalists sat behind a table and listened to what you had to say. The venture capitalists at the presentation told me they thought my presentation was done quite well. Well, I practiced it several times. Then, sometime later they notified us by e-mail that they had decided not to invest and there wasn’t any explanation provided after that. I have never heard from Facebook since that time.

From your perspective: how did the crowdfunding market develop the last decade? Where do you see its future?

As you may know, in the United States, there is the JOBS Act, which provides the ability to invest in crowdfunding projects for someone who is not a professional investor or a wealthy person. I see that you have sections on your website related to this type of activity. People who come into crowdfunding have their own backgrounds and people who are investment-minded make investment-based crowdfunding websites, while people who are into music make music-based crowdfunding websites.

It seems to me that the excitement for crowdfunding has cooled off at the same time it is more stable in certain areas. The cooling off has happened partly because Kickstarter and IndieGoGo are stuck inside a narrow frame of what crowdfunding can be. Today, crowdfunding is defined as mostly raising huge pots of money. Then, after a few months, people get their product. This is actually a formula. It gets to be a confining formula, whether people know it or not. It works still (just look at these websites, they are doing fine!), but it isn’t the way to keep things going in crowdfunding. As you know, I have some suggestions for how to change the formula up.

What weaknesses do you see today in crowdfunding?

A major concern that people talk about today in crowdfunding is the frequent failure of project organizers to fulfill their orders or update backers on the progress of their projects. I think this is a troubling issue and it undermines trust in all-or-nothing projects. The reason the crowdfunding websites have not done anything about it is probably they are afraid to tell the project organizers what to do.

I think it would be a good thing to set up a website feature in which there are “mandatory update deposits” for some people, representing a guarantee to backers for progress updates, deposited by the project organizer. That is, a person will progressively lose money from his deposit if he fails to provide updates within a certain time interval. The deposit amount should not be small in some circumstances because it is unsettling when project organizers do not provide updates when many people have entrusted them with money. I have seen a few instances where there simply was no excuse for the project organizers not to have provided updates. They need to be penalized for that.

Secondly, when the amount of money collected is more than one million dollars for a new project organizer, there needs to be the ability to take out liens on cars or property by the crowdfunding websites so that the backers do not have to find lawyers to get anything back in the case the person does not follow up on his project. In the short-term, some project organizers will balk at these requirements, but it will greatly increase accountability; people will face a direct penalty if they do not follow through.

Of course, I think that people who run crowdfunding websites should strike a balance. If they go too far, they will be like Apple, which imposes oppressive requirements on its developers and bosses them around like children. That isn’t good.

You propose a new type of crowdfunding. How would you change the formula?

I propose adding two more features to crowdfunding, represented by two new progress bars. These progress bars sit below the current one that represents the amount of collected money. They are optional. You can use one, both, or just stick to the original progress bar.

The first progress bar I would like to add allows the tracking of material resources mailed or delivered to a project by backers. So, for example, if you are in need of a high-end graphics card for your computer to complete your software development project, you can put that on a list and someone from the audience of backers can mail you that high-end graphics card. Then, you check the graphics card off your list after it is received and the “material resources” progress bar moves forward. The person who sent the graphics card will receive something in return, just as if he had pledged some amount of money. What is the benefit of this? Some people have that graphics card lying around who are not going to give you the money for a brand-new one. If you get the graphics card in the mail and check it off, this can subtract the equivalent amount of money to buy a new one from the collection goal— you don’t have to buy it anymore, so you don’t have to raise that money. For local communities, this feature can be quite an asset because local communities have resources that do not need to be redundantly acquired through money and people can join together with different types of resources. Also, when the collection goal is reduced because not as much money needs to be raised, more projects can succeed.

A high-end graphics card is just an example; this applies to all kinds of material needs. This means you can get help and resources from people who would not normally do anything for you because they don’t want to give you money. Money has lots of baggage associated with it. Money is sometimes scarce in people’s lives at the same time they have abundant material resources sitting ready to be used by someone else. Also, people often want to get rid of the stuff they’ve accumulated in their house, they will give it away for free, and they will often mail it to you or deliver it to you gladly— sometimes expensive items— because they know it will go to good use. But their giving of the material object doesn’t have to be charitable; you can compensate them with the product you produce.

Unlike Kickstarter and IndieGoGo, I do not hold the view that it is money that makes crowdfunding work, but rather it is the participation. Kickstarter in particular focuses on “patronage.” Money is, in my view, simply the form through which participation currently takes place, but participation does not have to be limited to that form alone. For some projects, only money is needed— that is true. For them, you don’t want anything else. But for many other types of projects, it is tangible resources that can be procured directly from “the crowd” that can be most valuable. People who visit your project page can give you tangible stuff that you need, to get your project done, they can give it to you directly, and they can also do some work for you.

Since they can do some work for you, I have added a second progress bar, representing short-term or light work positions on the project. Let’s say you are an architecture student. If it is a miniature house that you and your architecture friends want to construct, people from your architecture school can sign up underneath this second progress bar and commit to short-term or light work positions to get the miniature house built during the summer. Local sponsoring companies can also, because of the first added progress bar, deliver materials for the house so that you don’t have to spend much money building it. People already do this type of thing; they just don’t have website mechanisms to facilitate it.

Don’t you think it is too complex to incorporate the contribution of money, material resources, and labor into one model?

Having two additional progress bars does not complicate a project because it is up to the project organizer how complicated he wants it to get. You don’t have to use the new progress bars at all; it is an option that you now have. You can designate just one material item you need. You can designate just one work position. The key is that you have that option; you have the ability to procure resources in more than one way, other than just a big pile money. This is because when people procure resources, money isn’t always as helpful as the immediate acquisition of the particular object. How nice it is to just have someone deliver something to your house instead of having to go out and buy it from the store or go through the hassle of signing rental contracts. Efficiency of resource acquisition is the benefit here.

It would have been hard to suggest this several years ago, but it is not too difficult today because many people are ready for this, to participate in a deeper way and have a deeper, more material impact on the projects to which they pledge their participation. You can see a latent need for deep participation across crowdfunding, that people want to get more involved and project organizers would like some extra help getting their projects done on time. Many times, project organizers could have benefitted from an extra hand from “the crowd” when their delivery deadline passed.
Also, take a look at some of the video game projects that promise someone’s name or voice placed inside the video game as a perk for a certain pledge amount. People often want their stamp on something they have pledged money to. They want to be part of what is going on in the project. That is a major appeal of crowdfunding and why all of the tiered perks work. “Since you pledged a lot of money, you play a special role. Here is a t-shirt for that that you can hold onto and you are also in the video game.” Take it to the next level and the same people are allowed to design the sprites inside the video game or helping to compose the music (provided they are qualified).

Money is money, but material resources and labor have types of quality. How can projects ensure that they receive material and labor contributions of good quality?

The website Fiverr is a great example of this. If you haven’t heard of it, Fiverr is a place where people commission freelancers for small projects. It seems to work for people in certain situations. In many professions, people have online portfolios and resumes they can provide. Some of this will have to be worked out, but it is worth doing.

People can step into this water a small amount at a time, if they want. There need to be some example projects, to see how it will play out for everyone. In the beginning, I suggest marking your material and labor needs as optional for the success of your project, so that your project won’t fail without them.

Later, as people start to become more comfortable with the new progress bars, they can try 100% labor and 100% material contributions and 0% money. Don’t forget, also, that there are large numbers of people out there who care about resource efficiency. They will be great candidates for testing projects like this out.

Are you planning to implement your ideas yourself?

I don’t know whether I will be able to do this new type of crowdfunding on my own because I have other projects. That is why I am letting people know about it. Today I could probably get someone to work on it with me, but then I would have to maintain the website, its code, etc. and I have other projects to deal with right now until more favorable circumstances arise.

So what are your plans then?

I am telling people what I want crowdfunding to do, as someone who helped it get going. I am also open about it. We’ll see what their response is and we’ll go from there on this.

Thank you John!

 

Weitere Informationen:

  • Link: Fundable Erklärvideo bei YouTube (2006)
  • Hinweis: Bei den aktuellen Crowdfunding-Angebot unter der Domain www.fundable.com handelt es sich nicht um die in der Zeit 2005-09 von John Pratt und Louis Helm betriebene Plattform (neuer Domain-Inhaber).

Fundable Infografik (2005-2009)

Der Beitrag John Pratt: „For crowdfunding to stay fresh and interesting, there needs to be a new variation of the all-or-nothing model“ erschien zuerst auf www.crowdfunding.de.

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https://www.crowdfunding.de/interview-mit-john-pratt-fundable-gruender/feed/ 0
Zahlungsverzug: Wieviel Transparenz braucht der Crowdinvesting-Markt? https://www.crowdfunding.de/zahlungsverzug-wieviel-transparenz-braucht-der-crowdinvesting-markt/ https://www.crowdfunding.de/zahlungsverzug-wieviel-transparenz-braucht-der-crowdinvesting-markt/#respond Thu, 07 Feb 2019 11:36:13 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1617202 Wenn Zins- oder Tilgungszahlungen nicht zu den versprochenen Zeitpunkten erfolgen, spricht man […]

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Wenn Zins- oder Tilgungszahlungen nicht zu den versprochenen Zeitpunkten erfolgen, spricht man von Zahlungsverzug. Der offenen CROWDINVEST-Datenbank werden zunehmend Informationen zu Projekten mit Zahlungsverzug übermittelt. Jetzt stehen wir vor der Frage, inwieweit die Projektnamen veröffentlicht werden sollen. Wie weit sollte Transparenz gehen, um den Interessen der Anleger und Emittenten gerecht zu werden?

Unter www.crowdinvest.de dokumentieren wir den Anlagestatus aller deutschen Crowdinvestments seit 2011. Der Erfolgsmonitor misst die Leistungsfähigkeit der jungen Anlageklasse. Finanzierte, zurückgezahlte und ausgefallene Projekte werden offen einsehbar nachgehalten. Jeder kann Ergänzungen oder Korrekturen übermitteln. Dieses Crowd-Prinzip ermöglicht die bestmögliche Datenqualität. Seit Ende 2018 wurden der Datenbank vermehrt Informationen zu Projekten mit Zahlungsverzögerungen übermittelt. Da Zahlungsverzüge bislang nicht erfasst wurden, haben einige Leser kritisch angemerkt, dass der Erfolgsmonitor möglicherweise ein zu positives Bild von der Marktsituation zeichnet.

Aufgrund des Leser-Feedbacks haben wir im November 2018 das Dateneingabeformular um den Punkt „Zahlungsverzug“ erweitert. Über das Formular haben uns vielfältige Meldungen zu Projekten erreicht, die sich in drei Kategorien einteilen lassen.

Verlorenes Geld bei unseriösen Anbietern
Bereits 2016 haben wir darüber berichtet, dass es Anbieter gibt, die unter dem Schlagwort „Crowdfunding“ nach dem Schneeball-Prinzip Geld einsammeln (zum Artikel). Die Meldungen die wir bekommen haben, zeigen dass leider auch heute noch Menschen in diese Verbraucherfallen tappen. Wir zählen diese unseriösen Anbieter nicht zum Crowdfunding-Markt und damit nicht zum Themenkomplex „Zahlungsverzug“. Mehr Informationen zu Schneeballsystemen gibt es bei der Verbraucherzentrale (zum Info-Beitrag).

Verspätung, aber kein Zahlungsverzug
Bei diesen Projekten wurde der ursprünglich beworbene Rückzahlungstermin durch den Emittenten verschoben. Die Rückflüsse liegen zeitlich aber immer noch innerhalb des Rückzahlungsfensters, welches vertraglich festgeschrieben wurde. Verschiebungen dieser Art wurden von einem Teil der Anleger als Verzögerung wahrgenommen. Hier kann man von unglücklicher Kommunikation sprechen, ein Zahlungsverzug liegt unserer Ansicht nach aber nicht vor. Die betroffene Plattform hat die Rückzahlungsmodalität in den neuen Darlehensverträgen bereits Mitte 2018 aktualisiert, es gibt jetzt dort feste Rückzahlungstermine, zu denen die Darlehen zurückgeführt werden können.

Projekte mit Zahlungsverzug
Zu 15 Projekten mit einem gesamten Crowdinvest-Volumen von 5,6 Millionen Euro wurden Informationen bezüglich verspäteter Zins- oder Tilgungszahlungen übermittelt (Stand 05.02.2019). Zu zwei dieser Projekte gab es breite mediale Berichterstattung. Über die anderen 13 Projekte wurde unseres Wissens bislang noch nicht öffentlich berichtet.

 

Reaktionen der Plattformen

Wir haben die Plattformen, zu denen Infos zu Projekten im Zahlungsverzug vorliegen, kontaktiert und gefragt, ob die Informationen stimmen und ob aus ihrer Sicht etwas gegen eine Veröffentlichung spricht. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich ausgefallen: Von „gute Initiative“ über „könnt Ihr gerne veröffentlichen“ bis zu „kein Kommentar“ und „auf garkeinen Fall veröffentlichen“. Es wurde deutlich, dass das Thema Zahlungsverzug nicht nur die Anleger, sondern auch die Plattformen bewegt. Gegen die Veröffentlichung der Projektnamen wurden zwei Hauptargumente geäußert:

Transparenz kann Unternehmern und Anlegern schaden
„Es hilft niemandem, jede Zinsverzögerung sofort „an die große Glocke“ zu hängen. Die daraus resultierende Verunsicherung und schlechte Presse kann die weitere Unternehmensentwicklung zusätzlich erschweren, was für Unternehmen und Kapitalgeber nachteilig ist.“

Rechtliche Unsicherheit
„Wenn vertrauliche Informationen aus der Kommunikation zwischen Darlehensnehmer und Crowdinvestoren weitergegeben und öffentlich gemacht werden, verstößt dies möglicherweise gegen die vertraglichen Vereinbarungen. Wenn diese Informationen veröffentlicht werden, begibt sich CROWDINVEST.DE als herausgebendes Portal auf rechtliches Glatteis.“

 

Unser vorläufiges Vorgehen

Unter Abwägung der Argumente und mit dem Ziel, ein realistisches Lagebild zu ermöglichen, haben wir uns, entgegen unserer anfänglichen Intention, dafür entschieden, die Projekte vorerst nur „anonym“ aufzuzeigen und eine Gesamtsumme auszuweisen. Das Aufzeigen der Gesamtsummen ermöglicht einen realistischen Performance-Überblick der Crowdinvest-Segmente. Um den Unternehmen mit Zahlungsverzug bei der weiteren Geschäftsentwicklung nicht zu schaden, werden die Namen nicht öffentlich benannt (außer wenn diese der Öffentlichkeit durch die Medienberichterstattung schon bekannt sind).

> zur Übersicht „Zahlungsverzug“ bei www.crowdinvest.de

Wir fragen uns aber weiterhin: Wieviel Transparenz braucht der Crowdinvesting-Markt beim Zahlungsverzug?

  • Wird eine anonyme Veröffentlichung den Interessen von Emittenten und Anlegern gerecht?
  • Wird so das Vertrauen in den Crowdinvestment-Markt gestärkt?
  • Trägt die Vorgehensweise zur nachhaltigen Entwicklung des Marktes bei?

 

Meinungsbild von Anlegern und Plattformen

Um ein Meinungsbild zu bekommen, haben wir alle Plattformen (auch die, die nicht von Zahlungsverzug betroffen sind) und 111 Anleger, die schonmal Input zur offenen Datenbank gegeben haben, angeschrieben und um eine Einschätzung gebeten. In den Rückmeldungen zeigt sich, dass die Meinungen sowohl bei den Anlegern, als auch bei den Plattformen auseinandergehen.

> PDF-Download „26 Statements zum Zahlungsverzug“

 

Ihre Meinung

Was meinen Sie? Wie weit soll Transparenz Ihrer Ansicht nach gehen?

> Ihr Feedback zur Transparenz beim Zahlungsverzug

 

Anmerkungen

Die CROWDINVEST-Datenbank wurde 2016 aus der Überzeugung gestartet, dass Crowdinvesting konsequente Transparenz benötigt, um sich erfolgreich als alternative Investmentklasse zu etablieren. Es geht keinesfalls darum, Plattformen beziehungsweise Emittenten an den Pranger zu stellen oder der Branche zu schaden. Im Gegenteil: Transparenz ist unserer Ansicht nach die Voraussetzung, um das Vertrauen der Öffentlichkeit für Crowdinvestments zu gewinnen und zu halten. Wir sind der Überzeugung, dass Anleger den offenen Umgang mit „Problemfällen“ schätzen und dass sich eine proaktive Vorgehensweise für alle langfristig orientierten Marktteilnehmer auszahlt. Nur ein unverfälschter Blick schafft bei Anlegern realistische Erwartungshaltungen. Nur durch eine aktive Auseinandersetzung mit möglichen Schwachstellen in den Investmentverträgen, können diese im Interesse aller Beteiligten kontinuierlich verbessert werden.

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Wie können Medienmacher mit ihren Inhalten im Netz dauerhaft Geld verdienen? Plattformen wie Steady oder Patreon bieten Journalisten, Podcast-Betreibern und Co. die Möglichkeit, monatlich zahlende Mitglieder zu gewinnen. Welche Chancen und Risiken bringt das Bezahlmodell in „dem wahrscheinlich unangenehmsten Medienmarkt der Welt“?

Text: Swantje Friedrich

2014 sorgte „Krautreporter“ als erstes Crowdfunding-Projekt im deutschen Journalismus für mediales Aufsehen. Mit dem werbefreien digitalen Magazin, finanziert ausschließlich von Lesern, wollte das Redaktionsteam nichts weniger als den Online-Journalismus retten. Keine schnellen News, dafür gründlich recherchierte Geschichten. „Wir wollen aus der Logik der Werbefinanzierung und Klickoptimierung ausbrechen“, verkündete der Medienjournalist Stefan Niggemeier, damals Mitglied des Autorenteams, heute Betreiber seines eigenen Online-Portals „Übermedien“.

900.000 Euro und mehr als 15.000 Abonnenten sammelten die Macher innerhalb kurzer Zeit ein. Ein großer Vertrauensvorschuss, der mit großen Erwartungen verbunden war. Die Ernüchterung folgte 2015, als es darum ging, die Abonnenten davon zu überzeugen, Geld für ein weiteres Jahr zu geben – und fast zwei Drittel verloren gingen. Neben technischen und administrativen Probleme sahen sich die Redakteure mit der Schwierigkeit konfrontiert, neben ihrer eigentlichen Arbeit auch das Marketing zu bewältigen. Der journalistische Anspruch alleine reichte nicht, um das digitale Magazin erfolgreich am Laufen zu halten, und so stellte sich die Frage: Wie führt man die anfängliche Begeisterung der Crowd über in ein langfristiges Geschäftsmodell?

Aus dieser Idee wurde die Bezahl-Plattform Steady geboren, die im Januar 2017 an den Start ging und zu deren Gründungsteam neben Sebastian Esser und Philipp Schwörbel von „Krautreporter“ auch Dirk Holzapfel und Gabriel Yoran gehörten. Journalisten, Podcast-Betreiber, Fotografen oder Bürgerinitiativen können hier ihre Projekte vorstellen und User um finanzielle Unterstützung bitten. Anders als auf klassischen Crowdfunding-Plattformen geht es bei Steady nicht darum, einmalig Geld für ein Projekt zu sammeln, sondern zahlende Mitglieder zu gewinnen, die den Publishern eine regelmäßige Einnahmequelle sichern. Bei manchen, etwa den „Krautreportern“, die auch auf Steady zu finden sind, ermöglicht dies die komplette Unabhängigkeit von Werbefinanzierung, bei anderen eine zusätzliche Einnahmequelle.

Stetiges Wachstum

Zu den erfolgreichen Projekten auf der Plattform gehört das Online-Kulturmagazin „Perlentaucher“, das unter anderem eine tägliche Presseschau bietet und 2003 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde. Mehr als 5.600 Euro pro Monat erhält das Redaktionsteam von über 1.200 Unterstützern. Bis sie sich entschlossen, ihre Leser um Geld zu bitten, finanzierte sich das Magazin ausschließlich über Werbung von Buchverlagen und Kulturinstitutionen, eine Bezahlschranke kommt für die Macher generell nicht in Frage. Allerdings befinden sich Qualitätsbuchverlage selbst in einer Krise, die Werbeeinnahmen unterliegen starken saisonalen Schwankungen und die Preise verfallen. „Die Unterstützung unserer Leser und Leserinnen hilft uns, die Unregelmäßigkeiten abzufangen. Es wäre gut möglich gewesen, dass wir ohne sie dieses oder das nächste Jahr nicht überlebt hätten“, sagt „Perlentaucher“-Gründer Thierry Chervel.

Thierry Chervel

Die Leser können wählen, ob sie das Magazin monatlich mit drei, fünf oder neun Euro supporten wollen, sogenannte Mäzene zahlen sogar 95 Euro. Die Mitgliedschaften sind monatlich kündbar und die Preise können von den einzelnen Projekten frei gestaltet werden, ebenso wie Gegenleistungen für die Leser oder Zuhörer – beispielsweise der Zugang zu exklusiven Inhalten oder zu einer Videokonferenz mit den Betreibern. Steady behält eine Gebühr von zehn Prozent ein und kümmert sich dafür um die Buchhaltung, das Marketing und die Softwareentwicklung, die für den Betrieb eines Mitgliedschaftsprogramms erforderlich sind. Die Einnahmen können die Projekte wie eine einzige Rechnung führen, nicht jede einzelne Spende muss steuerlich abgerechnet werden.

Die Frage, wie man mit Inhalten im Netz Geld verdienen kann, beschäftigt bekanntlich viele Medienmacher und beschert dem Berliner Start-up kontinuierlichen Zulauf. Im September 2018 gab Steady bekannt, dass Projektbetreiber eine Million Euro über die Plattform umgesetzt haben und mehrere zehntausend zahlende Mitglieder dort aktiv sind. „Seitdem ist der Umsatz pro Monat um etwa 150.000 Euro gestiegen“, sagt Steady-Mitgründer und Marketingverantwortlicher Gabriel Yoran gegenüber crowdfunding.de. Zu den prominenten Nutzern der Plattform, die von acht Business-Angels finanziert wird und zu Beginn finanzielle Mittel aus der Google Digital News Initiative erhielt, gehören das Satiremagazin „Titanic“, das Medienkritik-Magazin „Übermedien“ oder der Podcast „Wochendämmerung“.

Ursprung in den USA

Wolfgang Gumpelmaier-Mach

Die Erfinder des Crowdsustaining, so das englische Äquivalent für das Bezahlmodell, sind die Berliner freilich nicht. Wie viele Entwicklungen im Crowdfunding-Bereich hat auch diese Idee ihren Ursprung in den USA. „Mit Patreon hat eine internationale Plattform vorgemacht, wie man Crowdfunding neu denken kann. Steady und andere Plattformen haben das Konzept aufgenommen und für die jeweilige Branche oder den Markt weiterentwickelt“, erklärt der Crowdfunding-Experte Wolfgang Gumpelmaier-Mach.

So richtete sich die 2013 gegründete US-Plattform Patreon zunächst vor allem an Künstler, wird heute aber auch von Bloggern, Web-Videoproduzenten und Co. genutzt. Gegründet hat sie Jack Conte, ein amerikanischer Indie-Musiker. Aus Frust. Millionenfach wurden seine Videos auf YouTube geklickt, finanziell machte sich das aber nicht bemerkbar – wenige hundert Dollar verdiente er auf dem Videoportal. Zusammen mit einem Freund entwickelte Conte seine eigene Plattform, die es sogenannten Patrons ermöglicht, Künstler entweder mit einem monatlichen Betrag regelmäßig zu unterstützen oder jedes Mal, wenn diese etwas veröffentlichen. Heute nutzen laut Angaben des Unternehmens rund 100.000 Projekte und etwa 2 Millionen Unterstützer Patreon. Durchschnittlich 12 US-Dollar zahlen diese, insgesamt wurden 2018 circa 300 Millionen US-Dollar über die Plattform umgesetzt. Sängerin Amanda Palmer, die wohl bekannteste Crowdfunding-Pionierin der Musik, ist unter anderem dort vertreten. Nach einem mit 1,2 Millionen US-Dollar sehr erfolgreichen klassischen Crowdfunding auf Kickstarter wechselte sie 2015 zu Patreon, wo ihr die Fans über einem Zeitraum von drei Jahren insgesamt rund 1,6 Millionen US-Dollar zukommen ließen.

Auf die Bezahlungsmöglichkeit pro Veröffentlichung, wie sie die Amerikaner anbieten, hat man in Deutschland bewusst verzichtet, „das erschien uns zu kompliziert“, sagt Gabriel Yoran von Steady. Mit dem Modell der regelmäßigen Zahlung liegen die Berliner im Trend: Nach dem Vorbild von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Spotify entstanden in jüngster Zeit überall im Netz Abo-Modelle – eine Antwort auf die Krise der Werbefinanzierung im Internet. Alleine die weltweiten Umsätze von Spotify, Deezer und Co. haben sich zwischen 2010 und 2016 von 0,32 auf 3,9 Milliarden US-Dollar mehr als verzehnfacht.

Die Idee steht im Vordergrund

Auch die Steady-Gründer bewarben ihr Bezahlmodell anfangs als „Abo-Crowdfunding“, verwenden diesen Begriff jedoch heute nicht mehr und sprechen stattdessen von „Mitgliedschaften“. Diese seien „persönlicher als ein Abo und selbstbewusster als eine Spende“ heißt es auf der Website. „Beim Abo geht es um das Bezahlen einer regelmäßigen Leistung und auch beim Crowdfunding steht das Finanzierungsthema im Mittelgrund“, erläutert Yoran. Ein Abo gehe für Journalisten und Kreative mit dem Druck einher, regelmäßig liefern zu müssen. „Wenn auf unserer Plattform jemand mal nicht liefert, springen die Unterstützer nicht gleich ab. Es steht die Idee im Vordergrund, die Wertschätzung, der kontinuierliche Aufbau der Medienmacher.“

Gabriel Yoran

Den Projekten bleibt es selbst überlassen, welche Kriterien des Crowdfundings sie nutzen wollen und welche nicht, zum Beispiel, ob ein Finanzierungsziel angegeben und die Höhe der Einnahmen offengelegt wird. Aber einige Funktionalitäten des klassischen Crowdfundings bleiben – neben dem Hauptaspekt des Geldsammelns – bei jedem Mitgliedschaftsmodell erhalten: etwa die nicht-finanzielle Gegenleistung und die direkte Kommunikation mit der Zielgruppe. „Wir sagen den Leuten: Das Publikum zahlt gerne für eure Inhalte, wenn ihr sie danach fragt“, so Yoran, dabei hänge der Erfolg vor allem von der Intensität der Verbindung zwischen Publishern und Mitgliedern ab. Es gilt die Fünf-Prozent-Regel: Etwa fünf Prozent der Leser und Hörer sind laut Steady im Schnitt bereit, durchschnittlich etwa fünf Euro pro Monat zu zahlen. „Aber nicht sofort, man muss es ihnen fünfmal sagen“, ergänzt Yoran.

Dass die Schere der erzielten Einnahmen auf Steady und Patreon weit auseinander geht, spiegelt ein altbekanntes Problem wider: Den ohnehin schon Großen mit einem breiten Netzwerk fällt es leichter, die User zu erreichen. Dennoch eignen sich die Plattformen auch als Crowdbuilding-Instrument: „Für neue Projekte bieten sie eine Möglichkeit, neben dem Ausbau der Finanzierung auch ihre Community aufzubauen und von Beginn an in den Entwicklungsprozess miteinzubeziehen“, sagt Wolfgang Gumpelmaier-Mach.

Angst vor Abhängigkeiten

Eine weitere Problematik, die in der Medien- und Kreativbranche im Zusammenhang mit Crowdsustaining diskutiert wird, ist die der Abhängigkeit von den finanziellen Unterstützern. „Viele Kunstschaffende sehen die Gefahr, sich zu ‚prostituieren‘ und ihre künstlerische Freiheit zu verlieren“, berichtet Gumpelmaier-Mach. So bemängelte Bianca Jankovska, Betreiberin des Blogs „Groschenphilosophin“, kürzlich in einem Interview auf der Plattform „Crowdfunding Berlin“: „Eine Schwierigkeit bei Steady war bisher, dass sich ein, zwei Leute durch ihre Mitgliedschaft das Recht auf meine Zeit herausgenommen haben. Dadurch, dass sie mir 2,50 Euro im Monat bezahlten (ergo: ungefähr fünf Minuten meiner monatlichen Arbeitszeit), dachten manche, dass sie sozusagen das Anrecht auf mich als Person hätten. Als ich einmal auf eine Nachricht nicht geantwortet hatte, wurde mir prompt das Abo entzogen.“ Der Kontakt mit den Nutzern kann jedoch auch, wie bei klassischen Crowdfunding-Projekten, für den Austausch genutzt werden – das gilt nicht nur für Journalisten und Kreative, sondern auch für politische Aktivisten, die dieses Finanzierungsmodell in jüngster Zeit ebenfalls für sich entdeckt haben.

Welche Chancen haben Plattformen wie Steady also, die Bezahlgewohnheiten im Netz zu ändern und Medienmachern langfristig die Unabhängigkeit von Werbeeinnahmen und klassischen Vertriebswegen zu ermöglichen? „Ein Mix aus verschiedenen Finanzierungsformen wird sicherlich bei vielen Projekten die Realität bleiben“, sagt Gumpelmaier-Mach. In manchen osteuropäischen Ländern wie Slowenien, der Slovakei, Kroatien oder auch Polen und Ungarn könne Crowdsustaining aber verstärkt an Relevanz gewinnen. „Zum einen fehlt es hier oftmals komplett an öffentlichen Förderungen, zum anderen gibt es hier viele innovative, partizipative und häufig auch radikale Ansätze, zu denen Abo-Crowdfunding perfekt passen könnte. Aktuell fehlt es aber in vielen Ländern noch an den passenden Plattformen.“

 Internationale Ambitionen

Was die Entwicklung hierzulande betrifft, so zeigt sich Steady-Mitgründer Yoran optimistisch. „Im Vergleich mit den USA hinkt Deutschland zwar hinterher, aber auch hier gibt es heute viel mehr bezahlte Inhalte im Netz als noch vor wenigen Jahren.“ Als eine mögliche Erklärung für die mangelnde Ausgabebereitschaft der Deutschen sieht er die obligatorischen Beiträge für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Viele Leute sehen nicht ein, noch mehr zu zahlen.“ Geld für Medieninhalte zu geben, die von Menschen in privater Initiative produziert werden, sei hierzulande nicht selbstverständlich – anders als beispielsweise in den USA, wo der öffentlich-rechtliche Rundfunk größtenteils durch Mitgliedsbeiträge finanziert wird und manche Unterstützer richtige Fans sind. Als „wahrscheinlich unangenehmsten Medienmarkt der Welt“ bezeichnete Yoran Deutschland deshalb einst in einem Interview.

Der Proof of Concept, dass auch hier Menschen bereit sind, für Inhalte im Netz zu zahlen, sei jedoch erbracht, und so verfolgt das Berliner Team bereits internationale Pläne. Seit vergangenem Jahr gibt es auf Steady die Möglichkeit, Projekte in Dollar anzulegen. „Wir hoffen, dass es in anderen Ländern einfacher ist“, sagt Yoran lächelnd. „Aber wahrscheinlich gibt es da andere Probleme.“

 

Titelfoto: Steady-Team / Foto-Credits: Frank Suffert (2), Thierry Chervel (1), Wolgang Gumpelmaier-Mach (1)

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