www.crowdfunding.de https://www.crowdfunding.de Crowdfunding Informationsportal Sat, 20 Jan 2018 18:17:38 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.5 Die Genossenschaft als Form der Crowdfinanzierung https://www.crowdfunding.de/die-genossenschaft-als-form-der-crowdfinanzierung/ https://www.crowdfunding.de/die-genossenschaft-als-form-der-crowdfinanzierung/#respond Fri, 19 Jan 2018 12:53:58 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1353570 Text: Robert Fanderl Bei einer Crowdfinanzierung wird einem Unternehmen durch eine Vielzahl […]

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Text: Robert Fanderl

Bei einer Crowdfinanzierung wird einem Unternehmen durch eine Vielzahl von Anlegern Kapital zur Verfügung gestellt. Dies geschieht entweder als Eigen- oder als Fremdkapital. Im ersten Fall hat der einzelne Anleger aufgrund der meist betragsmäßig kleinen Kapitalüberlassung nur einen minimalen Anteil am Eigenkapital und somit auch kein nennenswertes Mitspracherecht auf der Gesellschafterversammlung. Als Fremdkapitalgeber hat ein Anleger schon per se kein Mitspracherecht, muss aber darüber hinaus oft auch noch einen qualifizierten Nachrang akzeptieren. Er steht damit im Falle einer Insolvenz an letzter Stelle aller Gläubiger.

Vor diesem Hintergrund könnte das Modell einer Genossenschaft für die Crowd einen echten Mehrwert bieten. In einer Genossenschaft schließen sich interessierte Mitglieder zusammen, um ein gemeinschaftliches Ziel zu verfolgen. Es gibt keine begrenzte Mitgliederzahl, ein Beitritt ist daher grundsätzlich jederzeit möglich.

Wesentliche Merkmale einer Genossenschaft

  • Gleichberechtigung der Mitglieder untereinander ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer Kapitalbeteiligung an der Genossenschaft. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Dadurch ist die Genossenschaft vor der Dominanz Einzelner geschützt.
  • Der gemeinschaftlich begründete Geschäftsbetrieb und die Förderung der Mitglieder steht im Mittelpunkt der Geschäftspolitik.
  • Jede Genossenschaft gehört einem gesetzlichen Prüfungsverband an. Dieser Genossenschaftsverband nimmt in regelmäßigen Zeitabständen eine Jahresabschlussprüfung vor. Die regelmäßige Prüfung kann Geschäftspartner und Mitglieder vor finanziellem Schaden schützen.

Eine Genossenschaft kann somit im Vergleich zu anderen Schwarmfinanzierungen einen erhöhten Grad der Teilhabe und Mitbestimmung bieten. Ferner könnte man von einem nutzenbasiertem Crowdinvesting sprechen, da die Förderung der Mitglieder im Mittelpunkt der Genossenschaft steht. Ein Nachteil ist die fehlende Funding-Schwelle. Wird diese bei der „klassischen“ Schwarmfinanzierung nicht erreicht, kommt es nicht zu der angestrebten Projektrealisierung und die Crowd erhält ihr Geld zurück. Bei einer Genossenschaft bleibt die Crowd Mitglied, auch wenn die Realisierung eines Projektes nicht möglich ist. Dann ist es wichtig, dass in der Genossenschaft eine strenge Kostenkontrolle erfolgt, damit die eigentlich für Projekte vorgesehenen Einlagen der Mitglieder nicht durch laufende Verwaltungskosten verbraucht werden.

Eine „crowdfinanzierte Genossenschaft“ basiert auch auf einer transparenten Kommunikation. Die Projekte, die finanziert werden sollen, werden vorab kommuniziert und es werden klare Meilensteine hinsichtlich der Projektumsetzung festgelegt. Die gesamte Kommunikation als auch das Einwerben der genötigten Mittel erfolgt über das Internet. Die Vorgehensweise entspricht einer klassischen Crowdfunding-Kampagne.

Aktuelle Anbieter

Permagold möchte dazu beitragen, dass sich Permakultur als ökologisch wertvolle und ökonomisch attraktive Landwirtschaft etabliert und alle Menschen mit nährstoffreichen und schadstofffreien Lebensmitteln versorgt. Um Permakultur zu etablieren, kauft oder pachtet Permagold Böden in Europa und baut mit lokalen Landwirten Permakultur-Betriebe auf. Faktisch finanziert Permagold als Genossenschaft die Umstellung auf Permakultur, schult die Landwirte und andere Interessierte und vertreibt anschließend die gesunden Lebensmittel auf eigene Rechnung. Die Landwirte konzentrieren sich auf die regenerative Landwirtschaft, Permagold auf die Vermarktung.

Die ersten drei lokalen Projekte sind bereits bekannt: reine, pestizidfreie Bio-Shiitake-Pilze, reines Bio-Wasser aus dem Schieferfels eines erzgebirgischen Naturschutzgebietes sowie fünf Hektar Permakultur zur Umsetzung eines eigenen Pflanzenkonzeptes.

Die Kulturland Genossenschaft ist eine Gemeinschaft von Landwirten und Bürgern, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, landwirtschaftliches Land aus der Spekulation zu befreien. Mit dem Geld aller Genossen erwirbt die Kulturland eG landwirtschaftliche Flächen, um sie langfristig zu sichern und zu günstigen Konditionen an Höfe, die ökologisch wirtschaften und sich darüber hinaus sozial öffnen und bewusst in ihre Region einbinden, zu verpachten. Die Kulturland eG entstand im Jahr 2014 und hat mit dem Geld ihrer Genossen mittlerweile 100 Hektar Land für neun Höfe in ganz Deutschland gesichert.

Weitere Informationen

www.genossenschaften.de

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„Ich bin Anleger und kein Zocker“ | Interview mit einem Crowdinvestor Teil 2 https://www.crowdfunding.de/ich-bin-anleger-und-kein-zocker-crowdinvestor-interview-teil-2/ https://www.crowdfunding.de/ich-bin-anleger-und-kein-zocker-crowdinvestor-interview-teil-2/#respond Wed, 03 Jan 2018 23:29:39 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1338633 Im Mai 2017 haben wir erstmals ein Interview mit Gerhardt geführt (zum […]

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Im Mai 2017 haben wir erstmals ein Interview mit Gerhardt geführt (zum ersten Interview). Der Handelsfachwirt aus Bayern ist leidenschaftlicher Crowdinvestor, er hat bereits in 145 Projekte auf 20 verschiedenen Plattformen investiert.

Im einem zweiten Gespräch mit crowdfunding.de zieht er erstmals eine Zwischenbilanz.

crowdfunding.de: Seit unserem letzten Gespräch ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Damals meintest Du, es wäre zu früh um Bilanz zu ziehen. Wie sieht es jetzt aus?

Gerhardt: In diesem halben Jahr ist viel passiert. Inzwischen sind 13 Projekte aus meinem Portfolio zurückgezahlt worden mit einer Durchschnittsrendite von über 7% p.a. Zugegeben, dieses Ergebnis ist etwas geschönt, denn es waren zwei Projekte dabei, die zwar vorzeitig zurückgezahlt wurden, aber laut Vertrag mit den Zinsen für die volle Laufzeit. Ohne diese Glücksfälle stünden 5,8% p.a. in der Ergebniszeile. Ich bin zufrieden.

Beim Immobilien-Crowdinvesting gibt es mittlerweile die erste Pleite. Hast Du auch in dieses Projekt investiert?

Klar bin ich dabei! Das war echt eine Überraschung für mich. Nicht das Insolvenzereignis an sich, sondern dass es dieses Projekt war. Das Bauobjekt ist eigentlich längst als Ganzes verkauft, nur der Kaufpreis ist gemäß Baufortschritt erst teilweise in trockenen Tüchern. Eine Bauverzögerung, ein verschwundener Finanzbuchhalter… und fertig ist der Salat!

Wenn es bei diesem Insolvenzprojekt zu einem Totalausfall der Anlegergelder kommen sollte, wärst Du mit deinem Portfolio aber im Minus, oder nicht? Rechnerisch braucht es 17 erfolgreiche Investments (bei 6%, 12 Monaten Laufzeit und jeweils gleicher Investhöhe), um ein ausgefallenes Investment wieder reinzuholen.

Nein, zum Glück bin ich noch nicht im Minus, dafür sorgt die Diversifikation, also die Streuung über viele Projekte in unterschiedlichen Bereichen. Leider wissen wir noch nicht, jedes wievielte Projekt wirklich ausfallen wird. Ich fürchte fast, es wird nicht nur jedes 18. sein. Allerdings glaube ich auch, dass man durch kritische Auswahl die Bilanz im eigenen Portfolio etwas verbessern kann.

Wie kann man sicherstellen, dass man nicht in die falschen Projekte investiert?

Definitiv gar nicht, denn Sicherheit gibt es nicht! Das sehe ich ja an mir selbst. Ich suche mir die Projekte gewissenhaft aus, nutze alle verfügbaren Informationsquellen und höre auch auf meine innerste Stimme (gemeinhin „Bauchgefühl“ genannt), aber trotzdem bin ich gleich bei der ersten Immobilien-Pleite mit dabei. Nicht dabei bin ich allerdings bei einigen Startup-Pleiten, obwohl ich bei manchen Projekten nahe am Investieren war.

Eine Untersuchung des Verbraucherschutzes hat ergeben, dass die Informationen in den Vermögensanlagen-Informationsblättern (VIB) oftmals nicht korrekt waren. Nutzt du das VIB als Informationsquelle?

Das VIB ist mit 3 Seiten eine relativ übersichtliche Informationsquelle. Der Aufbau ist relativ einheitlich und man sucht mit der Zeit gezielt nach den wichtigen Kerninformationen. Ob alles der Wahrheit entspricht, lässt sich für den normalen Anleger nur schwer, wenn überhaupt nachprüfen. Ich versuche das mit Infoquellen außerhalb der jeweiligen Plattform zu kompensieren.

Eine der Forderungen der Verbraucherschützer lautet, die Befreiung der Prospektpflicht nur unterhalb einer einheitlichen Anlagegrenze von 250 Euro pro Anleger zu erlauben. Was hältst Du von einem solch niedrigen Schwellenwert?

Schwellenwerte sind immer subjektiv. Für den einen sind 250 Euro jede Menge Geld, für den anderen sind sie Peanuts. Die Prospekterstellung ist eine aufwendige und teure Angelegenheit und ich frage die Verbraucherschützer, ob sie ernsthaft glauben, dass der teure Prospekt mehr Wahrheit beinhalten wird als das „billige“ VIB. Ich fürchte vielmehr, dass der Anleger prospektgläubig werden könnte und sich das mutmaßlich umfangreiche Werk gar nicht mehr anschaut.

Die Verbraucherschützer befürchten, dass zunehmend unbedarfte Kleinanleger ins risikobehaftete Crowdinvestment „gelockt“ werden. Wie kann man das verhindern?

Das Lockmittel heißt Werbung. Obwohl ich – dank Fernbedienung – passionierter Werbeverweigerer bin, komme ich gelegentlich an den Spots verschiedener Plattformen nicht vorbei – Tendenz steigend. Klar, dass damit Neulinge angelockt werden, aber das finde ich auch legitim. Ich war ja auch mal einer. Die Risikohinweise sind spätestens auf den Plattformen selbst so omnipräsent, sodass sie auch der Unbedarfteste nicht überlesen kann.

Was ich mich frage ist vielmehr: Wer schützt eigentlich die Großinvestoren und Business Angels, die viel höhere Risiken eingehen? Warum wollen die ganzen Schützer und Wächter immer nur den „kleinen Mann“ davon abhalten, auch einmal mehr als die Tagesgeldrendite zu erwirtschaften? Information und Beratung okay, Populismus nein danke.

Würdest Du Dir wünschen, dass die Plattformen mehr in die Verantwortung genommen werden?

Ja, das würde ich mir wünschen. Ein Fall aus jüngster Vergangenheit bestärkt mich darin. Es handelt sich um die Insolvenz eines Mittelständlers, der mit Hilfe der Crowd ein neues Werk auf die Wiese stellen und mit regenerativer Energie betreiben wollte. Ich hatte Bedenken und bis zur Funding-Endphase gezögert. Als dann offensichtlich war, dass nur gut 10% der Zielsumme eingeworben werden konnten, wollte ich über die Plattform wissen, was bei diesem Worst Case aus der geplanten Investition letztlich werden würde. Erst kam gar nichts und ich hakte kurz vor Fundingende noch einmal nach. Nun erhielt ich die Info, dass es zwar eine Antwort des Unternehmens gäbe, diese aber mich Anleger nur noch mehr verunsichern würde. Wem drängt sich da nicht die Frage auf, ob der Plattformbetreiber nicht die Reißleine hätte ziehen können und müssen? Ich habe zum Glück die Finger davon gelassen, aber als tatsächlicher Anleger würde ich nun unangenehm nachbohren müssen…

Hand aufs Herz: Glaubst du, dass Crowdinvestments eine rentierliche Anlageklasse für Dich darstellen können?

Sie tun es bereits, wie ja meine Zwischenbilanz schon zeigt. Die eine oder andere Pleite wird sicherlich so manche Jahresrendite nach unten knallen, aber inzwischen bin ich so breit aufgestellt, dass ich mir zutraue, Tages- und Festgelder locker schlagen zu können.

Lohnt sich denn der ganze Aufwand? Wäre es nicht viel einfacher sein Geld in ETF’s oder über Robo-Adviser wie „Scalable“ zu investieren?

Den Satz „Die Arbeit darfst du natürlich nicht rechnen!“ hört man in den verschiedensten Zusammenhängen. Wem sie zu viel ist, der kann alle Entscheidungen gerne anderen überlassen und sich dafür abkassieren lassen. Wer sie nicht scheut, der kann den selbst geschaffenen Erfolg auch selbst ernten. Aber hey, die Misserfolge kann man dann natürlich auch niemanden anderen anhängen. Und ganz wichtig: Es macht noch mehr Spaß wie vor gut einem halben Jahr.

Wie sieht bei Dir mit anderen neuen Anlagemöglichkeiten aus? Hältst Du Bitcoins, hast Du schon einmal einen ICO mitgemacht?

Ich bin Anleger und kein Zocker! Ich habe kein Spielgeld, dessen Verlust mich nur ein Achselzucken kostet. Ich habe alles selbst verdient und will es mit persönlichem Einsatz kontinuierlich vermehren. An das Märchen der wunderbaren Geldvermehrung – am besten noch urplötzlich und ohne großes Zutun – glaube ich nicht. Gier führt nur in den seltensten Fällen zum Erfolg.

„Mehr sog‘ i ned!“ wie es in Bayern heißt.

Vielen Dank für das Interview!

 

Anmerkung: Zwischen dem Crowdinvestor Gerhardt und der crowdfunding.de Redaktion besteht seit ca. einem Jahr gelegentlicher Austausch per E-Mail und Telefon. Auf Wunsch von Gerhardt veröffentlichen wir das Interview nur mit seinem Vornamen. Das Foto ist ein Symbolfoto (Fotocredit: Pexels).

Hier geht zum ersten Interview mit Gerhardt aus dem Mai 2017

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Jahresrückblick 2017 https://www.crowdfunding.de/jahresrueckblick-2017/ https://www.crowdfunding.de/jahresrueckblick-2017/#respond Sun, 31 Dec 2017 14:11:43 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1335727 Das Crowdfunding-Jahr 2017 im Rückblick: Trends, Zahlen zum Crowdinvestment-Markt, neue Plattformen und […]

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Das Crowdfunding-Jahr 2017 im Rückblick:
Trends, Zahlen zum Crowdinvestment-Markt, neue Plattformen und Neues von den Plattformen.

Trends 2017

ICO’s und Blockchain

ICO – Crowdfinanzierung auf Blockchain-Basis – war eines DER Themen 2017. Und es wird mit Sicherheit auch 2018 ein bestimmendes Thema sein. Die österreichische Crowdinvesting-Plattform Conda plant für 2018 einen ICO. Neufund und Funderbeam sind weitere Unternehmen, die Startup-Crowdinvestments und Blockchain-Technologie verbinden.

> Interview mit dem CEO von Crowdstart Capital CSC
> Gastbeitrag: Crowdfunding, Kryptowaehrungen und Blockchain

Co-Fundings

2017 wurden viele Projekte als Kombination von Crowd und Lead-Investor konzipiert. So ließen sich z.B. bei Companisto mehrere dieser Co-Crowdinvestments beobachten. Die Plattform Startnext ist 2017 mit der Investitionsbank Berlin (IBB) eine Kooperation eingegangen, bei der Projektstarter die Chance haben, zusätzlich zu ihrer Crowdfunding-Kampagne einen Mikrokredit von bis zu 25.000€ zu erhalten.

Crowdfunding-Abo

Patreon ist eine internationale Plattform auf der Fans Projektstarter regelmäßig direkt unterstützen können. In Deutschland ist 2017 mit Steady eine vergleichbare Crowdfunding-Plattform gestartet. Kickstarter hat vor wenigen Monaten mit Drip eine weitere internationale Plattform mit ähnlichem Konzept gestartet.

Banken und Crowdfunding

Die Banken näherten sich 2017 weiter dem Thema Crowdfunding an. Die GLS-Bank hat eine eigene Investment-Plattform initiiert. Die Consorsbank präsentiert ihren Kunden mittlerweile neben Seedmatch auch die Immobilien-Plattform Exporo.

> Crowdfunding und Banken – Bestandsaufnahme

Regulierung

Im Zuge der Evaluierung des Kleinanlegerschutzgesetzes hat der Gesetzgeber das Vermögensanlagengesetz 2017 in verschiedenen Punkten angepasst. Allerdings wurde der Anwendungsbereich der Befreiungsvorschriften nicht, wie von vielen in der Crowdfunding-Branche erhofft, auf weitere Anlageformen wie z.B. Aktien oder Schuldverschreibungen erweitert.

> Gastartikel: 2 Jahre Kleinanlegerschutzgesetz – Fazit für die Crowd
> ECN Bericht zur Regulierung in Europa

Steigende Bekanntheit von Crowdfunding

Die allgemeine Bekanntheit und Akzeptanz hat sich 2017 laut „Crowdfunding Barometer“ weiter erhöht.

Crowdinvesting-Markt

2017 war ein erneutes Rekordjahr für den deutschen Crowdinvesting-Markt. Nach vorläufigen Daten hat die Crowd im Jahr 2017 172,5  Mio. Euro in Unternehmen, Immobilien- und Energieprojekte investiert. Dies entspricht einem Zuwachs von +170% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

> Crowdinvest Monatsreport Dez. 2017

Immobilien

Immobilieninvestments stellen das wachstums- und volumenstärkste Investmentsegment. 2017 gab es erstmals eine Insolvenz bei einem Immobilien-Crowdinvestprojekt.

> News 09/17: Erster Insolvenzantrag für Immobilien ein Crowdinvesting-Projekt
> Eintrag in der Crowdinvest-Datenbank

Unternehmen

Das Volumen exit-orientierter Unternehmensinvestments blieb 2017 konstant, während festverzinste Crowdinvestments (z.T. mit zusätzlichen variablem Bonus) deutlich zulegen konnten. Dazu zählen auch Venture Debts/Loans für Wachstumsunternehmen.

Die Startup-Crowdinvesting-Branche hatte zu Jahresbeginn mit einer Häufung von Ausfällen zu kämpfen. Die Insolvenzen mehrerer Startups, die zum Teil Millionen von der Crowd eingesammelt haben, führten in den ersten Monaten des Jahres zu einem großen medialen Echo. Die Negativschlagzeilen machten es für die Branche schwerer Startups und Investoren für Crowdfunding zu gewinnen. In der zweiten Jahreshälfte hat sich das Startup-Crowdinvestment-Klima etwas entspannt.

> Artikel: Ist der Startup-Crowdinvesting-Markt am Ende?
> Gastbeitrag: Startup-Crowdinvesting – wie hoch ist das Risiko wirklich?

Energie

Crowdinvestitionen in Energieprojekte sind ebenfalls deutlich angestiegen. Auf deutschen Energie-Plattformen wurden 2017 auch viele afrikanische Projekte platziert.

> Fachartikel: Crowdinvesting für Energie-Projekte in Afrika
> Gastartikel: Neue Wege der Unternehmensfinanzierung in Afrika

Neue Plattformen & Neues von den Plattformen

Neue Spenden & klassische Crowdfunding-Plattformen

Neue Crowdinvesting-Plattformen

Neue Plattformen in Österreich

Internationale Plattformen drängen auf den deutschen Markt

Die US-Spendenplattform GoFundMe ist 2017 in Deutschland gestartet. Die Startup-Investment-Plattform Seedrs (aus UK) hat 2017 erstmals deutsche Startups finanziert.

Neues von den Plattformen

Seedmatch, die erste deutsche Crowdinvestment Plattform, hat 2017 ein neues Führungsteam bekommen.
> Interview mit Seedmatch zur 100sten Fundingrunde

Eine der Pionierplattformen musste dieses Jahr aufgeben: Innovestment meldete im Herbst Insolvenz an.
> News 11/17: Insolvenzverfahren der Crowdinvesting-Plattform Innovestment

Mehrere Plattformen konnten 2017 hohe Eigenfinanzierungen vermelden.
> News 02/17: Millioneninvestment in Crowdinvestment-Plattform Finnest
> News 05/17: Exporo mit weiterer Finanzierungsrunde
> News 06/17: E-ON beteiligt sich an greenXmoney

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Upate der Marktdaten am 04.01.2018

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Feedback Umfrage 2017/18 https://www.crowdfunding.de/feedback-umfrage-2017-18/ https://www.crowdfunding.de/feedback-umfrage-2017-18/#respond Thu, 28 Dec 2017 10:15:49 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1314210 Mit Ihrer Hilfe wollen wir das Informationsangebot auf crowdfunding.de weiter verbessern! Wir […]

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Mit Ihrer Hilfe wollen wir das Informationsangebot auf crowdfunding.de weiter verbessern! Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns in 5 Minuten eine kurze Rückmeldung geben.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

zur Feedback Umfrage 2017/18

Die Umfrage erfolgt anonym.

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Verbraucherschützer im Interview: „Ins Crowdinvesting sollte nur Spielgeld fließen“ https://www.crowdfunding.de/verbraucherschutz-interview-ins-crowdinvesting-sollte-nur-spielgeld-fliessen/ https://www.crowdfunding.de/verbraucherschutz-interview-ins-crowdinvesting-sollte-nur-spielgeld-fliessen/#respond Tue, 19 Dec 2017 09:10:26 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1324877 Ein Interview mit Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt bei dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., […]

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Ein Interview mit Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt bei dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., und Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen e.V. 

crowdfunding.de: Sie haben aktuell einen neuen Crowdinvesting-Untersuchungsbericht veröffentlicht. Wie lauten die Ergebnisse?

Brandes: Wer in ein schwarmfinanziertes Projekt investiert, sollte im VIB (Vermögensanlagen-Informationsblatt) eine präzise Beschreibung bekommen, wofür sein Geld verwendet wird. Die Untersuchung hat jedoch gezeigt, dass in 51 der 83 untersuchten Fälle die Angaben zum Anlageobjekt, mit denen das Investitionsprojekt im VIB näher beschrieben werden muss, nicht konkret waren. Es fanden sich oft nur vage Umschreibungen. Missstände gab es auch bei den Angaben zur Laufzeit. Die Marktwächter haben jeweils in Vertrag und VIB der Projekte überprüft, ob die Angaben zum Laufzeitbeginn des Darlehens in beiden Dokumenten einheitlich sind. In 54 von 83 Fällen war das nicht der Fall. Außerdem gab es in fast der Hälfte der Fälle widersprüchliche Angaben zum Laufzeitende. Es kann nicht sein, dass Verbraucher durch schwammige Formulierungen oder widersprüchliche Angaben über wichtige Punkte im Unklaren gelassen werden.

Der Bundesverband Crowdfunding betont in einer Stellungnahme, dass sich die aktuell eingesetzten VIBs seit der Stichprobe Anfang 2017 deutlich weiterentwickelt haben. Können Sie diese Weiterentwicklung bestätigen?

Brandes: Einiges ist besser geworden. Seit Mitte 2017 prüft die BaFin im Rahmen des Gestattungsverfahrens die VIBs auf Vollständigkeit, Reihenfolge der Angaben sowie Verständlichkeit. Durch die Gesetzesänderung wurde eine Reihenfolge der Angaben im VIB eingeführt. Dies führt zu einer besseren Vergleichbarkeit der VIBs. Eine Reihenfolge verhindert jedoch nicht unkonkrete oder allgemeine Formulierungen. Die BaFin gleicht weiterhin nicht VIBs mit Verträgen ab. Wir haben einen inhaltlichen Abgleich zwischen beiden Dokumenten vorgenommen und dabei Abweichungen festgestellt. Auch bei den Angaben zum Anlageobjekt finden sich weiterhin Floskeln und Allgemeinplätze.

Ein Ziel des Marktwächters Finanzen ist es, frühzeitig auf Risiken und mögliche Fehlentwicklungen hinzuweisen. Stehen Sie als Verbraucherschützer im konstruktiven Austausch mit der Branche, damit sich der junge Markt von Anfang an in die richtige Richtung entwickelt?

Brandes: Im Projekt Marktwächter, das von Verbraucherzentralen und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gemeinsam durchgeführt wird, ist der Austausch mit der Branche ausdrücklich vorgesehen. Alle vertiefenden Marktbeobachtungen werden dem Marktwächter-Beirat vorgestellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen präsentieren und besprechen wir im Rahmen von Anbieterdialogen mit verschiedenen Branchenvertretern. Auch die Studie zu den VIBs und Vertragsbedingungen des Crowdinvestings haben wir mit Vertretern des Bundesverbands Crowdfunding diskutiert und werden im Nachgang dazu im Austausch bleiben. Schon im Vorfeld der Untersuchung haben wir bei besonders markanten Missständen einzelne Plattformen direkt angeschrieben und außergerichtlich eine Verbesserung der Bedingungen erreicht. Gleichwohl zählt es zu den Aufgaben der Verbraucherzentralen auch im Rahmen der Rechtsdurchsetzung für die Verbraucher Klarheit und Sicherheit zu schaffen. Falls nötig, werden wir im Bereich Crowdinvesting-Anbieter abmahnen und im Zweifel strittige Fragen gerichtlich klären lassen.

Crowdinvesting verspricht Anlegern als direktes und schlankes Finanzierungsinstrument höhere Transparenz und geringere Weichkosten. Sehen Sie eine Daseinsberechtigung für das Crowdfunding-Prinzip und die Vorteile für die Verbraucher? Falls nicht, was müsste sich ändern?

Brandes: Eine Umfrage des Marktwächters Finanzen zeigt, dass mehr als jeder siebte Internetnutzer erwägt, künftig über Crowdinvesting-Plattformen Geld anzulegen. Es besteht also durchaus Interesse an dieser Investmentidee.

Mohn: Wir haben nicht per se etwas gegen Crowdfinanzierungen. Aber wir haben etwas gegen Investitionen von Privatanlegern im Grauen Kapitalmarkt. Grund dafür sind hohe Risiken, fehlende Marktpreisbildung und fehlende Produktregulierung. Das Versprechen höherer Transparenz und geringerer Weichkosten sehe ich bislang nicht erfüllt.

Hatten Sie in Ihrer Praxis schon mit Verbrauchern zu tun, die sich über eine Crowdinvestment-Anlage beschwert haben?

Mohn: Zum Glück nicht. Bislang scheint es keinen aktiven Vertrieb zu geben, sondern das Instrument scheint vor allem von Selbstentscheidern genutzt zu werden, denen hoffentlich die Risiken und Chancen ihrer Investition klar sind. Das muss aber nicht so bleiben. Sobald aktiver Vertrieb mit ins Spiel kommt, kann sich das ganz schnell ändern und bei Verbrauchern falsche Vorstellungen von Chancen und Risiken erzeugt werden.

Sie fordern die Befreiung der Prospektpflicht nur unterhalb einer einheitlichen Anlagegrenze von 250 Euro pro Anleger zu erlauben. In einer früheren Stellungnahme forderten Sie, „die Schwelle auf höchstens 1.000 besser 500 Euro“ zu setzen (vzbv Stellungnahme zum Referentenentwurf vom 02.09.2014). Inwieweit hilft ein niedriger Schwellenwert dem Anlegerschutz und was hat Sie dazu bewegt, den geforderten maximalen Anlagebetrag zu reduzieren?

Mohn: Ein niedriger Schwellenwert – in anderen Ländern, wie den USA gibt es diesen bereits – unterstreicht den Grundgedanken des Crowdinvestings: Viele Anleger geben zusammen viele kleine Beiträge. Ein niedriger Schwellenwert verhindert zudem, dass sich Verbraucher verspekulieren. Ins Crowdinvesting sollte nur Spielgeld fließen, also Geld, das ohne Schmerzen verloren werden kann. Ob es nun 250 oder 500 oder 1.000 Euro sind, ist nicht kriegsentscheidend. Allerdings, je niedriger, desto besser.

Eine Begrenzung der Schwellenwerte begrenzt die Freiheiten der Crowdinvestoren, bei denen es sich, wie Sie ja auch beobachten, vor allem um Selbstentscheider handelt. Die Idee des mündigen Bürgers, der direkt und selbstbestimmt in unternehmerische Initiativen, wohnraumschaffende und energiesparende Projekte investiert, ist doch ein Idealbild. Sollte man nicht versuchen die Rahmenbedingungen zu schaffen, um dies zu ermöglichen?

Mohn: Es wird nicht so bleiben, dass beim Crowdinvesting nur die informierten Selbstentscheider investieren. Vielmehr ist unsere Beobachtung, dass das „schlechte Geld“ konsequent dahin geführt wird, wo die Regulierung schwach ist. Und hier ist die Regulierung durch die Prospektausnahmen besonders schwach. Das Phänomen erkennt man im Übrigen bereits daran, dass plötzlich vor allem Immobilien und Energieprojekte über eine Crowd mit Prospektausnahme finanziert werden sollten. Ursprünglich war die Prospektausnahme für Schwarmfinanzierungen vorgesehen, um es klassischen Startups im Innovationssektor bei ihren Finanzierungen etwas leichter zu machen. Hier sehen wir also schon das Ausnutzen der erleichterten Regeln. Ich stelle mich darauf ein, dass Crowdinvesting künftig stärker beworben wird und auch in den aktiven Vertrieb kommt. Aktiver Vertrieb wird an dieser Stelle Provisionsdurst und schlechte bis falsche Beratung bedeuten. Deshalb sind vernünftige Schwellenwerte wichtig. Projekte sind nicht gezwungen, diese Schwellenwerte zu akzeptieren. Die, die das nicht wollen, könnten einen Prospekt erstellen und dann haben sie automatisch keine Friktionen.

Herr Prof. Dr. Andreas Oehler vom Sachverständigenrat für Verbraucherfragen hat vorgeschlagen, eine individuelle Prüfung der Geeignetheit der Crowdinvestoren vorzuschreiben. Halten Sie dies für eine sinnvolle Möglichkeit, den Verbraucherschutz beim Crowdfunding zu stärken?

Mohn: Geeignet für was? Crowdinvesting müsste zwingend als ungeeignet eingestuft werden, wenn es ums Sparen fürs Alter oder um den Vermögensaufbau geht. Das sind die gängigen Anlageziele „normaler“ Verbraucher. Beim Crowdinvesting müsste das Anlageziel „reine Spekulation“ lauten. Demnach dürfte die Geeignetheit dann nur selten erfüllt sein. Meine Phantasie geht dahin, dass die Plattformen die Geeignetheitsprüfung zu umgehen wissen würden. Den Verbrauchern müsste ja nur klargemacht werden, dass sie für die Investition ihr Kreuzchen bei dem Anlageziel „reine Spekulation“ setzen müssen. Die Plattform wäre so aus der Haftung. Dem Verbraucher wäre kaum geholfen. Mir ist die Idee, die Anlage über Schwellenwerte zu begrenzen, sympathischer, weil klarer und kontrollierbar.

Deutsche Plattformen sind an die deutsche Regulierung gebunden. Sie stehen aber im internationalen Wettbewerb, da es für die Anleger im digitalen Raum keine wirklichen Landesgrenzen gibt. Wie stehen Sie zu Argumenten von Plattformen, die sich im Wettbewerbsnachteil sehen und wie kann europäischer Verbraucherschutz gewährleistet werden?

Mohn: Perfekt wäre natürlich eine EU-weite Regulierung. Und Brüssel nimmt sich im Rahmen des Financial Service Action Plans des Themas ja auch an.

Was ist im Sinne des Verbraucherschutzes für Informationsportale im Finanzbereich, also auch für crowdfunding.de, zu beachten?

Brandes: In Anlehnung an eine Marktwächter-Untersuchung zu Buchungs- und Vergleichsportalen wäre auf transparente Geschäftsmodelle zu achten. Gibt es Verflechtungen mit Anbietern? Haben Provisionen Einfluss auf das Ranking? Die Glaubwürdigkeit eines Portals ist wichtig.

Mohn: Ich persönlich würde sagen: Verbraucher, hier bewegt ihr euch im Grauen Kapitalmarkt. Macht lieber einen Bogen um solche Investitionen. Statt mit Spielgeld zu investieren, kauft euch stattdessen ein paar Schuhe oder sonstige Dinge, die euch Freude machen.

Haben Sie im Zuge Ihrer Marktbeobachtung ein Crowdinvesting-Projekt gesehen, das Sie persönlich als Anlageobjekt gereizt hat?

Brandes: In einem Projekt sollten innovative Technologien für den Asteroiden-Bergbau entwickelt werden – das klingt doch sehr reizvoll. Schade nur, dass das Angebot vom Markt genommen wurde. Nein, im Ernst: Natürlich gibt es Projekte, die sehr interessant klingen. Um Chancen und Risiken abzuwägen, braucht es letztlich aber eine Unternehmensbewertung.

Wie müsste ein Crowdinvestment-Projekt aussehen, damit Sie sich daran beteiligen würden?

Mohn: Mich interessiert diese Anlageform nicht. Die Verteilung von Risiken und Chancen ist aus meiner Sicht unzureichend. Außerdem kommt für mich der Graue Kapitalmarkt nicht in Frage.

Wie lauten Ihre Tipps für interessierte Crowdinvestoren?

Mohn: An dieser Stelle keine Tipps.

Brandes: Immer an das Totalverlustrisiko denken. Und mindestens das VIB genau lesen – wer danach nicht genau verstanden hat, um was für ein Objekt es sich handelt und wie lange die Laufzeit ist, hat einen typischen unklaren Fall aus unserer Untersuchung erwischt.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen

zur Untersuchung „Crowdinvesting: Informationen für Verbraucher oft unzureichend“
zum Marktwächter Beschwerdeformular
zur Verbraucherzentrale Hessen – Schwerpunkt Grauer Kapitalmarkt im Projekt Marktwächter
zum Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv)

Personen

Wolf Brandes, Teamleiter ­Marktwächter der Verbraucherzentrale Hessen
Die erste berufliche ­Station nach dem Volkswirtschaftsstudium war für Brandes die Stiftung Warentest, danach hat er als ­Finanzjournalist bei Börse Online, „Capital“ und „Financial Times Deutschland“ für Anleger geschrieben. Seit drei Jahren arbeitet Brandes als Finanzreferent und Teamleiter bei der Verbraucherzentrale Hessen. Das Projekt beobachtet den grauen Kapitalmarkt, warnt Verbraucher und nimmt unseriöse Anbieter ins Visier.

Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt im Verbraucherzentrale Bundesverband
Dorothea Mohn leitet seit 2013 das Team Finanzmarkt im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Effiziente und verbrauchergerechte Finanzprodukte, eine fundierte, von Produkten unabhängige Beratung und eine funktionierende, verbraucherorientierte Aufsicht über den Finanzmarkt, sind dort die Ziele ihrer Arbeit. Zuvor war sie im vzbv als Referentin für die Interessenvertretung auf nationaler und europäischer Ebene für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge verantwortlich. So forcierte sie national das Projekt Finanzmarktwächter und war auf europäischer Ebene Mitglied in der Stakeholdergruppe der Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA. Momentan engagiert sie sich in der Consultativ Working Group for Consumer Protection bei ESMA. Seit 2013 hat sie den Vorsitz des Verbraucherbeirates der BaFin inne.

Foto: Jan Zappner

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Kickstarter statt Zalando: Im Gespräch mit Superbacker Max Oko https://www.crowdfunding.de/kickstarter-statt-zalando-im-gespraech-mit-superbacker-max-oko/ https://www.crowdfunding.de/kickstarter-statt-zalando-im-gespraech-mit-superbacker-max-oko/#respond Wed, 06 Dec 2017 23:25:24 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1189453 Max Oko ist ein Superbacker. Der 21-jährige Berliner hat in den letzten […]

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Max Oko ist ein Superbacker. Der 21-jährige Berliner hat in den letzten Jahren über 650 Crowdfunding-Projekte unterstützt. Wir haben Max getroffen und darüber gesprochen, was für ihn den Reiz beim Crowdfunding ausmacht und welche Tipps er Projektstartern und anderen Backern geben kann.

crowdfunding.de: Wieviele Crowdfunding-Projekte hast Du bislang unterstützt?

Max Oko: Mal kurz schauen [..checkt sein Handy..], 628 Projekte bei Kickstarter und 43 bei Indiegogo. Davon haben aber nicht alle Projekte ihr Fundingziel erreicht.

Dann hast Du ja schon eine Menge Geld in Crowdfunding-Projekte gesteckt?

Ja, auf jeden Fall. Ich hab damit angefangen, als ich meinen ersten Job hatte und erstmals richtiges Geld verdient habe.

Bei der Auslieferung von Crowdfunding-Produkten kommt es öfter mal zu Verzögerungen. Nervt Dich das?

Dass bei innovativen Entwicklungen nicht alles sofort klappt, ist meiner Meinung nach normal. Wichtig ist, dass die Projektstarter die Leute mit regelmäßigen Updates auf dem Laufenden halten.

Hat Dich ein Projekt schon mal richtig enttäuscht?

Ja, das Projekt „Tmouse“ zum Beispiel, eine Computermaus. Als ich das Paket ausgepackt habe, war das pure Enttäuschung: ganz schlechtes Plastik, keinerlei Haptik, halt total billig. Es ist auch schon passiert, dass Rewards gar nicht ausgeliefert wurden, weil die Starter an der Umsetzung gescheitert sind oder gar von Anfang an eine Abzockmasche durchziehen wollten.

Und das hält Dich nicht davon ab weitere Projekte zu unterstützen?

Nein, ich habe immer noch ein grundsätzliches Vertrauen in die Menschen. Das ist halt nicht Amazon, wo die Sachen fertig sind und man sie einfach bestellt. Man investiert ja in die Unternehmer. Das geht dann halt auch manchmal schief.

Inwieweit checkst Du denn die Kampagnen und Projektstarter, bevor Du denen Dein Geld anvertraust?

Ich schau auf die Zahlen, also wie viel der Fundingsumme in welcher Zeit erreicht wurde. Wenn da nach 3 Tagen kaum was zusammengekommen ist, ist das erstmal kein so gutes Zeichen. Bei technischen Innovation macht es Sinn ein paar tiefergehende Fachfragen zu stellen. Anhand der Antworten merkt man dann ziemlich schnell, ob die Starter wirklich in der Materie drin stecken oder ausweichend antworten. Wenn es um größere Summen geht, schaue ich genau welche Leute bzw. Unternehmen dahinterstehen. Grundsätzlich sind die Starter ja motiviert das Versprochene abzuliefern. Die geben schließlich ihre Klarnamen an. Wenn man eine große Crowd gegen sich aufbringt, ist man ja heutzutage durch das Internet richtig gef**kt.

Kannst Du Projektstartern Tipps für Ihre Kampagne geben?

Die Starter sollten marketingmäßig nicht planlos sein. Wenn die sich da nicht auskennen, sollten sie überlegen Hilfe über eine entsprechende Agentur dazu zu holen. Gute Bilder und eine auf den Punkt gebrachte Idee sind entscheidend. Ansonsten finde ich laufende Updates wichtig. Ich unterstütze meist gleich am Anfang einer Kampagne, um early-bird Angebote zu sichern. Wenn ich über die Laufzeit der Kampagne merke, dass nachlässig kommuniziert wird, ziehe ich meine Unterstützung oft noch zurück.

Was macht denn für Dich den Reiz vom Crowdfunding aus?

Ich bin gerne dicht dran an neuen technischen Entwicklungen, alte Technik langweilt mich. Beim Crowdfunding ist man an der „front of new technology“. Neben technischen Innovationen unterstütze ich aber auch viele Projekte aus den Bereichen Gadgets, Design und Fashion. Mich interessieren die Sachen, die Prozesse im alltäglichen Leben optimieren und Dinge einfacher machen.

Macht es einen Unterschied, ob Du ein Produkt normal shoppst oder über ein Crowdfunding beziehst?

Auf jeden Fall! Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal auf klassischem Weg Kleidung gekauft habe. Alles was ich gerade anhabe sind Crowdfunding-Produkte: Hose, Socken, Schuhe. Ok, das Shirt ist von dem Startup, für das ich arbeite. Ich beziehe all meine Klamotten über Crowdfunding-Projekte, bzw. über Firmen, auf die ich zuvor über ein Crowdfunding aufmerksam geworden bin. Du weißt dann halt welche Menschen hinter den Produkten steht. Dadurch entwickelt sich eine ganz andere Beziehung zu den Leuten und den Produkten. Du wirst irgendwie Teil des Ganzen. Ich habe auf Events auch schon öfter Projektstarter getroffen, deren Produkt ich unterstützt habe. Da freuen sich dann immer beide Seiten.

Welche zukünftigen Entwicklungen siehst Du beim Crowdfunding?

Die Blockchain-Technologie wird mit Sicherheit zukünftig eine große Rolle spielen. Also eine Crowdfinanzierung über ein dezentrales Netzwerk, sprich ohne Plattform-Besitzer. Das funktioniert über sogenannte Smart Contracts, die bei einem bestimmten Event, wie das erreichen einer Zielsumme, das Geld an eine bestimme Adresse auszahlt. Sofort und ohne Nebenkosten. Das kann aber noch weitergedacht werden. Eine Vorstellung von mir ist, dass bei bestimmten Phasen z.b. eines Hardware-Projektes nur ein Teil ausgezahlt wird, um die nächste Phase zu decken. Das Blockchain-Thema interessiert mich extrem und ich verfolge da gespannt die aktuellen Entwicklungen.

Danke Dir für das Gespräch!

Fotostrecke „Crowdfunding Produkte von Max“ 

Projekte von den Fotos
Baubax Traveljacket | Pins Collective | Public Rec Pants | SilverAir SOCK | The Comfortable Boxers Co. | The Z Maus | Wooting one Keyboard | LokBuild 3D Druckplatte | Cetus 3D Printer | HempBioPlastic – Filament | 1730 Full Metal Hotend | Exploding Kitten | dscvr VR-Brille

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Crowdfunding Adventskalender 2017 https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-adventskalender-2017/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-adventskalender-2017/#respond Thu, 30 Nov 2017 23:09:53 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1306985 Im Adventskalender von crowdfunding.de öffnet sich von 1. bis zum 24. Dezember […]

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Im Adventskalender von crowdfunding.de öffnet sich von 1. bis zum 24. Dezember täglich ein neues Türchen. Jeden Tag wird ein aktuelles Crowdfunding-Projekt vorgestellt: innovatives, soziales, inspiratives und kurioses.

Hinweis: Eine Gewähr dafür, dass die Projektstarter die Projekte tatsächlich wie angekündigt umsetzen, kann crowdfunding.de nicht übernehmen.

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Wohin treibt die Digitalisierung die Welt? Offene Fragen nach dem Web Summit 2017 https://www.crowdfunding.de/wohin-treibt-die-digitalisierung-die-welt-offene-fragen-nach-dem-web-summit-2017/ https://www.crowdfunding.de/wohin-treibt-die-digitalisierung-die-welt-offene-fragen-nach-dem-web-summit-2017/#respond Wed, 29 Nov 2017 23:04:55 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1306264 Anfang November fand in Lissabon mit über 60.000 Teilnehmern die weltweit größte […]

Der Beitrag Wohin treibt die Digitalisierung die Welt? Offene Fragen nach dem Web Summit 2017 erschien zuerst auf www.crowdfunding.de.

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Anfang November fand in Lissabon mit über 60.000 Teilnehmern die weltweit größte Internetkonferenz statt: der Web Summit 2017. Auf der 3-tägigen Veranstaltung wurden neben neuen technischen Möglichkeiten die gesellschaftlichen Auswirkungen des digitalen Wandels diskutiert. Führende CEO’s, Wissenschaftler, Politiker und Vordenker machten in Vorträgen und Paneldiskussionen deutlich, dass die Digitalisierung gewaltige Veränderungen mit sich bringen wird, die alle Aspekte des Lebens und menschlichen Miteinanders betreffen.

Bei der Einschätzung der mit der Digitalisierung verbundenen Chancen und Risiken sowie dem richtigen Umgang mit diesen, zeigten sich unterschiedlichen Sichtweisen. Auf viele der auf dem Web Summit diskutierten Fragen, konnte niemand seriös eindeutige und abschließende Antworten geben. Die Antworten werden sich erst mit der Zeit durch einen gesellschaftlichen Diskurs sowie die Aktionen und Reaktionen der verschiedenen Marktteilnehmer und Instanzen zeigen.

 

Fragen zu künstlicher Intelligenz

„Künstliche Intelligenz ist der Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden, d. h., einen Computer so zu bauen oder zu programmieren, dass er eigenständig Probleme bearbeiten kann.“ Definition Wikipedia

# Wird für die Menschen ein entspanntes und stressfreies Leben möglich, wenn Maschinen und Roboter ein der Großteil der Arbeit erledigen?

Werden viele Menschen ihre Jobs an intelligente Computerprogramme verlieren und wie werden sie dann Geld verdienen?

# Wer wird vom technologischen Fortschritt profitieren? Die gesamte Gesellschaft oder nur eine kleine Elite?

#  Was passiert, wenn Maschinen „intelligenter“ werden als Menschen und sich verselbständigen? Werden sie sich irgendwann gegen die Menschen wenden?

 

Fragen zu Big Data

„Die gesammelten Daten können dabei aus verschiedensten Quellen stammen: wie z.B. … Überwachungssysteme … Kunden- oder Bankkarten … jegliche elektronische Kommunikation … Benutzung eines Smartphones … Social-Media-Informationen und -Interaktionen … Kraftfahrzeuge (vernetztes Auto) … vernetzte Technik in Häusern (Smart Homes). Definition Wikipedia

# Ist den Menschen bewusst, dass jede Aktion im digitalen Raum eine Datenspur hinterlässt?

Wem gehören die Daten? Den Nutzern, Unternehmen, der Öffentlichkeit oder dem Staat?

Werden die Daten eingesetzt, um Menschen zu helfen und zu entlasten oder um sie zu manipulieren?

Was passiert, wenn private Unternehmen ihre Datenintelligenz nutzen, um die öffentliche Meinung bewusst in bestimmte Richtungen zu lenken und so auf demokratische Prozesse und die Politik Einfluss nehmen?

# Was passiert, wenn Staaten Zugriff auf Nutzerdaten bekommen, um Regimekritiker zu identifizieren?

 

Fragen zur Plattformökonomie: GAFA

„GAFA: Abkürzung aus den Initialen der großen US-amerikanischen Internetkonzerne Google, Apple, Facebook und Amazon. Sie wird meist verwendet, um die Dominanz der amerikanischen Internetriesen auch sprachlich zu verdeutlichen“ Definition DigitalWiki

Was bedeutet es für den freien Wettbewerb und damit die Innovationskraft, wenn der Zugang zum Markt nur noch über Plattformen möglich ist, die monopolähnliche Positionen innehaben?

 

Fragen zur Gig Economy

„Gig Economy bezeichnet einen Teil des Arbeitsmarktes, bei dem kleine Aufträge kurzfristig an unabhängige Freiberufler oder geringfügig Beschäftigte vergeben werden. Dabei dient häufig eine Onlineplattform als Mittler zwischen Kunde und Auftragnehmer, die Rahmenbedingungen setzt und deren Betreiber eine Provision einbehält. Definition Wikipedia

# Ermöglicht die Gig Economy selbstbestimmtes und freies Arbeiten oder führt sie zu Ausbeutung und prekären Situationen?

# Setzen sich durch den globalen Wettbewerb über internationale Plattformen die niedrigsten Arbeitsstandards und Vergütungen durch?

# Wird zukünftig auch ein Großteil der hochqualifizierten Menschen in der Freelance Economy tätig sein?

# Wer vertritt die Rechte von auf digitalen Plattformen tätigen Freiberuflern?

# Wie müssen die Sozialsysteme gestaltet werden, wenn Festanstellungen seltener werden und freie Berufe zunehmen?

# Inwieweit ist das Bildungssystem auf die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt eingestellt?

 

Fragen zum Bedingungslosen Grundeinkommen

„Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist ein sozialpolitisches Finanztransferkonzept, nach dem jeder Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche – vom Staat ausgezahlte – finanzielle Zuwendung erhält, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen.“ Definition Wikipedia

# Ist das Bedingungslose Grundeinkommen die passende Antwort auf ein Szenario, in dem eine Vielzahl an Menschen durch die Digitalisierung Ihre Arbeit verliert?

# Befreit ein Grundeinkommen die Menschen von Existenzängsten und hilft es bei der individuellen Entfaltung ihrer Talente und Leidenschaften oder drängt es sie in die Passivität und reduziert sie auf die Rolle als Konsumenten?

# Wie kann ein Grundeinkommen finanziert werden?

 

Fragen zu Banken und Fintechs

„Der Begriff Fintech setzt sich aus den Anfangssilben von Finanzdienstleistungen und Technologie zusammen. Mit Fintech wird die Branche bezeichnet, in der Finanzdienstleistungen mit Technologie verändert werden. Fintechs sind die Unternehmen, die das tun. Fintechs sind häufig Start-ups, aber nicht immer.“ Definition Finletter

# Wo verlaufen die Schnittmengen und Abgrenzungen zwischen traditionellen etablierten Banken und Fintech-Startups?

# Wie stellen sich Banken auf die Digitalisierung ein? Wie gehen sie mit ihrem Personalbestand und entsprechenden Kostenstrukturen um?

# Werden Consumerbrands wie Apple oder Amazon zukünftig Banking anbieten?

 

Weitere Fragen

# In welchen Anwendungsfeldern kann sich die Blockchain etablieren?

# Wie weit darf medizinscher Fortschritt gehen, z.B. in Bezug auf Veränderungen der menschlichen DNA?

# Wird bei all dem Fortschritt und potentiellen Wachstum ausreichend daran gedacht, dass das Fundament allen Lebens in einer intakten Umwelt liegt?

 

Links & Hints

Test: werden Roboter meinen Job übernehmen?
https://willrobotstakemyjob.com/

Rede von Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb
zum Video vom Web Summit

FAZ Artikel „China plant die totale Überwachung“
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/china-plant-mit-nationalem-punktesystem-die-totale-ueberwachung-15303648.html?

The Human Future of Business: Hints for Future Gazers
https://journalofbeautifulbusiness.com/the-human-future-of-business-hints-for-future-gazers-4a3ac762af6e

Einführungstext zur Blockchain Technology
https://www.cbinsights.com/research/what-is-blockchain-technology

WELT Artikel „Die gefährliche Dominanz der großen Vier“
https://www.welt.de/finanzen/article150809163/Die-gefaehrliche-Dominanz-der-grossen-Vier.html

 

Bilder

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Crowdfunding in Afrika: neue Wege der Unternehmensfinanzierung https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-in-afrika-neue-wege-der-unternehmensfinanzierung/ https://www.crowdfunding.de/crowdfunding-in-afrika-neue-wege-der-unternehmensfinanzierung/#comments Wed, 22 Nov 2017 23:19:50 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1299225 Kann Crowdfunding einen Beitrag zur Finanzierung afrikanischer Unternehmen leisten? Mit dieser Frage […]

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Kann Crowdfunding einen Beitrag zur Finanzierung afrikanischer Unternehmen leisten? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Gastbeitrag von Dr. Rolf Drescher. Der Autor arbeitet für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Lilongwe / Malawi. Der Beitrag stellt seine persönliche Meinung dar.

 

Autor: Dr. Rolf Drescher

Malawi first! „Buy Malawian …“ Viele Produkte aus Malawi findet man indes in den Supermärkten nicht.

Afrika steht aktuell ganz oben auf der politischen Agenda. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Konzepten zur Förderung eines nachhaltigen inklusiven Wachstums mit der Schaffung einer ausreichenden Zahl neuer Jobs, um der wachsenden Bevölkerung eine bessere Lebensperspektive zu geben. Die Herausforderung ist gewaltig: Die Bevölkerung Afrikas ist von 814 Mio. (2000) auf 1,19 Mrd. (2015) gewachsen; nach Berechnungen der Vereinten Nationen wird sie weiter auf 1,68 Mrd. (2030) und 2,48 Mrd. (2050) anwachsen. Weder die Struktur der afrikanischen Volkswirtschaften noch die Wachstumsraten bieten die Voraussetzungen, die erforderlichen Arbeitsplätze zur Integration der jungen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

 

Fehlender Zugang zu Finanzdienstleistungen

Rund 80% der Arbeitsplätze in Afrika entfallen auf Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Die Schaffung positiver Rahmenbedingungen für neugegründete und bestehende KMU ist für mehr Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung zentral. Die Gründung und das Wachstum der KMU wird durch eine Vielzahl von Faktoren behindert. Es besteht aber Einigkeit, dass das Fehlen des Zugangs zu Finanzdienstleistungen, insbesondere Krediten und Eigenkapitaleinlagen, in allen afrikanischen Volkswirtschaften eines der Kernprobleme für das Wachstum des KMU-Sektors und damit eine zentrale wirtschafts- und finanzpolitische Herausforderung ist. Die zur Verfügung stehenden Daten lassen keinen Zweifel: ein verbesserter Zugang von KMU zu Krediten schafft Wachstum und Arbeitsplätze.

Business as usual ist keine Option. Innovative Politik- und Finanzierungsansätze sind gefordert. Das lenkt den Blick über den traditionellen Banken- und Finanzsektor hinaus auf alternative Finanzierungsmechanismen und damit die Frage, ob und in welchem Umfang das Crowdfunding zur KMU-Finanzierung geeignet ist. Crowdfunding als Finanzierungsmechanismus, bei dem ein Projekt durch eine Vielzahl von Geldgebern finanziert wird, ist nicht neu und kein genuines Produkt der FinTech-Industrie. Auch in Afrika haben Formen der gemeinschaftlichen Finanzierung von Projekten zum Teil eine lange Tradition. Ein vielzitiertes Beispiel sind die „Harambee“-Veranstaltungen in Kenia zur Finanzierung kommunaler sozialer Projekte. Ein Bericht der Weltbank bezeichnet das Crowdfunding deshalb als „online extension“ traditioneller gemeinschaftlicher Finanzierungsformen.

 

Globale Trends im Crowdfunding

Als globaler Trend ist ein rapides Wachstum des Crowdfunding-Sektors belegt. 2015 betrug das globale Crowdfunding-Volumen US$ 34,4 Mrd.; damit hat sich der global gecrowdfundete Betrag gegenüber 2014 (US$ 16,2 Mrd.) mehr als verdoppelt, gegenüber 2013 (US$ 6,1 Mrd.) verfünffacht. Die Angaben zu Afrika differieren stark und sind kaum belastbar. Nach einer vielzitierten Quelle belief sich das Crowdfunding-Volumen 2015 auf US$ 127 Mio., wobei US$ 94,7 über internationale und nur US$ 32,3 Mio. über afrikanische Crowdfunding-Plattformen eingeworben wurden. Für 2016 werden US$ 190 Mio. vorhergesagt. Nach einer anderen Quelle lag das Crowdfunding-Volumen 2015 insgesamt bei nur US$ 83,2 Mio., von denen 90% aus auf internationalen Plattformen gelaufenen Crowdfunding-Kampagnen stammen. Klar ist jedenfalls zweierlei: Crowdfunding hat sich in Afrika als Finanzierungsmechanismus noch nicht durchgesetzt hat und befindet sich erst noch in der „Beta-Entwicklungsphase“. Mit der überwiegenden Finanzierung von Projekten in Afrika über internationale Plattformen durch Finanziers im globalen Norden folgt das Crowdfunding dem traditionellen Muster der Entwicklungszusammenarbeit.

Thundafund ist eine sehr erfolgreich operierende südafrikanische Crowdfunding-Plattform.

Der Gründer der südafrikanischen Crowdfunding-Plattform Thundafund, Patrick Schofield, äußert sich zuversichtlich zur Zukunft des Crowdfunding in Afrika: „Crowdfunding has been a phenomenal driving force of creative development in the US and Europe. We believe that it can become an equally powerful force in Africa.

Die Weltbank hat in einer 2013 veröffentlichten Studie ein Crowdfunding-Potenzial für Afrika von bis zu US$ 2,5 Mrd. in 2025 errechnet. Die Studie geht sogar noch weiter: Crowdfunding biete den Entwicklungsländern die Chance, die traditionellen Kapitalmarktstrukturen und Finanzregulierungssysteme zu überspringen und Banken und andere Finanzinstitutionen als zentralen Finanzierungsmechanismus zu ersetzen. Die Frankfurt School of Finance & Management widerspricht: Das Banking sei stets die erste Phase der Finanzsektorentwicklung, erst darauf aufbauend könne das Crowdfunding die nächste Stufe der Finanzsektorentwicklung in hochentwickelten Volkswirtschaften sein. Das Crowdfunding-Potenzial in Entwicklungsländern sei deshalb sehr begrenzt, Crowdfunding sei keine Überholspur zur Finanzmarktentwicklung. Die Global Partnership for Financial Inclusion, ein Zusammenschluss der G20-Staaten, betont einerseits das Crowdfunding-Potenzial, stellt anderseits aber nüchtern fest: „There is thus far not enough evidence to prove that unserved and underserved customers are currently benefiting from debt and equity crowdfunding”.

 

Afrika ist anders

In den USA, Asien und Europa hat sich der Crowdfunding-Markt im Rahmen gut funktionierender Finanzmärkte auf der Basis klarer finanzrechtlicher Regelungen als komplementäres Finanzierungsangebot fest etabliert. Parallel dazu wurden spezielle Regelungen für das Crowdfunding in Kraft gesetzt, die im Kern – um nicht die Dynamik aus dem Markt zu nehmen – im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen reduzierte regulative Anforderungen an das Crowdfunding stellen, gleichzeitig aber einen angemessenen Investorenschutz bieten.

Die Rahmenbedingungen in Afrika sind gänzlich anders, sowohl was die Marktstrukturen und die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors als auch das politische und rechtliche Umfeld anbelangt. Nur drei afrikanische Staaten haben eine Crowdfunding Policy, kein afrikanischer Staat hat bislang Crowdfunding-spezifische Rechtsvorschriften erlassen. Auf der Basis einer Analyse des Crowdfunding-Sektors in Ostafrika kommt das Cambridge Centre for Alternative Finance zu der Schlussfolgerung, dass eine Regulierung des Crowdfunding verfrüht wäre. Es empfiehlt zur weiteren Marktentwicklung, zunächst die Erfahrungen der existierenden Crowdfunding-Plattformen systematisch zu erfassen und auszuwerten und in einem breit angelegten Dialog der Regulierungsbehörden mit den Wirtschaftsverbänden einen regionalen Regulierungsansatz zu entwickeln.

Klar ist, dass man den vom traditionellen Banken- und Finanzsektor nicht gedeckten Finanzierungsbedarf der KMU in Afrika nicht mit der potenziellen Nachfrage nach Crowdfunding-Finanzierungsangeboten gleichsetzen kann. Ob und in welcher Form Crowdfunding in Betracht kommt, hängt von dem konkreten Projekt und Art und Höhe der nachgefragten Finanzierung ab. Auf der Angebotsseite lässt sich die Bereitschaft, Finanzmittel über Crowdfunding-Plattformen zur Verfügung zu stellen, kaum einschätzen.

 

Afrikanische vs. internationale Crowdfunding-Plattformen

Um das Crowdfunding-Potenzial zur KMU-Finanzierung in Afrika auszunutzen, gibt es zwei Stellschrauben: zum einen die Entwicklung von nationalen afrikanischen Crowdfunding-Plattformen, zum anderen die Entwicklung bzw. Nutzung von internationalen Crowdfunding-Plattformen zur Finanzierung von Projekten in Afrika.

Bislang gibt es erst relativ wenig nationale afrikanische Crowdfunding-Plattformen mit einem nur sehr geringem finanziellen Volumen. Deren Potenzial liegt indes auf der Hand: Sie können mit der Schaffung von Anlagemöglichkeiten für breitere Kreise der Bevölkerung, insbesondere auch für die sich herausbildende Mittelklasse, einen Beitrag zur Steigerung der Mobilisierung inländischer Ressourcen leisten. Dabei können sie, was für KMU von besonderer Bedeutung ist, Finanzierung in Form von Lokalwährungsdarlehn anbieten.

Wichtig bei Entwicklung nationaler afrikanischer Crowdfunding-Plattformen ist, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen. Wegweisend für die Marktentwicklung sind drei Überlegungen: „Africanize crowdfunding“, „Think small“ und „Cooperate“.

 

Africanize Crowdfunding heißt:

Verbreitet in ganz Subsahara-Afrika: Digitaler Geldtransfer über das Mobiltelefon ermöglicht Überweisungen ohne Bankkonto. Hier Kioske von Zoona und Airtel in Lilongwe, Malawi.

… lokale Crowdfunding-Plattformen für lokale Probleme, Anwendung angepasster Technologien, Berücksichtigung der landesspezifischen Umstände. Kein Bankkonto? Kein Problem! In vielen afrikanischen Ländern fehlt die klassische Infrastruktur zum Geldtransfer, große Teile der Bevölkerung verfügen nicht über Bankkonten, Kreditkarten sind noch eher die Ausnahme als die Regel. Um unter diesen Umständen eine breite Beteiligung am Crowdfunding zu ermöglichen, müssen Einzahlungen über mobile Zahlsysteme mit einem Geldtransfer via SMS ermöglicht werden, die sich in vielen afrikanischen Ländern verbreitet sind. Beispiele sind etwa der kenianische Finanzdienstleister M-Pesa oder der in Sambia, Malawi und Mosambik operierende Finanzdienstleister Zoona. Die indische Crowdfunding-Plattform Ketto arbeitet mit einem Kurierdienst zusammen, der Bareinzahlungen ab einem Betrag von INR 1.000 (USD 15) abholt.

 

Think Small heißt:

Uprise.Africa … die erste südafrikanische equity-based Cordunding-Plattform

… ein Schritt nach dem anderen. In Nordamerika, Asien und Europa hat sich der Crowdfunding-Markt schnell stark ausdifferenziert und sehr komplexe Finanzierungsangebote für hohe Volumina generiert. Diese Entwicklung ist kein Wegweiser für die Marktentwicklung in Afrika, allein schon wegen des Fehlens eines adäquaten institutionellen und rechtlichen Rahmens. Zur KMU-Finanzierung bedarf es zunächst nationaler Crowdfunding-Plattformen mit traditionellen Finanzierungsangeboten – als donation-, reward- oder lending-based Crowdfunding – mit einer geringen Mindestbeteiligung in lokaler Währung.

Afrikanische Plattformen
Die kenianische Crowdfunding-Plattform M-Changa bietet zahlreiche Beispiele: Finanzierung der Produktion eines „Afrosneakers“ (gesuchter Finanzierungsbeitrag: KES 350.000 (€ 3.000), Gegenleistung: reduzierter Preis für die Sneakers); Finanzierung solarbetriebener Anlagen zur Steigerung der Produktion eines landwirtschaftlichen Betriebs / Weiterverarbeitung von Früchten (gesuchter Finanzierungsbeitrag: KES 350.000 (€ 3.000), Gegenleistung: Marmeladengläser aus der geförderten Produktlinie); Finanzierung der Produktion mit sauberer Energie zu betreibender Kochherde (gesuchter Finanzierungsbeitrag: KES 1,5 Mio. (€ 14.000), Gegenleistung: reduzierter Preis für den Kochherd); Unterstützung einer Dorfgemeinschaft bei dem Erwerb einer mit Biosprit betriebenen Wasserpumpe zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion (gesuchter Finanzierungsbeitrag: KES 30.000 (€ 260), Gegenleistung: keine).
PesaZetu ist eine sehr aktive kenianische P2P-lending-Plattform. Interessante südafrika-nische Plattformen sind Thundafund, und StartMe. Vor kurzem ist Uprise.Africa als erste südafrikanische equity-based Crowdfunding-Plattform für Investitionen in lokale KMU ins Netz gegangen.
Ein erhebliches Potenzial für die Finanzierung afrikanischer KMUs haben auch internationale Plattformen mit entsprechenden Finanzierungsangeboten. Diese können auf der Basis der jeweils einschlägigen Rechtsordnung auch komplexere Finanzprodukte und Kapitalbeteiligungen anbieten (equity-based crowdfunding). Eine Reihe internationaler Plattformen spricht gezielt die afrikanische Diaspora an, bei der ein großes Finanzierungspotenzial und eine höhere Bereitschaft zu Investitionen in Afrika gesehen wird.

Internationale Plattformen
Eine interessante niederländische Plattform ist Lendahand. Lendahand stellt Kredite für KMU in zahlreichen, auch afrikanischen, Entwicklungsländern zur Verfügung. Die Projekte werden auf der Plattform vorgestellt, die Darlehen bei erfolgreichem Einwerben der nachgefragten Darlehenssumme dann über eine lokale Finanzinstitution an die Kleinunternehmer*innen vergeben. Die Geldgeber*innen erhalten den Geldbetrag mit bis zu 6% verzinst zurück. Kredite haben zum Beispiel erhalten: ein KMU in Uganda zur Produktion solar-betriebener Wasserpumpen (€ 70.000 / + 4 Jobs); ein KMU in Uganda zur Arzneimittelproduktion und -verteilung (€ 56.000 / + 8 Jobs); ein Logistikuntenehmen in Kenia (€ 100.000 / + 5 Jobs); eine IT-Firma in Zambia (€ 6.800 / + 1 Job). Die US-Plattform Kiva vergibt Mikrokredite an Kleinstunternehmen in mehr als 80 Ländern; anders als bei Lendahand erhalten die Geldgeber*innen den Geldbetrag zwar ebenfalls zurückerstattet, aber zinslos.
Die deutsche Plattform Bettervest bietet die Beteiligung an Unternehmen an, die in Afrika Energieeffizienz-Projekte mit nachweisbar hoher Kosten-, Energie- und CO2-Einsparung durchführen (equity-based crowdfunding, rechtstechnisch in Form eines eigenkapitalähnlichen Nachrangdarlehens). Neben den Investitionen deutscher Firmen werden seit neuestem auch direkt ausländische Firmen finanziert. Beispiele für Bettervest-finanzierte Investitionen sind: Finanzierung der Aufstellung von mobilen Solarcontainern in ländlichen Gebieten in Mali (Kreditsumme: € 107.700 und €346.500); Photovoltaikanlage und Tröpfchenbewässerung für eine Farm in Benin (Kreditsumme € 245.650); Finanzierung eines Solarnetzes im ländlichen Bereich in Nigeria (Kreditsumme: € 224.100). Nach einem ähnlichen Crowdinvesting-Geschäftsmodell operieren die deutsche Plattform Ecoligo, die jüngst die Finanzierung von zwei Solaranlagen für eine Fairtrade-zertifizierte Blumenfarm in Kenia eingeworben hat (Kreditsumme: € 260.000), und die österreichische Plattform Crowd4Climate. Die UK-Plattform Trine stellt afrikanischen KMUs Darlehen für Solarenergie-Projekte zur Verfügung; die Rückzahlung an die Geldgeber*innen er-folgt verzinst (i.d.R > 5%). Die französische Plattform Blue Bees hat sich auf die Förderung von bzw. die Kreditvergabe an landwirtschaftliche Kleinbetriebe in Entwicklungsländern, auch in Afrika, spezialisiert; die finanzierten Projekte decken ein breites Spektrum ab, von der Hühnerzucht in Burkina Faso (Kreditsumme: € 16.000) über die Weiterverarbeitung lokaler Früchte zu Marmelade in Kamerun (Kreditsumme: € 11.500) bis hin zum nachhaltigen Reisanbau in Madagaskar (Kreditsumme: € 40.000); die Rückzahlung an die Geldgeber*innen erfolgt verzinst (i.d.R > 2%). Die UK-Plattform Emergingcrowd unterstützt KMUs in Schwellenländern und Frontier Markets, einschließlich Afrika, mit Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen ab £ 500.000.

Cooperate heißt:

… Zusammenarbeit mit Partnern auf allen Ebenen bei der Marktentwicklung. Hierzu können im Folgenden nur einige Stichworte genannt werden. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gibt es viele Ansatzpunkte, Crowdfunding als Instrument der KMU-Finanzierung zu fördern. Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit können sich zum Beispiel an der Finanzierung eines Projekts in der Weise beteiligen, dass sie den gecrowdfundeten Betrag aufstocken, zum Beispiel verdoppeln. Die gecrowdfundete Darlehns- oder Beteiligungssumme kann nach dem Modell strukturierter Finanzierung in unterschiedliche Risikotranchen aufgeteilt werden, wobei die EZ-Organisation die risikoreichste Tranche übernimmt, um so für andere Anleger das Risiko zu minimieren und einen Investitionsanreiz zu schaffen. Gleichermaßen kann eine „first loss protection“ gewährt werden, mit der bei Zahlungsausfall ein bestimmter Prozentsatz (z.B. 25%) übernommen wird. Das Erreichen des gesetzten Finanzierungsziels durch die finanziellen Beiträge der Crowd, deren Investitionsbereitschaft und die darin zum Ausdruck kommende Risikoeinschätzung sind allerdings wichtige Gradmesser für die Beurteilung der finanziellen Viabilität des Projekts. Es ist darauf zu achten, dass durch die Einbindung von EZ-Organisationen die Crowdfunding-inhärenten Marktmechanismen nicht außer Kraft gesetzt werden.

Der digitale Finanzdienstleister Zoona unterstützt die Betreiber der Geldkioske dabei, das erforderliche Startkapital als Darlehn über die internationale Crowdfunding-Plattform Kiva einzuwerben.

Eine fachliche Unterstützung des Unternehmens und eine Kooperation bei der Vorbereitung und Durchführung des zu finanzierenden Projekts wird von potenziellen Geldgebern zweifelsfrei als vertrauensbildend und risikomindernd wahrgenommen. Bei geeigneten Projekten können EZ-Organisationen im Rahmen ihrer Projektarbeit als integrale Projektkomponente gezielt Crowdfunding skills vermitteln, so dass später im Wege einer Crowdfunding-Kampagne eigenständig Finanzmittel für die Weiterführung des Projekts eingeworben werden können, etwa die Finanzierung der Vermarktung eines landwirtschaftlichen Produkts (Weiterverarbeitung / Integration in eine Lieferkette) nach einer realisierten Erntesteigerung. Ein sehr interessantes Beispiel für das Potenzial des Zusammenspiels von Entwicklungszusammenarbeit und Crowdfunding-Plattformen ist das Bettervest-Projekt zur Finanzierung der Errichtung eines Offgrid-Solarnetzes in dem Dorf GbamuGbamu in Nigeria durch ein nigerianisches Unternehmen; das Projekt wird im Rahmen eines Energiepolitikberatungsvorhabens der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert, mit Finanzierung durch die Europäische Union und das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ). Ein hohes Potenzial verspricht auch die Zusammenarbeit nationaler afrikanischer und internationaler Plattformen, ggfs. mit einem arbeitsteiligen Einwerben von Finanzmitteln in lokaler und in Fremdwährung.

 

Am Ende: … what’s in it for Africa?

Es ist schwierig, die weitere Entwicklung des Crowdfunding in Afrika vorherzusagen. Disruptive Technologien stoßen auf Widerstand. Finnovation braucht Zeit. Hier wie dort. Die rasante Entwicklung des Crowdfunding-Markts in Nordamerika, Asien und Europa ist keine Blaupause. Die Entwicklung eines afrikanischen Crowdfunding-Markts ist keine „cut-and-paste exercise“. Gefragt sind angepasste Modelle, die dem Entwicklungsstand der lokalen Finanzmärkte entsprechen. Der Schlüssel liegt in einem Denken in kleinen Dimensionen, einem „back to the roots“ des Crowdfundings, mit einem funktionalen Interface zur Mikrofinanzierung. Mit Blick auf den ungedeckten Finanzierungsbedarf afrikanischer KMU und dem evidenten Potenzial lokaler und internationaler Crowdfunding-Plattformen erscheint es realistisch, eine Entwicklung vorherzusagen, in der das Crowdfunding zwar nicht als Wundermittel wirkt, es sich aber mittel- und langfristig zu einem wichtigen Baustein der KMU-Finanzierung entwickeln wird, in Ergänzung der Finanzierungsangebote des traditionellen Banken- und Finanzsektors.

Zum Autor Dr. Rolf Drescher

Dr. Rolf Drescher arbeitet für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Lilongwe / Malawi. Er leitet ein entwicklungspolitisches Projekt zur Unterstützung der Regierung Malawis bei der Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements (www.giz.de/malawi). Er hat sich in unterschiedlichen Funktionen intensiv mit Fragen der Entwicklungsfinanzierung und innovativer Finanzierungsinstrumente befasst.

 

Kontakt

eMail: rolf.drescher@t-online.de / rolf.drescher@giz.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-rolf-drescher-bb5694117

Zur Frage des Potenzials von Crowdfunding zur Förderung afrikanischer Klein(st)unternehmen hat der Autor vor kurzem auch in der Zeitschrift „Entwicklung und Zusammenarbeit (E+Z)“ bzw. „Development + Cooperation (D+C)“ einen Beitrag veröffentlicht: https://www.dandc.eu/sites/default/files/pdf_files/2017-09-dc.pdf (dtsch / S. 18-21), https://www.dandc.eu/sites/default/files/pdf_files/2017-09-ez.pdf (engl. / S. 18-21).

 

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Der Einfluss der Makroökonomie auf Startups https://www.crowdfunding.de/der-einfluss-der-makrooekonomie-auf-startups/ https://www.crowdfunding.de/der-einfluss-der-makrooekonomie-auf-startups/#respond Mon, 20 Nov 2017 01:55:25 +0000 https://www.crowdfunding.de/?p=1297311 Ein Gastartikel von Enrico Bitto zum Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen auf Startups. […]

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Ein Gastartikel von Enrico Bitto zum Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen auf Startups. Enrico Bitto ist Betreiber des Blogs „Der Start-up Investor“. In diesem berichtet er über seine Crowdinvesting-Erfahrungen.

Autor: Enrico Bitto

Da ich erst seit 2011 über Crowdfunding in Start-ups investiere, habe auch ich noch keinen wirtschaftlichen Abschwung als Start-up Investor miterlebt. Dieser wird allerdings unweigerlich kommen. Die Konjunktur verhält nun einmal zyklisch. Jeder Aufschwungphase folgt nun mal auch eine Abschwungphase. Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann wir mal wieder eine Rezession erleben werden.

Tatsächlich befinden wir uns bereits seit langem in einer Expansion und global verdichten sich die Zeichen, dass die wirtschaftliche Gegenwart und Zukunft eventuell besser eingeschätzt werden, als das vielleicht angemessen erscheint. An potentiellen Auslösern für einen Abschwung mangelt es sicherlich auch nicht.

Womit sich die Frage stellt: Was für einen Einfluss hat ein wirtschaftlicher Abschwung auf die Start-up Welt?

Anzahl der Gründungen steigt

Da mehr Leute ihre Arbeit verlieren oder keine angemessene Arbeit angeboten bekommen, werden auch mehr Leute das Risiko einer Gründung eingehen wollen. Die Qualität der Innovationen wird aber vermutlich eher stabil bleiben. Nicht jeder, der in einer Rezession gründet, gründet ein Unternehmen mit einer revolutionär innovativen Idee.

Qualität der verfügbaren Arbeitskräfte steigt

Die steigende Qualität bezieht sich nicht generell auf die gesamte Menge Erwerbstätiger, sondern vielmehr auf die Kräfte, die einem Start-up in einer Rezession zur Verfügung stehen. Aufgrund von Kündigungen und Einstellungsstopps sind plötzlich großartige Mitarbeiter auf dem Markt, die vorher nicht verfügbar oder nicht bezahlbar waren. Zwar werden Toptalente weiterhin gesucht sein, aber vermutlich wird es aufgrund der höheren Bewerberdichte ‚einfacher‘ an gute Leute heranzukommen.

Angel-Finanzierungen nehmen ab

Sobald der Aktienmarkt und evtl. der Immobilienmarkt und / oder andere Wertanlagen an Wert verlieren, werden Business Angels den Effekt in ihrem eigenen Portfolio spüren und zurückhaltender investieren. Andere Akteure werden ihre Volumina wahrscheinlich auch reduzieren, aber Angels dürften am härtesten betroffen sein.

Zombies nehmen zu

Unternehmen, die sich gerade so halten können, aber weder einen guten Gewinn machen noch attraktives Wachstum vorzuzeigen haben, werden zunehmen. Sie sind nicht mehr auf Finanzierung angewiesen, aber bräuchten für einen Wachstumsschub viel Kapital, was zum benötigten Preis nicht auffindbar sein wird.

Unternehmensbewertungen gehen runter

Da die börsennotierten Unternehmen an Wert verlieren, werden sie aus puren Renditegesichtspunkten im Vergleich attraktiver als Start-ups. Die Unternehmensbewertungen von Start-up Finanzierungen werden sich daher anpassen müssen.

Unternehmen fokussieren sich

Produkte, die auf einem Wachstumspfad sind, werden optimiert, und die nice-to-haves werden erstmal nicht berücksichtigt. Dadurch verengt sich der Fokus, was tendenziell eine gute Sache ist, da Unternehmen mehr Ressourcen in die wichtigen Produkte stecken.

Obige Liste ist sicherlich nicht abschließend und auch nicht hochwissenschaftlich zusammengetragen worden. Dennoch lassen sich einige gute Schlüsse ziehen.

Investoren werden zuerst vermutlich mehr Verluste erleiden, da mehr Unternehmen ausfallen oder Nachrangdarlehen – wenn überhaupt – lediglich zum Nennwert zurückzahlen werden. Gleichzeitig sollte sich jedoch der Dealflow verbessern, da – ceteris paribus – mehr Gründungen zu tendenziell niedrigeren Preisen finanziert werden. Jeder Investor sollte seine eigenen Entscheidungen treffen, aber es kann aktuell sicherlich nicht schaden, einen Teil seines Pulvers für interessante Zeiten trocken zu halten.

Zum Autor Enrico Bitto

Enrico Bitto
Enrico Bitto kommt aus Frankfurt am Main und ist Supervisor im Finanzsektor. Er investiert seit 2011 über Crowdfunding in Start-ups und andere Projekte. Seit 2015 schreibt er zudem in seinem eigenen Blog „Der Start-up Investor“ über seine Crowdfunding-Erfahrungen. www.derstartupinvestor.de

 

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