Projekt Steckbrief

Projekt: Ohlala Bistro Franchise

Crowdfunding-Modell:Crowdinvest
Fokus:Franchise-Unternehmen
Status:Abgeschlossen
Ort:München
Plattform:Deutsche Mikroinvest
Fundingziel:650.000 Euro
Laufzeit bis:30.07.2015
Link zum Projekt:https://www.deutsche-mikroinvest.de/ohlala

Ohlala Feines aus Frankreich: Ein französisches Bistro als Franchisekonzept

Ohlala ist ein französisches Bistro. Den Roll-Out des Konzepts als Franchisemodell möchte die Franchise und Beteiligungen GmbH  über ein Crowdfunding finanzieren. Die Crowd wird über Nachrangdarlehen an dem Konzept beteiligt und kann je nach Investitionshöhe eine Rendite von 7-9% erwarten.

 

Interview mit Jürgen Zender, Geschäftsführer der Ohlala Franchise und Beteiligungen GmbH

Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein französisches Bistro als Franchisekonzept aufzubauen?

geschaeftsfuehrer_juergen_zenderDahinter stecken ja zwei Fragen: Warum ein französisches Bistro und warum als Franchisekonzept.

Ich bin im Saarland geboren, habe in Saarbrücken studiert und nicht wenige meiner Verwandten leben im benachbarten Lothringen. Dies erklärt meine Liebe zur bodenständigen, französischen Küche. Es ist aber sicherlich auch der Grund, warum ich auf der Suche nach einem innovativen Gastronomiekonzept das Thema Frankreich ganz besonders auf dem Radar hatte.

Wenn man dann den Markt analysiert, stellt man schnell fest, dass das Thema Frankreich durchaus eine gewisse Evidenz hat, aber immer nur in Teilaspekten und wenn überhaupt mit nur geringer Markenpräsenz. Kein Weihnachtsmarkt ohne lange Schlangen am Crèpesstand, kein Stadtfest ohne Flammkuchen, kein Bahnhofskiosk ohne Croissant, keine größere Stadt ohne ein gehobenes französisches Restaurant. Aber weit und breit kein ganzheitliches Konzept mit einem klaren Fokus auf die Sortimentsbreite und einer dazu passenden Markenbotschaft.

Gleichzeitig erleben wir derzeit einen Megatrend zum Fast-Casual-Dining – also weg vom klassischen Fastfood einerseits und der zeit- und preisintensiven typischen Abendgastronomie andererseits hin zum schnellen Premium Angebot mit Service in einem authentischen Ambiente.

Und genau dort positioniert sich Ohlala. Unser Konzept deckt mit seinen Crèpes, Galettes, Suppen, Flammkuchen, Quiches, Tartes, Pasteten und typischen französischen Backwaren die gesamte Palette der bodenständigen französischen Küche ab. Dabei stehen schnelle Zubereitung im Blickfeld der Kunden, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ToGo- und Service-Geschäft und ein Designkonzept mit hohem Wiedererkennungswert im Vordergrund.
Ganz nebenbei führt diese Sortimentsbreite automatisch zu einer optimalen Auslastung eines Betriebes – vom Frühstücksgeschäft, über den typischen Mittagsrun und die Tarteszeit am Nachmittag bis hin zum Abendgeschäft funktioniert Ohlala über eine maximale Öffnungsdauer hin.

Aber warum Franchise?
Marktlücken haben eine kurze Haltbarkeitsdauer, d.h. wenn man nicht nur der Erste sein will, sondern es auch dauerhaft bleiben möchte, braucht man neben vielen anderen Faktoren vor allem eine schnelle und hohe Marktdurchdringung.
Und da gibt es kein besseres Geschäftsmodell als Franchise. Nicht zu vergessen: Bei kluger Beteiligung der Franchisepartner am Evolutionsprozess führt Franchising zu einer stetigen Optimierung des Gesamtsystems. Ich bin davon überzeugt, dass gerade in der Wachstumsphase diese „Schwarmintelligenz“ wesentlich bessere Ergebnisse hervorbringt als ein zentralistisch geführtes Unternehmen.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfinanzierung und keine klassische Finanzierung entschieden?

Das hat mehrere Gründe. Wären unsere Investitionen stark anlageintensiv, wäre ein typische Kreditfinanzierung womöglich naheliegender. Aber dem ist nicht so. Unsere Assets sind das erarbeitete und erprobte Konzept, unser ausgefeiltes Franchisehandbuch, die Kompetenz unserer Mitarbeiter und die Pole Position in einem weitestgehend unberührten Marktsegment. Ich glaube, dass dieser Wert einer Crowd oder auch einem VC wesentlich besser vermittelbar ist als einer typischen Kreditabteilung.

Es kommt aber noch etwas ganz Entscheidendes hinzu: Über Crowdfinanzierung können wir unseren Franchisepartnern eine unmittelbare und technisch einfache Beteiligung am Erfolg des Gesamtsystems bieten. Und für Interessenten bietet sich bei einer Beteiligung ab 250,– € durch das Quartalsreporting eine fast risikolose Beobachtung der Systementwicklung an. Ein nicht zu vernachlässigender Wettbewerbsvorteil im Ringen um die besten Franchisenehmer.

Ihr Funding läuft seit knapp einem Monat. Konnten Sie Kunden Ihres ersten „Olalala“ Bistro als Crowdinvestoren begeistern?

Bei bis zu 700 Kunden am Tag sind uns leider die wenigsten namentlich bekannt. Anders bei unseren potenziellen Franchisepartnern – da trifft die Kampagne auf überaus positive Resonanz.

Sie betonen in Ihrem Pitchvideo, dass die Olalala Erträge durch das Franchise-Modell expotentiell wachsen können. Für die Crowdinvestoren ist allerdings keine zusätzliche variable Gewinnbeteiligung vorgesehen. Warum geben Sie der Crowd nicht die Möglichkeit am möglichen expotentiellen Ertragswachstum zu partizipieren?

ohlala-BistroIch denke, es gibt beim Crowdinvesting ganz grob zwei unterschiedliche Zielgruppen: Da sind zum einen die risiko-orientierten Anleger, die Entscheidungen eher emotional treffen und im Erfolgsfall auf maximalen Ertrag setzen. Zum anderen gibt es die sicherheitsorientierten Anleger, die unter Akzeptierung einer gewissen Risikoschwelle eine hohe, aber feste Verzinsung erwarten und sich dabei intensiv mit dem Zahlenwerk auseinandersetzen.

Für eine Zielgruppe muss man sich entscheiden, wobei ich glaube, dass ein hohes Zinsversprechen ein deutlicheres Bekenntnis des Unternehmens zu seiner Story ist, als eine Gewinnbeteiligung auf Planzahlenbasis.

Warum haben Sie sich für die Deutsche Mikroinvest als Plattform entschieden?

Bei unserem avisierten Limit von 650.000,– sind wir von einem durchschnittlichen Investment pro Anleger von 2.500,– ausgegangen. Aufgrund der bisherigen Investorenstruktur schien uns dies bei der Deutschen Mikroinvest am ehesten realisierbar und wir haben tatsächlich bisher geradezu eine Punktlandung auf dieser Zielmarke erreicht.

Wichtig war für uns zudem, wieviel Freiheitsgrade wir in Gestaltung, Inhalt und Informationsmenge bei der Projektdarstellung hatten, ob die Reichweite der Palttform groß genug ist und ob das durchschnittliche Investorenprofil auch zu unserem Unternehmen passt.

 

crowdfunding.de Projekt Review

Projekt-Positionierung im Crowdfunding Kompass

Uns gefällt das Projekt inbesondere aus zwei Gründen:

1. Zum einen finden wir die Idee des französischen Bistro als Franchisebetrieb sehr reizvoll. Ohlala bedient einzelne Aspekte nachweislich erfolgreicher Franchise Ketten wie „Vapiano“ und „Le Crobag“. Allerdings ist das Ohlala Konzept für sich komplett neu und einzigartig. Uns spricht es sehr an! Der Testbetrieb in München lief nach eigenen Angaben sehr erfolgreich. Die Frage wird sein, inwieweit dieser Erfolg in Breite multiziplierbar ist. Während sich Pasta&Pizza (Vapiano) und Baguette&Croissant (Le Crobag) in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen, gilt es für speziellere französische Speisen wie Galettes und Quiches noch Breitenakzpetanz zu schaffen.

2. Der andere spannende Aspekt ist die Kombination von Crowdfunding und einem Franchise Modell. Herr Zender nennt im Interview die Vorteile für Franchisenehmer, die sich als Crowdinvestoren beteiligen: Die Möglichkeit zur Beteiligung am Erfolg des Gesamtsystems und Einblick in die Zahlen des Franchisegebers (durch das Reporting).

Die Präsentation des Projektes halten wir für gelungen, das Konzept und die Zahlen sind bei Deutsche-Mikroinvest.de übersichtlich dargestellt. Nach Angaben des Gründers wendet sich das Funding vor allem an die Zielgruppe der „rational entscheidenden Crowdinvestoren“. Wir finden dennoch, dass es durch aus Sinn machen könnte, die Crowdinvestoren durch weitere Anreize wie einen gewinnabhängigen Bonuszins oder z.B. eine „Croissant&Cafe Einladung“ emotional an das Projekt zu binden.

Vive la Olalala – wir wünschen viel Erfolg beim Crowdfunding und dem Konzept!

PS: In den USA gibt es mittlerweile eine Plattform, die sich auf Crowdfunding für Franchise Unternehmen spezialisiert hat: www.crowdfranchise.com

Hinweise zum Projekt Review und Crowdfunding Kompass

Zum Crowdfunding Projekt