Was macht man, wenn man eine Design Idee hat, die man gerne unter die Leute bringen will?

Der klassische Weg: 1. Materialien kaufen 2. Arbeitszeit investieren 3. Produkt auf dem Markt bringen 4. schauen, ob Nachfrage besteht. Problematisch wird es, wenn das Produkt niemanden interessiert und man dann auf der fertigen Ware sitzen bleibt. Die Plattform Newniq bietet einen alternativen Weg, bei dem Schritt 4 vor Schritt 1 kommt. Man bietet der Crowd sein Produkt an, bevor es in Serie produziert wird. Erst wenn genügend interessierte Käufer zusammenkommen geht es an die Produktion.

Das hört sich doch mal nach einem spannenden Geschäftsmodell an! crowdfunding.de hat die beiden Newniq-Gründerinnen Julia Depis und Judith Trifonoff besucht, um die Idee näher kennenzulernen. Das Büro der Design-Plattform liegt stilgerecht in einem Hinterhof der Berliner Kastanienallee.

Wie sind die beiden eigentlich auf die Idee gekommen?

Im Sommer 2011 stand die Designerin Julia vor dem eingangs beschriebenen Problem: „Ich wollte spezielle Pullis stricken, war mir aber nicht sicher, ob sie bei den Leuten ankommen.“ In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Nach gründlichen Vorbereitungen ging Newniq im Herbst 2013 live. Mittlerweile hat sich die Seite bei Designern und designinteressierten Kunden etabliert. Beide Seiten wissen die Vorteile des neuartigen Modells zu schätzen. Dabei triff das Newniq-Team eine Vorauswahl und lässt nur ausgewählte Projekte auf die Plattform. Dadurch wird ein hohes Qualitätsniveau gewährleistet. Die beiden Gründerinnen sagen aber auch: „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir uns bei der Projektauswahl nicht nur von unserem eigenen Geschmack leiten lassen dürfen.“

Was macht Newniq so besonders?

„Newniq“ ist eine Wortkombination aus „new“ und „unique“. Dies trifft für die präsentierten Design Produkte zu, aber auch für das Konzept der Plattform selbst.

newniqDie Seite bietet ein neues und einzigartiges Kauferlebnis. Es hat ein wenig vom früheren spannungsvoll aufgeladenen „1-2-3-meins eBay-Feeling“, wo man erst am Ende der Laufzeit Gewissheit hat, ob das Kaufinteresse von Erfolg gekrönt ist. Allerdings gibt es im Gegensatz zu eBay keine Konkurrenzsituation. Im Gegenteil, bei Newniq hofft man auf möglichst viele Mitinteressenten, damit die notwendige Crowd zusammenkommt und das Produkt gemeinsam ermöglicht wird. Und es geht bei Newniq auch um mehr als nur das physische Produkt. Die Kreativen bekommen bei Newniq eine Bühne, die Käufer damit ein Gesicht und die Geschichte zu ihrem Produkt. Mit diesem „Design on Demand“ Modell grenzt sich Newniq angenehm von der Vielzahl austauschbarer Lifestyle Online-Shops ab.

Die Newniq Gründerinnen

Julia ist gelernte Art Direktorin/Illustratorin und Judith Betriebswirtschaftlerin. Für ein Business wie Newniq ist diese Kombination von Photoshop & Excel Kompetenz ziemlich ideal. Das Team ist aber keine Zweckgemeinschaft. Die beiden sind schon seit früher Kindheit eng miteinander befreundet (damals schon in der Kombination Malkasten & Taschenrechner vereint). Wie gut die beiden sich ergänzen und harmonieren, wird im Gespräch immer wieder deutlich. Beide Damen sind mit einer ordentlichen Portion positiver Energie und guter Ideen ausgestattet. 2014 wurden das Duo mit dem Preis „Kultur- und Kreativpiloten“ ausgezeichnet.

crowdfunding.de bedankt sich für den spannenden Austausch und wünscht viel Erfolg beim weiteren newniqen Weg!

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Judith Trifonoff (m.) und Julia Depis (r.) im Gespräch mit Michel Harms von crowdfunding.de (am stenografieren)

Zur Webseite: www.newniq.com
Zum Plattformprofil: www.crowdfunding.de/newniq

Foto oben: Anne Deppe