Am 20. November fand in München der CrowdDialog statt. Die Konferenz gilt als das Branchen Event der deutschen Crowdfunding Szene. Auf dem von Dr. Michael Gebert (Marketing Society) initiierten Fachkongress gab es geballten Input zu den Themen Crowdfunding, Crowdsourcing und Crowdinnovation.

 

Ausgewählte Statements vom CrowdDialog 2014 zu aktuellen Themen

Zum geplanten Kleinanlegerschutzgesetz

Dr. Joachim Schwerin vom Verwaltungsrat der europäischen Kommission betonte die gesellschaftliche Wirkung von Crowdfunding und kritisierte den aktuellen Gesetzentwurf als „über das Ziel hinausgeschossen“.

Jens-Uwe Sauer, CEO von Seedmatch, schloss sich der Kritik an: er traut den Seedmatch Crowdinvestoren mehr zu als der aktuelle Gesetzentwurf vorsieht.

Die Anwaltskanzlei Osborne Clark stellte in einer internationalen Expertenrunde die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen für Crowdfunding in Europa vor. Fazit: von einem europäischen einheitlichen Rechtsrahmen sind wir noch weit entfernt.

Neben der Kritik an dem geplanten Kleinanlegerschutzgesetz, die während dem Kongress immer wieder geäußert wurde, betonte Andreas Schürmann von Lichthaus Investment, dass die Regulierung an sich grundsätzlich wünschenswert ist, da ein fester Rechtsrahmen hilft, neue Kundengruppen anzusprechen.

Crowdfunding und Banken

Matthias Kröner, Vorstand der Fidor Bank, sieht die Banken-Branche aktuell in der Situation, in der sich die Medienindustrie im Hinblick auf die Digitalisierung vor 10-15 Jahren befunden hat.

Thomas Dapp, Deutsche Bank Research, erläuterte, dass sich das Thema Crowdfunding aus Bankenperspektive auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau befindet, aber sehr hohe Wachstumsraten aufweist. Banken sind seiner Meinung nach gut beraten sich mit Crowdfunding auseinanderzusetzen, wenn sich jetzt Start-Ups zunehmend anfangen über die Crowd zu finanzieren, da sich aus diesen Start-Ups später Mittelständler und damit langfristige Kundenbeziehungen entwickeln können.

Potential von Crowdfunding

Christin Friedrich, Geschäftsführerin von Innovestment, ist überzeugt, dass sich Crowdfunding als ganz alltäglicher alternativer Finanzierungs-Baustein etablieren wird.

David Rhotert, Geschäftsführer bei Companisto, auf die Frage nach dem Potential von Crowdfunding: „Welches Investment kann denn nicht über die Crowd finanziert werden?“

Andreas Schürmann überträgt das Schumpeter Argument, nach dem der Unternehmer ein Transaktionskostensenker ist, auf Crowdfunding für Immobilien. Demnach gibt es im Immobilienmarkt reichlich Einsparmöglichkeiten an Transaktionskosten und damit großes Potential für Crowdfunding.

 

Eindrücke von crowdfunding.de

Die Regulierung schwebt über allem

Die geplante Crowdfunding Regulierung wurde in fast jedem Panel und Einzelgespräch erwähnt. Es war deutlich zu spüren, wie stark der Druck auf der deutschen Crowdfunding Szene lastet. Verständlich, da die kommende Gesetzgebung die zukünftige Crowdfunding Entwicklung in Deutschland maßgeblich beeinflussen wird (mehr Infos zum geplanten Gesetz / Statement crowdfunding.de zur Regulierung).

Challenge 2015 ff.: Bekanntheit und Akzeptanz von Crowdfunding

Es ist wichtig für Crowdfunding in Deutschland, dass das Thema innerhalb der Bevölkerung weiterhin an Bekanntheit und insbesondere an Akzeptanz gewinnt. Damit Crowdfunding seine volle Kraft in Bezug auf gesellschaftliche Mehrwerte entfalten kann, muss das Thema in der Breite der Gesellschaft als alternative Finanzierungsform etabliert werden. Hierzu will crowdfunding.de weiterhin seinen Beitrag leisten.

Professionalierung der Branche

Auf dem CrowdDialog wurde deutlich wie sehr sich das Thema Crowdfunding mitterweile in Deutschland professionalisiert hat: Zum einen durch die von Dr. Michael Gebert und seinem Team perfekt organisierte Konferenz, zum anderen durch die qualifizierten Fachbeiträge der Panelisten.

Bis zum nächsten Jahr!

Eine rundum gelungene Veranstaltung, der Termin für den CrowdDialog2015 steht schon fest im Kalendar: 26.11.2015.

 

Das offizielle Crowd Dialog 14 After-Math Video