Am 8. und 9. April 2016 fand das Startup Camp in Berlin statt. Auf dem Programm der zweitägigen Konferenz standen viele Vorträge, Workshops und Experten-Gespräche zum Thema Unternehmensgründung. Im Fundraising-Track, der vom Company Builder building10 organisiert wurde, ging es um das Thema Finanzierung. Neben Vorträgen und Diskussionen zu VC’s oder Family Offices, gab es auch eine Crowdfunding Panel-Diskussion.

Crowdfunding-Panel: „Power to the People“

Auf dem Panel „Power to the People“ wurden die Möglichkeiten von Crowdfunding als Finanzierungsinstrument für Startups diskutiert. Zu Gast waren Vertreter der führenden deutschen Crowdfunding-Plattformen: Christin Friedrich (Geschäftsführerin, Innovestment), Johannes Ranscht (Dealflow Manager, Seedmatch), Markus Sauerhammer (Head of Cooperation, Startnext) und Robert Uhlich (Portfolio Manager, Companisto). Moderiert wurde das Panel von Michel Harms (Herausgeber crowdfunding.de)

Es wurden zwei Crowdfunding-Formen vorgestellt, die für Startups besonders geeignet sind. Beim klassischen reward-based Crowdfunding handelt es sich um eine Art des Vorverkaufs. Dies ist das Modell von Plattformen wie Kickstarter und Startnext. Beim equity-based Crowdfunding (Crowdinvesting) investiert die Crowd in das Startup und wird am zukünftigen Geschäftserfolg finanziell beteiligt. Dieses Modell findet bei Plattformen wie Seedmatch, Innovestment oder Companisto Anwendung.

Zu den Vorteilen eines klassischen Crowdfunding sagte Markus Sauerhammer: „Eine erfolgreiche reward-based Crowdfunding Kampagne ist, im Gegensatz zu einer hypothetischen Marktforschung, ein echter Proof-of-Concept“. Damit kann eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auch ein starkes Argument bei der Verhandlung über eine Anschlussfinanzierung darstellen.

Um auf einer Crowdinvesting-Plattform zugelassen zu werden, müssen Startups einen mehrstufigen Prozess durchlaufen. „Etwa 1% der Startups die sich bei uns bewerben, kommen letztendlich auf unsere Plattform“, verrät Robert Uhlich von Companisto.

Die Konditionen und Beteiligungsmodelle der einzelnen Crowdinvesting-Plattformen unterscheiden sich. Christin Friedrich rät Startups sich die unterschiedlichen Konzepte der Plattformen genau anzuschauen, um das passende Angebot zu finden.

Um Startups-Crowdinvestments als Anlageklasse zu stärken und weitere Investoren in den Markt zu bringen, können öffentlichkeitswirksame „Crowdfunding-Exits“ helfen. Laut Johannes Ranscht gibt es die Erfolgsfälle, bei denen sich das Startup-Investment für die Crowd ausgezahlt hat. Allerdings haben viele Startups kein Interesse ihre positive Geschäftsentwicklung, bzw. Details zu einem Exit, in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Die Panelisten haben während der Diskussion klar gemacht, dass der mit einer Crowdfunding-Kampagne verbundene Aufwand nicht zu unterschätzen ist, zeitgleich aber zahlreiche Vorteile bietet (z.B. Öffentlichkeit, Markforschung, Kundenbindung). Die Plattformen bieten Kampagnen-Startern unterschiedliche Formen der Unterstützung.

Mehr Infos: Zusammenfassung aller Events im Fundraising-Camp