Projekt-Stories
Sonnenbrillen aus Holz

Kerbholz

ProjektstarterStartups
ThemenMode
ModellRendite (Crowdinvesting, Crowdlending)

Über das Crowdfunding

Das Kölner Startup Kerbholz wurde 2012 von vier Freunden gegründet. Auf einer Reise durch Mittelamerika sind zwei der Freunde auf die Idee gekommen, Sonnenbrillen aus Holz anzubieten. Mittlerweile hat das junge Unternehmen auch Holzuhren im Sortiment, beschäftigt 16 Mitarbeiter und erzielt Jahresumsätze im einstelligen Millionenbereich. Bei dem Aufbau des Unternehmens hat sich das Gründerteam zweimal für eine Finanzierung über die Crowd entschieden.

Die Fundings

Crowdinvesting in 2014
Um die notwendigen Wachstumsschritte zu finanzieren hat Kerbholz im März 2014 ein Crowdinvesting gestartet. Über die Plattform Fundsters haben 142 Crowdinvestoren insgesamt 100.000 Euro investiert. Die Unternehmensbewertung lag zum damaligen Zeitpunkt bei 800.000 Euro, so erlangte die Crowd eine Beteiligung von 12,5%.

Hinweis: 2014 liefen Crowdinvestments häufig über stille Beteiligungen (maximale Fundingsumme 100.000 Euro). Mittlerweile laufen die meisten Crowdinvesting-Beteiligungen über nachrangige Darlehen, das neue Kleinanlegerschutzgesetz ermöglicht hier prospektfreie Emissionen bis zu 2,5 Mio. Euro. Fundsters ist aktuell nicht mehr als Plattform am Markt aktiv.

Crowdlending in 2015
Zur Vorfinanzierung der Wareneinkaufs für das Weihnachtsgeschäft benötigte Kerbholz Anfang 2015 zusätzliches Kapital. Über die Crowdlending-Plattform Lendico hat sich das Unternehmen in zwei Tranchen insgesamt 400.000 Euro geliehen. Das Unternehmen zahlt der Crowd dafür einen festen Zins.

Hinweis: Lendico ist aktuell nicht mehr als Plattform am Markt aktiv.

Interview mit Moritz Blees, Co-Founder Kerbholz

Wie kam es dazu, dass Ihr Euch 2014 für ein Crowdinvesting entschieden habt?

Moritz Blees
Moritz Blees

Wir waren auf Wachstumskurs und brauchten frisches Geld. Wir waren damals mit zwei Banken in Verhandlung, die haben uns aber am langen Arm verhungern lassen. Die Gespräche waren schwierig und haben sich ewig in die Länge gezogen. Auf einem Gründerevent haben wir dann das Team der Crowdinvesting-Plattform Fundsters kennengelernt. Das Konzept, sich mit seiner Idee direkt an die Öffentlichkeit zu wenden, hat uns überzeugt.

Wie aufwändig gestaltet sich für Euch die laufende Betreuung der Crowdinvestoren?

Jedes Quartal berichten wir unseren Crowdinvestoren relativ ausführlich zur Geschäftsentwicklung. Da sich das Geschäft gut entwickelt, gibt es relativ wenig Nachfragen.

Die aktuellen Schlagzeilen zum Thema Startup-Crowdinvesting sind ja eher negativ. In Eurem Fall scheint sich das Investment für die Crowdinvestoren zu lohnen?

Wenn sich das Geschäft weiter so entwickelt, erwartet die Crowdinvestoren 2019, zum Ende der stillen Beteiligung, eine Rendite mit der sie sehr, sehr zufrieden sein werden.

Anfang 2015 habt Ihr Euch für eine weitere Crowdfinanzierung entschieden. Warum?

Das Geld brauchten wir zur Vorfinanzierung für die Bestellung von Ware. Mit der Geschwindigkeit der Banken waren wir unzufrieden und wir hatten zuvor gute Erfahrungen mit der Crowd gemacht. Ein weiteres Crowdinvesting kam für uns aber nicht in Frage, da wir keine weiteren Anteile abgeben wollten. Von daher haben wir uns für ein Crowdlending entschieden.

Wie aufwändig war das Crowdlending für Euch?

Wir haben unsere Daten online übermittelt. Eine Woche später haben wir von Lendico das OK bekommen, dass wir mit unserem Kreditgesuch auf die Plattform gehen können. Innerhalb einer weiteren Woche war der Kredit dann komplett finanziert.

Zu welchen Konditionen habt Ihr den Kredit von der Crowd bekommen?

Der Zinssatz ist mehr oder weniger marktüblich ausgefallen. Hinzu kommen die Gebühren für die Plattform. Insgesamt waren die Konditionen nicht substantiell schlechter als woanders. Der entscheidende Vorteil war die Geschwindigkeit, mit der wir uns finanzieren konnten.

Habt Ihr weitere Crowdfundings geplant?

Da denken wir unternehmerisch und schauen, wo wir die besten Konditionen bekommen. Mittlerweile sind die Banken auch zugänglicher geworden.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Artikel teilen

Zum Artikel

Datum
16. März 2017
Themen
Mode

Newsletter

ANZEIGE

Weitere Projekt-Stories


Crowdinvesting für ein Energie-Startup

Energieheld

„Wir können Entscheidungen sehr unabhängig fällen, das ist uns wichtig.“

ICO für ein Blockchain-Startup

Crowdstart Capital CSC

"Wie das Kürzel suggeriert, ist ein ICO einem IPO nicht unähnlich, also einem Börsengang eines Unternehmens."

Mittelstandsfinanzierung per Crowdinvest

Voelkel Naturkostsafterei

„Wir selbst werden bei weiteren zukünftigen Investitionen ein Crowdfunding als ergänzende Finanzierung mit einbeziehen.“