Funding-Stories
Gusseisenpfanne

STUR

ProjektstarterStartups
ThemenFood, Innovation
PlattformKickstarter, Indiegogo
Funding-Summe1.500.000 €
ModellVorverkauf

Über das Crowdfunding

Zwei jungen Unternehmern ist es gelungen über 1,5 Millionen Euro per Crowdfunding für die Produktion Ihrer selbstentwickelten Pfanne einzusammeln.

Im Interview verrät Co-Founder Simon Köstler welche Rolle die Community bei der Kampagne gespielt hat, ob sie eine geheime Crowdfunding-Erfolgsformel haben und was das Besondere an der STUR-Pfanne ist.

Interview mit Simon Köstler von Stur

crowdfunding.de: Was macht Eure selbstentwickelte Pfanne denn so besonders?

Simon Köstler: Unsere STUR-Pfanne ist eine moderne und optimierte Variante der klassischen Gusseisenpfanne. Wir wollen auch Einsteiger von Eisenpfannen überzeugen, weshalb wir mit unserer Pfanne genau an den Punkten nachgebessert haben, die Anfänger gewöhnlich davon abhalten, diese zu benutzen.

Simon Köstler, Co-Founder

Unsere Pfanne ist daher leichter als traditionelle Gusseisenpfannen und hat von Anfang an gute Antihafteigenschaften – und das ganz ohne künstliche Beschichtungen. Dafür sorgt zum einen die abgedrehte, glatte Oberfläche mit feiner Rillenstruktur und zum anderen unser Einbrennprozess. Beim Einbrennen wird die Oberfläche in mehreren Durchgängen mit natürlichem Pflanzenöl versiegelt, wodurch eine Schutzschicht entsteht, die ein Ankleben von Speisen verhindert. Es ist zwar keine Teflonpfanne, mit etwas Übung kann man in ihr aber alles kochen.

Außerdem ist auch der Boden unserer Pfanne abgedreht, wodurch sie für alle Herdarten optimiert ist und so z. B. auch optimal auf Glaskeramik-Kochfeldern aufliegt. Des Weiteren waren uns bei der Entwicklung unserer STUR-Pfanne die beiden Aspekte Nachhaltigkeit und Langlebigkeit sehr wichtig. Wir haben uns daher entschieden unsere Pfanne aus einem Stück zu gießen. Das bedeutet, dass sie aus 100 % Gusseisen und zu einem Großteil sogar aus Recycling-Material besteht. Der Guss aus einem Stück hat zudem den Vorteil, dass der Griff nie locker werden kann und die Pfanne dadurch so ziemlich für immer hält. Außerdem kann sie so auch im Backofen und auf dem Grill verwendet werden und ist sehr robust.

Und zuletzt kommt noch der Punkt, auf den wir besonders stolz sind. Wir haben uns entschieden, die Pfanne komplett in Deutschland herzustellen. 100 % Made in Germany also!

In den Jahren zuvor habt Ihr über Eure Seite pfannenhelden.de schon Reichweite und Expertise aufbauen können. Wie wichtig war das jetzt für die Kampagne?

Unser Online-Magazin Pfannenhelden.de hat sowohl bei unserer Kampagne als auch bei der Entwicklung unserer STUR-Pfanne eine sehr große Rolle gespielt. Ohne die Expertise, die wir über die Jahre gesammelt haben, hätten wir gar nicht gewusst, wo wir ansetzen müssen und wo es eine Marktlücke gibt. Wir haben über die Jahre sehr viele Pfannen und Pfannenarten getestet, aber es war nie eine dabei, bei der wir dachten: „Die ist perfekt“. Und genau das wollten wir ändern. Deshalb haben wir unsere eigene Pfanne entwickelt, an der wir genau die Punkte optimiert haben, die uns zuvor an anderen Pfannen gestört haben.

Zudem haben wir über die Jahre über Pfannenhelden.de eine starke Community aufgebaut, die maßgeblich zum Erfolg der Kampagne beigetragen hat.
Besonders am Kampagnenstarttag, der ja der wichtigste Tag ist, haben wir über ein Drittel unserer gesamten Unterstützungssumme gesammelt. Und das haben wir vor allem unserer Community zu verdanken. Ein großes danke an dieser Stelle also nochmal an unsere STUR-Familie – wie wir sie gerne nennen – für die treue Unterstützung!

Inwieweit habt Ihr Eure Community in die Entwicklungsarbeit mit einbezogen?

Während des Entwicklungsprozesses standen wir immer im regen Austausch mit der Community und haben sie stark miteinbezogen. Wir haben unsere STUR-Pfanne ja in erster Linie für sie entworfen, und nicht nur für uns. Daher war es sehr wichtig regelmäßig Feedback einzuholen, dementsprechend Details anzupassen und bei allen Entscheidungen die Hinweise und Wünsche unserer Leser im Hinterkopf zu behalten.

Feedback aus der Pfannen-Crowd (Foto von sturcookware.de)

Wir haben unsere Community aber nicht nur ständig nach Feedback gefragt, sondern über unseren Newsletter und unsere Website auch immer auf dem Laufenden gehalten. Über Fortschritte, aber auch, wenn mal etwas schiefgelaufen ist und wir vor neuen Herausforderungen standen. Dadurch haben wir unsere Community sehr intensiv an der Entwicklung unserer STUR-Pfanne teilhaben lassen, was sich letztendlich auch positiv auf unseren Kampagnenerfolg ausgewirkt hat. Denn unsere Unterstützer haben über unsere Kampagne nicht nur irgendeine Pfanne vorbestellt. Sondern eine, deren Geschichte sie kennen und an der sie aktiv mitgewirkt haben.

Warum habt Ihr Euch für den Weg des Crowdfundings entschieden, um die Idee der eigenen Pfanne Wirklichkeit werden zu lassen?

Einer der wichtigsten Faktoren war auf jeden Fall die Kostendeckung. Wir haben bis zum Start unserer Kampagne so gut wie alles von unserem Ersparten bezahlt. Es war aber von Anfang an geplant, vor Beginn der Serienproduktion eine Crowdfundingkampagne zu starten, um die Kosten bei unseren Produktionspartnern vorab decken zu können.

Außerdem wussten wir, dass wir über die Crowdfunding-Plattformen noch mehr Menschen erreichen könnten, als wir es durch einen Vorverkauf über unsere eigene Website hätten tun können. Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo bringen zum einen bereits ihr eigenes Publikum mit. Zum anderen schaffen sie vor allem bei internationalen Unterstützern, die uns noch nicht kennen, zusätzlich Vertrauen.

Ein weiterer Grund war der mit einer Crowdfundingkampagne verbundene Marketing-Effekt. Eine erfolgreiche Kampagne bringt automatisch Aufsehen mit sich. Sonst würden wir hier heute wahrscheinlich auch nicht dieses Interview führen ;).

Wieso wir uns für Crowdfunding entschieden haben, hatte also mehrere Gründe.

In welchen Märkten seid ihr mit der Kampagne besonders erfolgreich? Ist es Euch gelungen auch außerhalb des deutschen Heimatmarktes Menschen von Eurem Produkt zu begeistern?

Ja, wir haben auch international viele Unterstützer gefunden. Der Anteil lag aber „nur“ bei ca. einem Viertel der Gesamtsumme. Etwa 75 % unserer Unterstützer kamen demnach aus Deutschland.

An dieser Stelle geben wir aber ehrlich zu, dass wir erwartet haben, dass die prozentuale Verteilung etwas anders aussehen würde, weshalb wir uns überhaupt erst für eine zweisprachige Kampagne auf der internationalen Plattform Kickstarter entschieden haben. Vor allem vom US-amerikanischen Markt haben wir uns etwas mehr erhofft, da die Gusseisenszene dort deutlich ausgeprägter ist als bei uns. Die Gründe für die doch niedrigere Beteiligung der US-Amerikaner an der Kampagne vermuten wir in den zusätzlichen Versandkosten und dem dort bereits relativ gesättigten Markt für Gusseisenpfannen.

Aber auch wenn wir die prozentuale Verteilung etwas anders erwartet haben, sind wir natürlich super glücklich, dass wir überhaupt so viele Menschen erreichen konnten und insgesamt so viel Zuspruch erhalten haben.

Habt Ihr Euch Hilfe für die Umsetzung des Crowdfundings geholt, also die Kampagnen-Kommunikation und die spätere Logistik?

Ja, wir haben uns bereits vor und auch während der Kampagne an verschiedenen Stellen Hilfe ins Boot geholt. Diese reicht von der Erstellung unseres Vorstellungsvideos, über die Erstellung von Social-Media-Content und den Designs für unsere Kampagnenseite, bis hin zur Zusammenarbeit mit einer Marketingagentur während der Kampagne und zur Zusammenarbeit mit unserem Logistiker. Alle aufzuzählen würde hier wahrscheinlich den Rahmen sprengen, daher belassen wir es mal dabei.

Vor allem mit unserer Website Pfannenhelden.de, die wir weiterhin nebenbei führen, wäre es auch gar nicht möglich gewesen, die gesamte Crowdfunding-Kampagne und alles, was damit zusammenhängt, nur zu zweit stemmen zu können. Daher schätzen wir es sehr, dass wir so ein tolles Team haben, das hinter uns steht und uns in verschiedenen Bereichen unter die Arme greift.

Welche Tipps könnte Ihr potenziellen Kampagnen-Startern geben? Gibt es eine geheime Erfolgsformel für ein Millionen-Crowdfunding, die Ihr uns verraten könnt?

Haha, eine Formel, die den Erfolg garantieren wird, gibt es eher nicht. Aber es gibt viele Faktoren, die zum Erfolg einer Kampagne beitragen können.
Super wichtig ist natürlich die Idee bzw. das Produkt, für das man die Kampagne überhaupt startet und, ob es dafür überhaupt Abnehmer gibt. Vor dem Start der Kampagne würden wir daher empfehlen, erst einmal herauszufinden, wie das eigene Projekt nicht nur im Bekanntenkreis, sondern auch bei Außenstehenden ankommt. Das kann man z. B. über Facebook-Gruppen oder international über Plattformen wie Reddit machen und dort direkt nach Feedback fragen. So erhält man schon mal eine erste grobe Einschätzung und vielleicht auch gleich ein paar Interessenten.

Ein weiterer Punkt ist sich die richtige Plattform für das eigene Projekt zu suchen. Nicht jede Plattform ist für jede Idee geeignet. Ein bisschen Recherche ist hier also wichtig, um einschätzen zu können, wie die eigene Idee dann später angenommen wird.

Und unser wichtigster Tipp ist, schon vorher eine Interessentenliste aufzubauen (z. B. über einen Newsletter) und eine Community aufzubauen. Die Erwartung vieler Projektstarter, dass die Leute schon über die Plattformen auf sie aufmerksam werden, ist leider recht trügerisch. Daher: das wichtigste Marketing findet tatsächlich vor der Kampagne statt, nicht währenddessen.

Vielen Dank für die spannenden Infos & weiterhin viel Erfolg mit STUR!

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Datum
02. Februar 2021
Themen
Food, Innovation
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